Schneverdingen – Winsen

Letzter Tag der Rundfahrt😯 Unglaublich, aber wahr. Was für eine schöne Tour. Der Start in Schneverdingen war für uns mit einer gewissen Vorfreude verbunden. Nach 12 Tagen auf dem Fahrrad, freut man sich wieder auf das eigene, schöne zu Hause. Aber zunächst lag die Lüneburger Heide noch zwischen uns, und unserem Ziel…und auch der schöne „Spitzbubenweg“.

Frohgemut, nach einem guten Frühstück sind wir gemütlich aufgebrochen. Die Heidelandschaft präsentierte sich schon im leichten lila Hauch. Morgens um halb zehn hat man die schöne Landschaft fast für sich alleine. Gegenverkehr wäre auf dem Spitzbubenweg auch ungünstig😎

Auf der Herfahrt vor 12 Tagen, war einiges an Besuchern unterwegs, aber alle in eine Richtung 😁, heute konnte ich ganz in Ruhe Fotos machen. Ausgewiesen ist der Weg als Rad,- und Wanderweg. In den nächsten Tagen, wenn es mit der Heideblüte richtig losgeht, ist der Weg wahrscheinlich überfüllt, obwohl auf diesem Teil der Strecke wenig bis gar keine Heide zu sehen ist.

In dem vorwiegend waldigen Teilstück war es angenehm temperiert, so dass wir mächtig in schwitzen kamen, als wir bei Niederhaverbeck nicht nur die Heide vor Augen hatten, sondern auch die unangenehmen Steigungen😨 Zuerst der Turmberg, den wir gar nicht mal ganz hoch mussten; quasi „nur“ links dran vorbei. Anstatt 135 Meter, war unser höchster Punkt dort 115 Meter…von 80 Metern kommend, hat uns das auch völlig gereicht. Und wir hatten einen Vorgeschmack auf den Weg nach Wilsede bekommen. Der hat uns auf 125 Höhenmeter hinauf gebracht. Sehr Schweißtreibend, und fast schmelzend 🫠aber immer die nette Gaststätte vor dem geistigen Auge…🍰🍻

Nachdem wir im Restaurant gnadenlos zugeschlagen haben: Buchweizentorte und 0,5 l Alsterwasser, bzw. alkoholfreies Hefeweizen, wurde uns bei der nächsten Steigung klar, dass es nicht sehr schlau ist, 90 Minuten nach einem üppigen Frühstück nochmal so gierig zu sein.

Die nächsten Berge fielen uns deutlich schwerer…was wir zunächst auf das Wetter geschoben haben. Nach Döhle (58 Meter) runter zu fahren war herrlich, dann aber wieder nach Egesdorf (114 Meter) rauf zu schleichen war elendig. Irgendwann hatten wir jedoch den höchsten Punkt, den Fernsehturm erreicht, und der volle Bauch war vergessen! Puh! Die herrliche Schussfahrt bergab war klasse. Die restlichen Kilometer bis zu Hause waren nur noch Formsache.

Insgesamt haben wir 717 Kilometer zurückgelegt…immer noch auf Bio Bikes. Wir sind stolz auf uns 😎

Die Rundtour im Überblick

Bremen – Schneverdingen

Die Überraschung des Tages, war der nicht störende Wind. Eigentlich sollten wir Wind von vorne haben, aber entweder sind wir jetzt so durchtrainiert, dass uns Wind nichts mehr ausmacht, oder er hat uns nicht gefunden. In der Nacht hat es ein kräftiges Gewitter über Bremen gegeben…mit dem Rauskommen der Sonne wurde es heute sehr kleberig.

Bis auf den Abschnitt direkt an der Weser, war die erste Hälfte der Strecke eher Mittel zum Zweck. Radwege an lauten Bundesstraßen sind nicht unser Traum, aber sie sind ein direkter Weg raus aus der Stadt, der Industrie und ohne große Umwege in Richtung Heimat.

