Schneverdingen – Winsen

Letzter Tag der Rundfahrt😯 Unglaublich, aber wahr. Was für eine schöne Tour. Der Start in Schneverdingen war für uns mit einer gewissen Vorfreude verbunden. Nach 12 Tagen auf dem Fahrrad, freut man sich wieder auf das eigene, schöne zu Hause. Aber zunächst lag die Lüneburger Heide noch zwischen uns, und unserem Ziel…und auch der schöne „Spitzbubenweg“.

Frohgemut, nach einem guten Frühstück sind wir gemütlich aufgebrochen. Die Heidelandschaft präsentierte sich schon im leichten lila Hauch. Morgens um halb zehn hat man die schöne Landschaft fast für sich alleine. Gegenverkehr wäre auf dem Spitzbubenweg auch ungünstig😎

Auf der Herfahrt vor 12 Tagen, war einiges an Besuchern unterwegs, aber alle in eine Richtung 😁, heute konnte ich ganz in Ruhe Fotos machen. Ausgewiesen ist der Weg als Rad,- und Wanderweg. In den nächsten Tagen, wenn es mit der Heideblüte richtig losgeht, ist der Weg wahrscheinlich überfüllt, obwohl auf diesem Teil der Strecke wenig bis gar keine Heide zu sehen ist.

In dem vorwiegend waldigen Teilstück war es angenehm temperiert, so dass wir mächtig in schwitzen kamen, als wir bei Niederhaverbeck nicht nur die Heide vor Augen hatten, sondern auch die unangenehmen Steigungen😨 Zuerst der Turmberg, den wir gar nicht mal ganz hoch mussten; quasi „nur“ links dran vorbei. Anstatt 135 Meter, war unser höchster Punkt dort 115 Meter…von 80 Metern kommend, hat uns das auch völlig gereicht. Und wir hatten einen Vorgeschmack auf den Weg nach Wilsede bekommen. Der hat uns auf 125 Höhenmeter hinauf gebracht. Sehr Schweißtreibend, und fast schmelzend 🫠aber immer die nette Gaststätte vor dem geistigen Auge…🍰🍻

Nachdem wir im Restaurant gnadenlos zugeschlagen haben: Buchweizentorte und 0,5 l Alsterwasser, bzw. alkoholfreies Hefeweizen, wurde uns bei der nächsten Steigung klar, dass es nicht sehr schlau ist, 90 Minuten nach einem üppigen Frühstück nochmal so gierig zu sein.

Die nächsten Berge fielen uns deutlich schwerer…was wir zunächst auf das Wetter geschoben haben. Nach Döhle (58 Meter) runter zu fahren war herrlich, dann aber wieder nach Egesdorf (114 Meter) rauf zu schleichen war elendig. Irgendwann hatten wir jedoch den höchsten Punkt, den Fernsehturm erreicht, und der volle Bauch war vergessen! Puh! Die herrliche Schussfahrt bergab war klasse. Die restlichen Kilometer bis zu Hause waren nur noch Formsache.

Insgesamt haben wir 717 Kilometer zurückgelegt…immer noch auf Bio Bikes. Wir sind stolz auf uns 😎

Die Rundtour im Überblick

Bremen – Schneverdingen

Die Überraschung des Tages, war der nicht störende Wind. Eigentlich sollten wir Wind von vorne haben, aber entweder sind wir jetzt so durchtrainiert, dass uns Wind nichts mehr ausmacht, oder er hat uns nicht gefunden. In der Nacht hat es ein kräftiges Gewitter über Bremen gegeben…mit dem Rauskommen der Sonne wurde es heute sehr kleberig.

Bis auf den Abschnitt direkt an der Weser, war die erste Hälfte der Strecke eher Mittel zum Zweck. Radwege an lauten Bundesstraßen sind nicht unser Traum, aber sie sind ein direkter Weg raus aus der Stadt, der Industrie und ohne große Umwege in Richtung Heimat.

