Letzte Etappe,

und Nachlese

…beim Frühstück in Mödlich ist Uwe auf sein „Seattle“ Radtrikot angesprochen worden, von einem Deutschen, der in der Nähe von Seattle lebt und gerade Urlaub in Deutschland macht. Beim Abendessen in Hitzacker sind wir mit dem Ehepaar am Nachbartisch ins Gespräch gekommen…unüberhörbar Sauerland…die kamen aus Soest, quasi um die Ecke von Eversberg 😊 woll!

Die sehr kurze Strecke von Mödlich nach Hitzacker, die wir mit Rückenwind so richtig genießen konnten, brachte es mit sich, dass wir ausreichend Zeit hatten uns die Beine zu vertreten. Sehr groß ist Hitzacker nicht. Mir fiel aus dem Augenwinkel eine sich bewegende Eichel auf…die dann natürlich keine war, sondern ein Maikäfer! Ein echter Maikäfer…wie lange ist das her, dass ich mal einen gesehen habe…

Am nächsten Morgen sind wir von Hitzacker entgegen aller Ratschläge diverser Apps, auf der südlichen Elbseite Richtung Bleckede aufgebrochen. Dass die Vorschläge durchaus gutgemeint waren, haben wir recht schnell erkannt. Erst kleine, aber auch ziemlich anspruchsvolle Steigungen, regelmäßig über die ersten 25 Kilometer verteilt 🙄 das hatten wir uns anders vorgestellt, aber jetzt sind wir schlauer und nehmen das nächste Mal die Fähren…die natürlich unverbindlich (vielleicht) fahren🙄

In Neetze haben wir den Abzweig in die Pampa links liegen lassen, dafür haben wir in einem netten Hof Café Rast gemacht, das wir Dienstag erst nach der Rast beim netten Türken entdeckt haben. So gestärkt haben wir die restlichen Kilometer mit Rückenwind sehr gut geschafft.

Zu guter Letzt natürlich die Statistik…insgesamt haben wir in fünf Tagen 320 Kilometern zurückgelegt. Der erste Tag war mit der bescheidenen Weg-Qualität und dem extremen Gegenwind am schwersten…danach wurde es jeden Tag besser…vor allem das Wetter. Herrlich, endlich Sonne!

Nachtrag…

Die komplette Wendlandrunde

Eisfahrt

Was wir gestern an zuviel Kilometern zurückgelegt haben, war heute eher zuwenig. Dafür haben wir definitiv mehr Eis gehabt, als all die Tage vorher…und nicht unbedingt weil wir es gebraucht hätten, sondern weil wir die Gelegenheit dazu hatten! Obwohl es selbst in Dömitz zunächst Probleme gab.

Die Strecke entlang der Elbe bot sich so friedlich im warmen Sonnenschein dar…es war einfach herrlich. Wir beschlossen nach 20 Kilometern im uns gut bekannten Hotel Hafen Dömitz einen Kaffee zu trinken, oder ein Eis zu essen…nicht, dass wir nach dem guten Frühstück schon wieder Bedarf hätten, aber es bot sich die Möglichkeit. Nur gedacht. 11:30 Uhr und wir bekamen zu hören, dass erst um 12 Uhr geöffnet wird. Ok, nichts ist so, wie man denkt…also weiter in die kleine, alte Festungsstadt. 11:45 Uhr…“wir öffnen erst um 12 Uhr, aber sie können ja so lange warten“ 🙄…warten, doch nicht mit mir. Der dritte Laden hat wohl die Marktlücke erkannt und wir bekamen noch vor 12 Uhr ein Eis, sogar mit Eierlikör.

Über die Dömitzer Brücke sind wir zur südlichen Elbseite gefahren…um den Radweg dort auch mal zu befahren…was eigentlich von Schnackenburg aus geplant war, aber Quartier und Fähr Probleme haben das ja verhindert. Insofern heute ein total entspannter Tag. Außer sinnfreien Radweg Sperrungen gibt es nicht viel zu berichten…entweder man hat vergessen, dass etwas gebaut werden soll, oder man hat vergessen die Sperrung rückzubauen 😖

Abgesehen davon, es war herrlich. Die Elbe floss friedlich dahin, wir haben jede Menge Störche, Reiher, und sogar einige Kraniche im Tiefflug, Gänse, sowieso viele Greifvögel gesehen…und eine sehr große Bandbreite an Singvögeln gehört, im ganzen Wendland…Nachtigal, Buchfink, Spatzen und Meisen, sehr viele Schwalben, Singddossel, Dorngrasmücke, Rohrdommel, Fasane…und sehr schön den Pirol! Zuerst in Meuchefitz (ich muss diesen unglaublichen Ortsnamen endlich loswerden), dann um Lüchow und heute an der Elbe. Uwe hört den Pirol überall raus, ich muss die BirdNET App fragen…die uns schon oft etwas beigebracht hat.