Das pure Landleben, ohne Eiskaffee, Supermarkt, oder einer Tanke hatte uns nach der halben Strecke aber wieder. Gott sei Dank geht das platte Land aber auch mit der Zeit. In Bothel gibt es das Restaurant mit Biergarten…leider, erst ab 16 Uhr geöffnet. Das hilft um 13 Uhr nicht wirklich, aber in Sichtweite haben wir einen Automaten für gekühlte Getränke und Snacks entdeckt. Also ran an die Cola…hilft in dem Fall echt gut, obwohl ich Cola sonst nicht mehr trinke, bevor wir aber vom Fahrrad fallen, da Wasser irgendwann nichts mehr hergibt 🫠. Kartenzahlung ist natürlich möglich.

Hinter Bothel hatten wir auf der Hinfahrt die große Anzahl der zerstörten Bäume gesehen. Heute hatte ich noch Willen zum Fotografieren… das hat aber später auch wieder nachgelassen. Es war ein trauriger Anblick. Gesunde, kräftige Eichen, die samt Wurzeln umgepustet wurden.

Uns ging es noch etwas besser. Mühsam haben wir uns mit einigen kurzen Pausen Schneverdingen genähert. Unser Hotel liegt direkt am Radweg…leider auf einem Hügel…als wir vor 11 Tagen runter gefahren sind…hat uns das sehr gut gefallen. Heute hätte ich🤮 können.

Nun noch die Statistik

Dangast – Bremen

…oder Tag der Umleitungen. Mühsam wars🥵

Die erste Umleitung, war ein gewollter Umweg. In Dangast gibt es keine Poststation, also sind wir zuerst nach Varel geradelt und haben dort 4 Kilo überflüssige Wäsche aufgegeben. Heute sollten es 76 Kilometer werden, da reist es sich doch viel leichter, wenn Ballast verschickt wird😎

Ein Wäschepaket
4 Kilo Wäsche

Beständiger Gegenwind war heute ebenfalls ein übler Begleiter. Zuerst sind wir auf einem Radweg, an einer größeren Straße entlang gefahren, aber auch später, auf kleinen, eigentlich gemütlichen Straßen, die wenig von Autos befahren waren…es war einfach mühsam und schweißtreibend. Windstärke 4 schräg von vorne 🌬️

Es kam noch schlimmer. Eine komplette Sperrung der Straße, da Gasleitungen verlegt wurden. Ortsunkundig sind wir einfach der Umleitung gefolgt. Man kann ja auch über Moskau nach Rom kommen…😖Na ja, wir haben noch Torfberge gesehen. Es wird also noch fleißig Torf abgebaut🫤

Wenn man keine Wahl hat, schafft man aber auch so eine, gefühlt endlose Umleitung. Unsere Freude dauerte jedoch nicht allzu lange…da war wieder so ein Schild. Ab irgendwann gesperrt…Gott sei Dank lag die Tanke vor der Sperrung. Der Bahnübergang (mal wieder) nach Berne, wo wir eine Mittagspause machen wollten, war gesperrt. Die Mittagspause haben wir, und andere Radfahrer, an der Tanke gemacht. Ob die Eis Vorräte bis zum Abend ausreichen, wage ich zu bezweifeln. Mit einem Eis im Bauch haben wir die Umleitung gefunden und sind weiter Richtung Bremen gefahren…

Nun direkt an der Weser entlang. Vorbei an diversen Werften…und immer Windstärke 4 von schräg vorne, manchmal auch direkt von vorne. Langsam, sehr langsam, kamen wir Bremen näher. Aus geplanten 76 Kilometern wurden unfreiwillig 95🤮

Es gab weitaus mehr gute Foto Motive, aber ich habe nicht viel Begeisterung aufbringen können…unterwegs 2 Cola vom türkischen Imbiss, möbelten uns etwas auf…genug jedenfalls, dass wir es bis zum Hotel schafften…morgen haben wir 75 Kilometer vor uns…mal schauen was dabei rauskommt 😉😍