Das pure Landleben, ohne Eiskaffee, Supermarkt, oder einer Tanke hatte uns nach der halben Strecke aber wieder. Gott sei Dank geht das platte Land aber auch mit der Zeit. In Bothel gibt es das Restaurant mit Biergarten…leider, erst ab 16 Uhr geöffnet. Das hilft um 13 Uhr nicht wirklich, aber in Sichtweite haben wir einen Automaten für gekühlte Getränke und Snacks entdeckt. Also ran an die Cola…hilft in dem Fall echt gut, obwohl ich Cola sonst nicht mehr trinke, bevor wir aber vom Fahrrad fallen, da Wasser irgendwann nichts mehr hergibt 🫠. Kartenzahlung ist natürlich möglich.

Hinter Bothel hatten wir auf der Hinfahrt die große Anzahl der zerstörten Bäume gesehen. Heute hatte ich noch Willen zum Fotografieren… das hat aber später auch wieder nachgelassen. Es war ein trauriger Anblick. Gesunde, kräftige Eichen, die samt Wurzeln umgepustet wurden.

Uns ging es noch etwas besser. Mühsam haben wir uns mit einigen kurzen Pausen Schneverdingen genähert. Unser Hotel liegt direkt am Radweg…leider auf einem Hügel…als wir vor 11 Tagen runter gefahren sind…hat uns das sehr gut gefallen. Heute hätte ich🤮 können.

Nun noch die Statistik

Dangast – Bremen

…oder Tag der Umleitungen. Mühsam wars🥵

Die erste Umleitung, war ein gewollter Umweg. In Dangast gibt es keine Poststation, also sind wir zuerst nach Varel geradelt und haben dort 4 Kilo überflüssige Wäsche aufgegeben. Heute sollten es 76 Kilometer werden, da reist es sich doch viel leichter, wenn Ballast verschickt wird😎

Ein Wäschepaket
4 Kilo Wäsche

Beständiger Gegenwind war heute ebenfalls ein übler Begleiter. Zuerst sind wir auf einem Radweg, an einer größeren Straße entlang gefahren, aber auch später, auf kleinen, eigentlich gemütlichen Straßen, die wenig von Autos befahren waren…es war einfach mühsam und schweißtreibend. Windstärke 4 schräg von vorne 🌬️

Es kam noch schlimmer. Eine komplette Sperrung der Straße, da Gasleitungen verlegt wurden. Ortsunkundig sind wir einfach der Umleitung gefolgt. Man kann ja auch über Moskau nach Rom kommen…😖Na ja, wir haben noch Torfberge gesehen. Es wird also noch fleißig Torf abgebaut🫤

Wenn man keine Wahl hat, schafft man aber auch so eine, gefühlt endlose Umleitung. Unsere Freude dauerte jedoch nicht allzu lange…da war wieder so ein Schild. Ab irgendwann gesperrt…Gott sei Dank lag die Tanke vor der Sperrung. Der Bahnübergang (mal wieder) nach Berne, wo wir eine Mittagspause machen wollten, war gesperrt. Die Mittagspause haben wir, und andere Radfahrer, an der Tanke gemacht. Ob die Eis Vorräte bis zum Abend ausreichen, wage ich zu bezweifeln. Mit einem Eis im Bauch haben wir die Umleitung gefunden und sind weiter Richtung Bremen gefahren…

Nun direkt an der Weser entlang. Vorbei an diversen Werften…und immer Windstärke 4 von schräg vorne, manchmal auch direkt von vorne. Langsam, sehr langsam, kamen wir Bremen näher. Aus geplanten 76 Kilometern wurden unfreiwillig 95🤮

Es gab weitaus mehr gute Foto Motive, aber ich habe nicht viel Begeisterung aufbringen können…unterwegs 2 Cola vom türkischen Imbiss, möbelten uns etwas auf…genug jedenfalls, dass wir es bis zum Hotel schafften…morgen haben wir 75 Kilometer vor uns…mal schauen was dabei rauskommt 😉😍

