Die Nacht war besser als gedacht. Ich habe gefühlt zwei Züge gehört und Uwe vier; gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass die Gleise gerade mal 100 Meter von unserem Standort entfernt waren!

Heute Morgen sind wir von Medicine Head losgefahren, und haben festgestellt, dass die Landschaft immer noch weit und absolut langweilig ist. Ewig große Weizenfelder, mal viel Prärie und ab und zu eine Ansiedlung.

Dass man sich einer größeren Stadt nähert, merkt man am zunehmenden Verkehr. Dann hat man plötzlich mehr als fünf Autos um sich herum…also die Gegenfahrbahn mitgerechnet.
Sieht man eine Rinderherde oder einen See, so ist das schon als Abwechslung anzusehen. Große Getreidesilos sind schon von Weitem sichtbar, wobei der Anblick auch schnell langweilig wird…so nach dem zehnten bis zwanzigsten.

Salzgewinnung…oder Haluzinationen?
Sehr positiv hervorzuheben ist das Wetter. Blauer Himmel und 24 Grad. Angenehme Fahrbedingungen für eine so eintönige Strecke.

Das Fahren auf dem Transcanada Highway ist gewöhnungsbedürftig. Kein Vergleich zu deutschen Autobahnen. Hier ist es üblich auch links abzubiegen; also quer über die Gegenfahrbahn. Auch wenn wenig Verkehr herrscht, ist es ein komisches Gefühl so zu fahren. Diese Highway Kreuzung ist mit einer Ampel geregelt; die meisten sind ohne Ampel.

Warum so gut wie alle Tankstellen und Ansiedlungen nördlich des Highways liegen haben wir auch noch nicht herausgefunden. Vielleicht, weil zuerst die Bahnlinie gebaut wurde, von Ost nach West, und die entsprechenden Ansiedlungen dann halt in Baurichtung rechts angelegt wurden?

Unsere Rennschnecke läuft prima, auch wenn sie sehr durstig ist. Ob der großen Ansiedlungsleere und des großen Durstes tanken wir vorsichtshalber eher oft, und dafür kleinere Mengen…so um 100 Liter!
Wir haben es nicht ganz bis Winnipeg geschafft, aber wir sind zufrieden und gut in Brandon angekommen. Der Campground liegt zwar neben dem Highway, aber genügend Bäume mindern die Geräusche…und wir haben schon Lauteres verschlafen. ![]()