Jever – Dangast

Die heutige Strecke war für uns gar keine Herausforderung…eher die Ankunft in Dangast. Nach knapp 32 Kilometern hatten wir Dangast schon um 12 Uhr erreicht. Fast erreicht. Ein großes Festival Gelände versperrte uns die Durchfahrt 😡. Da wird doch gleich das HB-Männchen in mir wach. Da ich mir gleich laut Luft gemacht habe, wurde uns dann eine Umleitung beschrieben…die wir mehr schiebend, ob der Menschen Massen bewältigt haben. Es wollten genauso viele Menschen hin, wie weg vom Festival. „Watt en Schlick Fest“ nennt sich das Ganze, und geht bis heute Nacht um 23:59 Uhr. Rein Theoretisch sollten wir nichts davon mitbekommen.

Die kurze Fahrt hier rüber war sehr angenehm, fing aber blöd an. Frühmorgens und ich, das geht irgendwie nicht. Wir waren schon 2 Kilometer vom Hotel entfernt, als mir auffiel, dass ich meinen Helm im Hotel vergessen hatte 🙄. Da bewahrheitet sich mal wieder der Spruch: „Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen!“ Sonnenschein, kaum Wind und gemäßigte Temperauren von 24 Grad, ließen das kleine Ärgernis aber schnell vergessen.

So richtig trödelig fahren können wir gar nicht, daher hatten wir schnell das Dangaster Deich Hinterland erreicht…und sahen aus der Ferne Tippis…was sich aber als Feiergelände mit lustigem Zeltaufbau herausstellte.

Nach einer erfrischenden Dusche, genießen wir den Abend heute mal ohne Blog schreiben. Der ist ja schon fertig…fast fertig. Statistik fehlt noch.

Norden – Jever

Nach dem trüben und ungemütlichen Wetter, fällt der Tag heute wieder in die Rubrik, „Genuss radeln“ 😎 Gegen die zu Beginn des Tages noch kühlen Temperaturen, haben wir uns halt eine Jacke angezogen. Der Wind kam gemäßigt, aber sehr unterstützend und fleißig von hinten. Gleich hinter Norden sind am Schloss Lütetsburg vorbei geradelt. Eine der wenigen erhaltenen ostfriesischen Burganlagen. Ihren Namen verdankt sie dem Häuptling Lütet Manninga.

Die Weiterfahrt führte im Zickzackkurs abseits der Hauptstraße entlang. Felder, Wiesen, Poldergebiete, auch ein Casting Gebiet für Hitchcock haben wir aus der Nähe gesehen. Anhalten und ein Foto machen habe ich mich nicht getraut…ich habe schon mal Krähen aufgescheucht. Das war ein Fall für die Waschmaschine. 💩

Da uns der Rückenwind den ganzen Tag treu geblieben ist, haben wir die 74 Km bis Jever ohne Anstrengung und flott geschafft. Einige der größeren Kanäle, die früher für die Torfschifffahrt wichtig waren, sind heute noch für Freizeitkapitäne mit Schlauchbooten oder ähnlichem benutzbar.

In Esens führte uns ein Abstecher direkt zu einem Café. Ein deutsches Café. Der Eiskaffee war ok, aber…! Ein Iced Latte und dann ne Kugel Vanilleeis dazu, entspricht nicht unser Vorstellung von Eiskaffee. Uwe hat die Eiswürfel ausgespuckt. „Die verdünnen den Kaffeegeschmack!“ Ich habe einfach schneller getrunken und das Vanilleeis zuerst gegessen 🤣

Der letzte Abschnitt vor Wittmund führte uns durch ein Waldgebiet, welches renaturiert wird. Es sollen Moore, Heide Flächen und Seggenrieder (bewachsene Feuchtfläche) entstehen, die zu Steigerung der biologischen Vielfalt beitragen werden.