Da wir recht früh in Hitzacker angekommen sind, haben wir zunächst, quasi direkt, den örtlichen Eisladen entdeckt…hier gab es sofort etwas, ohne weitere Uhrzeit Verhandlungen 🤩

Zeit genug für eine Besichtigung des historischen Ortskerns war natürlich auch vorhanden. Jede Menge Zwerge sind hier zu sehen…sehr viele Berufe sind vertreten…die genaue Bedeutung der Zwerge haben wir noch nicht herausgefunden…lecker essen muss ja auch sein 😎

die Strecke, ganz knappe 44 kilometer

P.S. Der Kuckuck fehlt noch in der Aufzählung…und die Feldlerche…

Überraschungen…

…oder, irgendwas ja ist immer 🙄

Der Blick aus dem Fenster heute Morgen zeigte uns, dass es geregnet hat. Wie schön. Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück sind wir um 10 Uhr gestartet, ohne Regen, aber natürlich mit Gegenwind…unser Bergtraining 🙄

fleißige Windräder

Über wenig befahrene Nebenstraßen, die wir meist für uns hatten, radelten wir noch durch einige Rundlingsdörfer, Straßendörfer und durch die Nemitzer Heide. Irgendwann, nach dem x-ten rechtslinks Schwenk, wurde es immer verlassener. Die Straße blieb jedoch in einem 1a Zustand. Keine Autos, da keine Orte, aber ein voll genialer Radweg…eigentlich Autostraße, nur ohne Autos. „Zonenrandförderung“, kommentierte Uwe meine Begeisterung!

Wir hingen noch so unseren Träumen nach…plums, da lag eine neue Realität in Form einer Sandpiste vor uns…Asphaltende, Sandpiste voraus…und was für eine. Anfangs noch fahrtauglich, was Uwe noch zu der Bemerkung hinreißen ließ, „Da kennen wir weitaus schlechtere.“ Was dann leider auch so kam. Wir fuhren, oder schoben parallel zur ehemaligen Zonengrenze die definitiv keinerlei Förderung bekommen hatte. 3 lange Kilometer, von Wirl bis zum Grünen Band, früher bekannt als Todesstreifen.

Nach einem kleinen Imbiss aus der Not Verpflegung, ging es auf besser werdenden Wegen zur Elbe…kein Café, kein Eiswagen…nix! Die ganz Gegend ist gastronomisch einfach Tot. Im Grenzland Museum in Schnackenburg haben wir schließlich gegen eine Spende einen Kaffee bekommen. Puh! Das Museum zeigt anschaulich die Unmenschlichkeit der damaligen deutsch-deutschen Grenze. Ein lohnenswerter Besuch…nicht nur wegen des Kaffees.

Etwas gestärkt machten wir uns auf die letzten 18 Kilometer mit Rückenwind…um nach knapp 10 Kilometern, „zufällig“ von einer alten Dame zu erfahren, dass die Fähre von Pevesdorf nach Lenzen gar nicht fährt 😫. Ein Anruf in unserem Hotel auf der anderen Elbseite bestätigte leider diese Auskunft. Grrrr…also 10 Kilometer zurück gegen den Wind und die Fähre in Schnackenburg nehmen😣…um dann endlich die letzten 18 Kilometer zu fahren. ☹️…Augen zu und durch 🙄

Die Temperatur hat sich im Laufe des Tages von frischen 13 Grad am Morgen auf sommerliche 22 Grad empor gearbeitet…wir waren dementsprechend ausgetrocknet, was man uns bei unserer Ankunft im Hotel angesehen hat. Das Alster Wasser stand so schnell vor uns…und war soooo lecker 🤗…wie später auch das Abendessen 👍

😎

Die Rundlingsdörfer

Da wir gestern von den anstrengenden Wegen und deren noch anstrengenderen Steigungen zu geschafft waren, haben wir den Ausflug zu Schlachtstätten früherer Zeiten ausfallen lassen. Ich hätte teilweise selbst handgreiflich werden können…es kommt nicht sehr häufig vor, dass man Berg runter schieben muss, weil es zu gefährlich ist zu fahren.

Das Frühstück im Truckerstop war ok. Es hat  genügend Kraft gegeben, uns und unsere Muskeln zu motivieren weitere Steigungen in Angriff zu nehmen. Heute aber auf Asphaltwegen und mit etwas weniger Gegenwind. Über den sind wir gar mehr nicht so böse, da wir deswegen trocken bis Lüchow gekommen sind. Der Wind 🌬️ hat das Regentief nicht an uns heran kommen lassen👍

Den eigentlichen Grund unserer Reise haben wir heute ausführlich, aber ohne Kaffee, oder ein Eis, besichtigt. Wobei besichtigt zuviel gesagt ist. Wir haben die interessanten Rundlingsdörfer gesehen, die Häuser und die runde Bauweise erkannt. Näher besichtigen kann man sonst nichts. Alle Gaststätten, Cafés oder ähnliches, waren geschlossen. Genug genörgelt. Sehenswert war/ist es trotzdem. 😊

Satemin ist im August 1850 fast komplett niedergebrannt, aber im selben Jahr identisch wieder aufgebaut worden. Schreyahn ist ebenfalls sehr gut erhalten. Von Himmelfahrt bis Anfang Juni findet die „Kuturelle Landpartie“ statt. Etwa 300 Aussteller zeigen auf Höfen und Ateliers ihre Künste.