Jever – Dangast

Die heutige Strecke war für uns gar keine Herausforderung…eher die Ankunft in Dangast. Nach knapp 32 Kilometern hatten wir Dangast schon um 12 Uhr erreicht. Fast erreicht. Ein großes Festival Gelände versperrte uns die Durchfahrt 😡. Da wird doch gleich das HB-Männchen in mir wach. Da ich mir gleich laut Luft gemacht habe, wurde uns dann eine Umleitung beschrieben…die wir mehr schiebend, ob der Menschen Massen bewältigt haben. Es wollten genauso viele Menschen hin, wie weg vom Festival. „Watt en Schlick Fest“ nennt sich das Ganze, und geht bis heute Nacht um 23:59 Uhr. Rein Theoretisch sollten wir nichts davon mitbekommen.

Die kurze Fahrt hier rüber war sehr angenehm, fing aber blöd an. Frühmorgens und ich, das geht irgendwie nicht. Wir waren schon 2 Kilometer vom Hotel entfernt, als mir auffiel, dass ich meinen Helm im Hotel vergessen hatte 🙄. Da bewahrheitet sich mal wieder der Spruch: „Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen!“ Sonnenschein, kaum Wind und gemäßigte Temperauren von 24 Grad, ließen das kleine Ärgernis aber schnell vergessen.

So richtig trödelig fahren können wir gar nicht, daher hatten wir schnell das Dangaster Deich Hinterland erreicht…und sahen aus der Ferne Tippis…was sich aber als Feiergelände mit lustigem Zeltaufbau herausstellte.

Nach einer erfrischenden Dusche, genießen wir den Abend heute mal ohne Blog schreiben. Der ist ja schon fertig…fast fertig. Statistik fehlt noch.

Norden – Jever

Nach dem trüben und ungemütlichen Wetter, fällt der Tag heute wieder in die Rubrik, „Genuss radeln“ 😎 Gegen die zu Beginn des Tages noch kühlen Temperaturen, haben wir uns halt eine Jacke angezogen. Der Wind kam gemäßigt, aber sehr unterstützend und fleißig von hinten. Gleich hinter Norden sind am Schloss Lütetsburg vorbei geradelt. Eine der wenigen erhaltenen ostfriesischen Burganlagen. Ihren Namen verdankt sie dem Häuptling Lütet Manninga.

Die Weiterfahrt führte im Zickzackkurs abseits der Hauptstraße entlang. Felder, Wiesen, Poldergebiete, auch ein Casting Gebiet für Hitchcock haben wir aus der Nähe gesehen. Anhalten und ein Foto machen habe ich mich nicht getraut…ich habe schon mal Krähen aufgescheucht. Das war ein Fall für die Waschmaschine. 💩

Da uns der Rückenwind den ganzen Tag treu geblieben ist, haben wir die 74 Km bis Jever ohne Anstrengung und flott geschafft. Einige der größeren Kanäle, die früher für die Torfschifffahrt wichtig waren, sind heute noch für Freizeitkapitäne mit Schlauchbooten oder ähnlichem benutzbar.

In Esens führte uns ein Abstecher direkt zu einem Café. Ein deutsches Café. Der Eiskaffee war ok, aber…! Ein Iced Latte und dann ne Kugel Vanilleeis dazu, entspricht nicht unser Vorstellung von Eiskaffee. Uwe hat die Eiswürfel ausgespuckt. „Die verdünnen den Kaffeegeschmack!“ Ich habe einfach schneller getrunken und das Vanilleeis zuerst gegessen 🤣

Der letzte Abschnitt vor Wittmund führte uns durch ein Waldgebiet, welches renaturiert wird. Es sollen Moore, Heide Flächen und Seggenrieder (bewachsene Feuchtfläche) entstehen, die zu Steigerung der biologischen Vielfalt beitragen werden.

Wittmund als Stadt haben wir, bis auf das Rathaus ignoriert…der Stalldrang war einfach stärker. Hotel und Dusche hatten die größere Anziehungskraft. Jever an sich hat bestimmt einiges zu bieten. 🍻

Neben leckerem Essen auch diverse Sehenswürdigkeiten.