Wittmund als Stadt haben wir, bis auf das Rathaus ignoriert…der Stalldrang war einfach stärker. Hotel und Dusche hatten die größere Anziehungskraft. Jever an sich hat bestimmt einiges zu bieten. 🍻

Neben leckerem Essen auch diverse Sehenswürdigkeiten.

Regentag

Gestern waren wir noch guter Dinge und überzeugt, dass wir den Norderney Ausflug machen können. Heute morgen waren die Regen und Gewitter Ansagen katastrophal, so dass wir kurzentschlossen einem Museumstag entgegensahen…mit Hilfe der Wetter App. Der große Regen sollte gegen 10 Uhr einsetzen. Mit den ersten Regentropfen und 10 Minuten vor Öffnungszeit sind wir am „Waloseum“ angekommen. Wir waren nicht die einzigen, die heute Indoor Aktivitäten suchten. Kurz bevor alle Leute nass wurden, öffnete das Museum, wie mir schien früher, damit die Leute nicht so nass wurden. Sehr interessant fand ich den Aushang am Eingang in Kassenbereich: „Wir zeigen keine lebenden Wale!“

Highlight in diesem Gebäude ist eindeutig das 15 Meter lange Pottwal Skelett eines Bullen, der 2003 vor Norderney strandete. Die Informationen rund um das Thema Wal sind sehr anschaulich und interaktiv dargestellt. Die obere Etage ist den Bewohnern der Nordsee und der Vogelwelt der Nordseeküste gewidmet. Ähnlich groß wie ein Pottwal Skelett, ist das Notstrom Aggregat von Norddeich Radio, das in der heutigen Walhalle installiert war…die am 1. Mai 1907 unter dem offiziellen Rufzeichen KND (Küstenfunkstelle Norddeich) in diesem Gebäude ihren Betrieb aufgenommen hatte und bis zur Schließung am 31. Dezember 1998 hier beheimatet waren; in Kriegszeiten auch andere Standorte.

Die Quarantäne Abteilung der Seehundstation ist ebenfalls in diesem Gebäude untergebracht. Hier werden kleine Heuler und manchmal auch Kegelrobben tierärztlich versorgt und beobachtet, bevor sie zu den anderen Tieren in die Seehundstation gebracht werden…die wir später auch noch besucht haben. Allerdings hatten wir auf der Herfahrt zum Waloseum auch das Automobil und Spielzeugmuseum entdeckt. Das musste natürlich auch noch besucht werden.

Im Café nebenan gab es heute keinen Eiskaffee, sondern bei den frischen Temperaturen eine heiße Waffel. Flexibel sein ist das Motto 😎Der Besuch in der Seehundstation am anderen Ende der Stadt, hat uns überrascht. Allein hier sind 93 Tiere untergebracht. Wie viele noch in Quarantäne sind, wissen wir nicht.

Anschließend sind wir noch ein bisschen Im Hafen rum gefahren und haben uns das bunte und teils windige Treiben angeschaut.

Knappe 25 Kilometer sind heute dazu gekommen. Morgen geht es nach Jever. 🍻

Emden – Norden

Nach der gestrigen Hitzeschlacht, ging es heute gemäßigter zu – zumindest was die Temperaturen betraf. Zunächst aber fing der Tag etwas verkehrt herum an. Nach der schweißtreibenden Tour habe ich gestern im Hotel einen Waschtag veranstaltet. Mit Rei in der Tube ist das schnell erledigt und nun sind die hohen Temperaturen von Vorteil. Die Trockenzeit ist sehr kurz. Allerdings habe ich heute morgen meine Radler Leggings mit links nach außen getragen 🙄. Mir ist das leider erst nach dem Frühstück aufgefallen, als ich mich gegen die Sonne eingecremt habe. 🙈

Ein kleiner Abstecher zum Bahnhof von Emden, um eine alte Dampflok der DB anzusehen, war besonders für Uwe interessant. Weiter ging es zur Kesselschleuse…die Uwe gestern schon als solche erkannt hat. Für mich hat der Begriff Kesselschleuse keine erkennbare Bedeutung…ein Kessel Buntes, oder ein Kessel Eintopf…halt etwas großes. Weiterbildung durch Uwepedia heute morgen. Diese Rundkammerschleuse ist die größte in Europa und verbindet gleich vier Kanäle miteinander. Wieder was gelernt.