Mehr oder weniger gemütlich sind wir nach Lüchow geradelt…die Hügel lagen hinter uns, an den Wind haben wir uns (fast) gewöhnt. Mit genügend Zeit bis zum Abendessen haben wir uns das Städtchen recht gründlich angeschaut…ein leckerer Latte Macciato, ein super leckeres Eis und rote Lederhandschuhe haben die Besitzer gewechselt😊.

Mangels Interesse haben wir uns nicht das „Rolling Stones Museum“ in Lüchow angeschaut…nur das Wandgemälde dazu. Hotel und Hotel Küche sind heute um Längen besser…obwohl die Preise ähnlich sind. Gestern war es ein Notnagel…Gott sei Dank kein Sargnagel.

lecker Dessert

😎

Auf geht’s,

…oder irgendwas ist immer. Der Tag fing ja freundlich an. Die Sonne am blauen Himmel, ein gutes Frühstück und eine Radtour vor uns. Schnell noch die Blumen gießen, etwas Verpflegung schneiden und, schon war es passiert. Mal eben den Kaffeebecher umgestossen 😭…das leckere Getränk ergoss sich über die Herdplatte und tropfte fleißig an den Schubladen herunter (auch hinein) und auf den Küchenboden. „Wat´n Malöör“, aber bis der Uwe aus der Maske kam, hatte ich alle Spuren beseitigt…und wenn ich nicht mit fünf Lappen, leicht bräunlich eingefärbt, die Wäscheleine angehübscht hätte 😉 wäre es gar nicht aufgefallen😄

Gut gelaunt und voller Tatendrang sind wir erst in Richtung Bardowick, dann zum Schiffshebewerk in Scharnebeck aufgebrochen. Der ständige und stärker werdende Gegenwind hat uns ebensowenig aufgeregt, wie die Baustellen. In Bardowick mussten wir einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, aber die gesperrte K 30 war cool. Die Straße war für den Autoverkehr gesperrt, aber die komplette linke Fahrbahn war als Radweg umgewidmet…eine sehr komfortable Sache👍

Was die Radwege anging, hatten wir damit das Beste hinter uns🫣. Gott sei Dank war uns das noch überhaupt nicht klar. Wir hatten uns erhofft, im Wald dem starken Wind zu entgehen, was im Prinzip auch geklappt hat, nur die Wege waren nicht sehr hilfreich, wobei es schon viel Fantasie und guter Laune bedurfte, um das Elend überhaupt als Weg zu bezeichnen…weg ja, aber nicht Weg.

Teilweise hatte man das Gefühl, als sei Hannibal mit seinen Elefanten gerade eben durch den Wald gezogen, andere Stellen waren von Schwerlastfahrzeugen mächtig aufgewühlt und eher komplett zerstört. Man kann sich bei solchen Widrigkeiten, in schlechter Laune ergeben, oder man versucht das Schöne zu sehen und das Blöde auszublenden. was heute erstaunlich gut geklappt hat. Selbst der ständige, unangenehm böige frontale Wind von 20 bis 45 km/h hat uns heute nicht klein gekriegt 😎

Ebensowenig unsere heutige Bleibe. Ein Truckermotel mit angeschlossener Pommesbude. Was solls. Sehr viel mehr gibt es z.Z. in dieser Gegend nicht. Das Zimmer ist sauber, hat ein Bett für die Nacht, und satt geworden sind wir auch.

Nach 67 recht anstrengenden Kilometern braucht man nicht mehr viel 🤣

Die Göhrde Tour

Was unsere Radtouren angeht, ist Uwe ja der Planer. Ich halte mich meistens raus, helfe (?) höchstens bei der Zimmerwahl, oder nörgel wenn etwas schief geht. Uwes Gelassenheit in der Hinsicht ist phänomenal…er hat in seiner Jugend bestimmt mal den „Ohm-Frosch“ verschluckt, der diese außergewöhnliche Geduld vermittelt. Diese Tour jedoch brachte mich auf die seltsame Idee im Vorwege zu recherchieren. Die Göhrde Tour zu den Rundlings Dörfern klingt ja sehr vielversprechend und hat auch einen geschichtlichen Hintergrund.