Emden lag dann schnell hinter uns und weiter ging es auf abwechslungsreichen Wegen Richtung Norden…so und so. Fast hätte uns aber eine Baustelle der Bahn in Suurhusen ein Hindernis in den Weg gelegt, aber es gibt noch nette, hilfsbereite Menschen. Die Bahn Überquerung war komplett gesperrt. Es gab keine Umleitung und Google hatte auch keine tolle Idee, außer an der Straße entlang zu fahren, aber dieser nette Mensch hat uns mit dem Rad auf Schleichwegen auf die andere Seite der Bahn und des Kanals gebracht…das waren bestimmt 3 km für den Bayern Fan. Ich frage mich, ob der nette Mann die Tour heute und in den nächsten Tagen öfters macht. Die Baustelle bleibt bis zum 6.8.2026

Wie in den letzten Tagen ging es nicht in direkter Linie nach Norden. Fast alle Sehenswürdigkeiten in erreichbarer Nähe, waren in der Routenplanung. Entlang an den unterschiedlichsten Entwässerungsgräben, hin zu kleinen Ortschaften mit alten mächtigen Kirchen, die immer, schweißtreibend zu erreichen, auf dem höchsten Punkt des Ortes liegen 🥵, dafür innen aber angenehm kühl 🥶 sind. Kurz vor Freepsum bemerkte Uwe, „Wir sind jetzt 1 Meter unter dem Meeresspiegel!“ kurz drauf war dann auch das Hinweisschild „Tiefster Punkt“ zu sehen…womit laut Google der Tiefste Punkt in Ostfriesland gemeint ist. In Krummhörn tauchte wie aus dem Nichts das heiß ersehnte und eiskalt servierende Eiskaffee auf. Es war wie bei „Wünsch dir was“! Nach dieser tollen Erfrischung gab es bis Greetsiel zwar viel zusehen, aber kein Café mehr. Rechtzeitig die Gunst der Stunde genutzt.

Am Anfang des Tages hat „Rückenwind“ seinem Namen alle Ehre gemacht. Wir segelten mehr durch die Landschaft…wir ließen uns treiben! 🤩Leider hielt das nur in den ersten Stunden an, dann drehte der Wind. Wir mussten ordentlich strampeln um weiterzukommen. Als wir den „Otto“ Leuchtturm in Pilsum in der Ferne ausmachen konnten, wurde der Gegenwind immer kräftiger…auf dem Deich konnte man fliegen lernen.

Im malerischen Greetsiel haben wir eine Fischbrötchen Pause gemacht, (natürlich mit Alster Wasser) und fasziniert dem sehr regen Treiben zu geschaut. Als Tourist kann man sich schlecht über zu viele Touristen beschweren, sonst hätten wir das gemacht 🤣

Zum guten Schluss noch die Strecke und die Tageskilometer.

Wiesmoor – Emden

Im Frühtau der Hitze entkommen, so könnte das heutige Motto heißen. Für den Großteil des Tages ist uns das auch gelungen. Um 9 Uhr saßen wir schon wieder im Sattel und sind nach kurzer Zeit an einem schön gelegenen See entlang (der auch wieder Meer heißt), um dann für kurze Zeit sogar durch einen Wald zu fahren, mit einem Blätterdach über uns. Besser wäre es allerdings gewesen, dass sich auch am heißen Nachmittag Blätterdächer gefunden hätten, aber davon später mehr.

Das wir uns ab Ostgroßefehen auf einer alten Bahntrasse befinden, hat Uwe sofort erkannt. Bis Aurich sind wir, abgesehen von einem Abstecher in Holtrop zu Edeka Bruns um ein Eis 🍧zu essen, auf dieser sehr gut ausgebauten Trasse geblieben. Für Radfahrer ein Traum. Offiziell ist es Teil des Ostfriesischen Wanderweges.

Vierzig Minuten später in Aurich angekommen, hatten wir zwar noch keinen weiteren Appetit, aber bei gleich zwei Eisdielen am Marktplatz, konnten wir nicht widerstehen und haben uns noch einen Eiskaffee gegönnt…wer weiß wann man wieder etwas bekommt. Ebenso habe ich eine Regenhülle für den Technik Rucksack bekommen…also wird es hier wohl eher nicht regnen.

Hinter Aurich sind wir recht häufig am Ems – Jade Kanal entlang gefahren. Der Kanal wurde ursprünglich für den Kohletransport aus dem Ruhrgebiet zu den Kaiserlichen Kriegsschiffen gebaut, die in Wilhelmshaven stationiert waren. Die Ems musste mit dem Jadebusen verbunden werden. Heute trägt der Kanal die Hauptlast der ostfriesischen Entwässerungsinfrastruktur, die ein dauerhaftes Bewohnen der Region überhaupt erst ermöglicht. Wikipedia hilft unterwegs aus, wenn sich Fragen auftun und Uwepedia keine Antwort hat 😉

Leider hat der Kanal kein Blätterdach zu bieten. Wenig Strauch-, oder Baum Bewuchs, eher Mais und Kornfelder links und rechts. Die Bewirtungs Etablissements waren bei zunehmender Hitze auch sehr ausgedünnt. Puh. Kurz vor Emden…7,5 Kilometer bis zum Hotel…aber da! Plötzlich habe ich Sonnenschirme entdeckt! Juchu!!! Ein Gasthof! Ein geöffneter Gasthof! Klasse!

Insgesamt habe ich drei 0,3 l Alsterwasser getrunken, Uwe zwei. Das hat uns bei 31 Grad durchhalten lassen. Einen kleinen Bummel durch Emden haben wir nach einer ausgiebigen Dusche auch noch geschafft – wir wollten doch gerne ins Otto Museum 😎

Zum Schluss noch die Tagesstrecke

Oldenburg – Wiesmoor

Regen ade, nun wird es sommerlich. Bei frischen 20 Grad sind wir wieder gegen 9 Uhr gestartet. Da wir das Navi nicht irritieren wollten, haben wir Oldenburg auf vorgeschlagenem Weg verlassen…mit einem mittelschwerem Fauxpas. Wir waren schon fast in ländlichem Gebiet, als ich Uwes Ruf: „Rechts vor Links!“, nicht schnell genug umsetzten konnte und ausgerechnet der Polizei die Vorfahrt genommen habe! 🙈Gott sei Dank hat die Streifenwagenbesatzung meine entschuldigende Geste -meine linke Hand mit Daumen nach links- angenommen und hat mich nicht gründlicher belehrt, bzw. bestraft!

Die Routenplanung ist ab Oldenburg vom Reiseveranstalter „Rückenwind“. Leider ist der Name nicht Programm…allerdings, ohne Gepäck und bei sonnigem Wetter macht der Gegenwind 🌬️nicht mehr so viel aus. Auf schönen und ruhigen Wegen waren wir recht schnell in Bad Zwischenahn am Meer. Das Meer ist zwar nur ein See, aber dafür ein sehr großer. Die Gemeinde liegt in einer der schönsten Parklandschaften im Nordwesten Deutschlands und wird auch gerne als „Perle des Ammerlands“ bezeichnet. Besonders zur Rhododendron Blüte ist die Gegend zu empfehlen.

Nach einer (zu) frühen Kaffeepause, sind wir die schöne Landschaft genießend, gemütlich und ohne Zeitdruck weitergefahren. Die Route verlief zwar sehr im Zickzack und nicht so zielgerichtet wie wir sonst planen und fahren, aber das nennt sich Urlaub.😎 Die Temperatur hat sich mittlerweile dem sommerlichen deutlich angenähert.

Dass sich direkt vor unseren Rädern ein sehr großes Gelände mit Baumschule und Schaugarten von Lorenz von Ehren befindet, hat uns überrascht…die Baumschule hier im Ammerland ist eine der größten in Europa! Uns ist Lorenz von Ehren in Hamburg Marmstorf ein Begriff…wo neben der Baumschule auch ein sehr exquisiter Pflanzen und Garten Möbel Verkauf angesiedelt ist.

Nachdem wir die Parklandschaften hinter uns gelassen hatten, wurde es immer ländlicher und dünn besiedelt. Das stört im allgemeinen überhaupt nicht, nur wenn man Kaffeedurst verspürt. 🙄 Die letzten 13 Kilometer verliefen an einem ruhigen Kanal entlang…das versprochene Werbeschild mit „Hofcafé“, entpuppte sich aber Luftnummer, da das Café geschlossen war. 😒

Wir waren sehr erstaunt über die heftige Menge an Entengrütze auf dem Wasser in dem Kanal, erfuhren aber, dass es sich um etwas anderes handelt. „Da hat jemand den Inhalt eines Aquariums entsorgt. Das sind neue, uns unbekannte Algen, die sich bei der Wärme explosionsartig vermehren!“ erfuhren wir von den Arbeitern.

Ungefähr 243 Meter vor unserem Hotel haben wir noch eine Eisdiele überfallen. Rettung in letzter Minute. Na ja, im Hotel hätten wir auch etwas bekommen, aber nicht so einen leckeren Eiskaffee 😎

Oldenburg

Hier beginnt nun die offizielle Rundfahrt, Ostfriesische Impressionen. Die Fahrt von Bremen hierher war geprägt von Gegenwind, etwas Regen und geradeaus fahren. Keine wirklich schöne Strecke, aber sehr praktisch. Die größte Herausforderung heute bestand darin, rechtzeitig auf das Navi zu schauen um die wenigen Abbiegungen nicht zu verpassen. Neu für mich war, dass zwischen Bremen und Delmenhorst nur eine kleines Flurstück liegt. Geht fast nahtlos ineinander über.

Tagesroute

Diverse Höhenmeter sind heute ebenfalls nur auf Grund von Autobahn Überquerungen zustande gekommen…und die Weserüberquerung am Morgen, aber die Brücke war nicht so anspruchsvoll…und nach einem guten Frühstück ein Leichtes für uns😎 Kurz vor Oldenburg gibt es eine komplette Straßensperrung, so dass wir einer Umleitung folgen mussten…die aber sehr gut ausgeschildert war.

So als Lieblingsgericht von Mücken, sollte man eigentlich professioneller ausgestattet sein, und nicht wie ich unterwegs dazu kaufen müssen. Den Anti Juck Stift von Azaron habe ich jetzt zweimal. Einen für zu Hause…wo der auch liegt…und einen für unterwegs…jetzt in meiner Lenkertasche.🤣🤩 Kleine runde Pflaster habe ich in der Apotheke in Delmenhorst auch bekommen…zu Hause liegen mindestens 60 Stück 🙄

Laut Wetterbericht sind für die nächsten Tage keine Regenfälle vorhergesagt…aber was heißt das schon. Heute sollte es ja auch nur kühl sein. Wir lassen uns mal überraschen. Genug zu sehen und zu schauen wird es bestimmt geben.

Oldenburg liegt in etwa auf Meeresspiegelniveau, so dass Küstenschiffe keine Schleuse passieren müssen, um an die Nordsee zu gelangen. Gegen den Druck des Nordseewassers bei Sturmfluten schützt seit 1979 das Sperrwerk an der Huntemündung bei Elsfleth. 

Morgen geht es über Bad Zwischenahn und Westerstede (bekannt für eine grandiose Rhododendron Landschaft und Blüte im Frühjahr) bis nach Wiesmoor. Wir freuen uns 🤩