„Die historische Siedlungsform entstand im Mittelalter und ist weltweit nahezu einzigartig. Die ältesten Rundlings Dörfer bestehen seit mehreren Hundert Jahren. Die meisten erhaltenen Häuser der Rundlinge stammen aus dem 18. Jahrhundert. Da die Orte teilweise kaum gewachsen sind, hat sich ihre charakteristische Form erhalten. Damit das so bleibt, stehen viele Häuser in den Rundlingen und zum Teil ganze Dörfer wie etwa Saaße oder Jabel unter Denkmalschutz. Bis heute ist nicht endgültig geklärt, warum die Dörfer einst in dieser Form gebaut wurden, ob sie sich etwa aus ehemaligen Wehrdörfern oder Kultplätzen entwickelten. Klar scheint nur, dass Slawen im 12. Jahrhundert die ersten Orte in dieser Form anlegten. Historiker vermuten, dass die regionalen Grundherren in den runden Dörfern Siedler zusammenfassten, die zuvor vereinzelt wohnten.“ (Bericht vom NDR)

So weit, so gut. In die Suchzeile sollte aber tunlichst „Rundlings Dörfer im Wendland“ eingeben werden und nicht wie ich es gemacht habe, einfach so „Göhrde“ …nur weil Uwe immer von der Göhrde Tour spricht. Gibt man nur Göhrde in die Suchleiste ein…und schaut man sich dann die Auto-Vervollständigung an…so taucht sehr prominent „Göhrde Morde“ auf! Doch nicht etwa diese Göhrde, wo wir hin wollen? Die vor unserer Haustür!…vielleicht gibt es in Bayern auch eine Göhrde? Aber NEIN! Es ist die Göhrde im Wendland. Wikipedia ist für Details sehr auskunftsfreudig. So ist zu lesen, dass der „erste“ Doppelmord im Jahr 1989 stattfand…(aber eher Ende Mai). „Der Täter entwendete den Opfern einen Picknickkorb und nahm die Autoschlüssel des Paares an sich. Mit deren Honda Civic flüchtete er aus der Göhrde und ließ den Wagen 300 Meter vom Bahnhof in Winsen an der Luhe, eine kleine Stadt im Speckgürtel Hamburgs, stehen“ Als ich das Uwe vorgelesen habe, vermerkte er lakonisch, das der Fundort des Autos die Bäckerei sei, wo wir regelmäßig eingekauft haben…bis er Pleite gemacht hat.

Der zweite Doppelmord geschah ausgerechnet am Tag der Entdeckung des ersten Doppelmordes…ach herein! Wer will das denn wissen!

Irgendwie hat mir das die Recherchefreudigkeit etwas verhagelt…selbst als ich schließlich entdeckt habe…sehr viel weiter unten im Bericht, dass der „mutmaßliche“ Täter mittlerweile (1993) verstorben sei, die grausigen Vorkommnisse längst verfilmt waren, „Das Geheimnis des Totenwaldes“ und dass der größte zusammenhängende Mischwald Norddeutschlands längst wieder friedlich ist! Jetzt sehe ich unseren fünftägigen Ausflug doch etwas anders…ob ich noch untersuche wie nahe wir dem Tatort kommen? Morbide Gedankenwelt! Den Realkrimi, den es in der ARD Mediathek sogar als Serie zu sehen gibt, schaue ich mir jedenfalls höchstens nach der Tour an.

Ganz in der Nähe vom Tatort (ja, ich habe den Tatort recherchiert🙄)…besiegte am 16. September 1813 die alliierte Nordarmee (vor allem russische und preußische Truppen) etwa 20 Kilometer westlich von Dannenberg bei Lüben (im Landkreis Lüneburg) die französischen Truppen Napoleons 1. in der Schlacht an der Göhrde.

…aber, bevor es überhaupt losgehen kann, muss noch gepackt werden…und das ist schwierig geworden. Verlässliche Jahreszeiten, oder den schrumpfbaren Kleiderschrank gibt es ja nicht. Es sind zwar nur fünf Tage, aber gefühlt drei Jahreszeiten🫣 was es nicht leichter macht zu packen. Zur Zeit ist in den wenigen Tagen von 12 Grad bis 21 Grad alles möglich…natürlich auch was Regen, Wind (Gegenwind), Hagel oder Sonne angeht. Schnee gibt es aller Wahrscheinlichkeit nicht…also vielleicht nicht…und in vier Stunden sieht die Vorhersage schon wieder ganz anders aus🙄 lassen wir uns einfach überraschen 😎

Baustellenführung auf der Peking

Nach dem etwas anstrengenden Ausflug nach Buxtehude, haben wir es zum 1. Mai etwas ruhiger angelassen, zumindest war das die Idee!

Da man am besten gut gestärkt in neue Abenteuer aufbricht, haben wir uns mit Magdalena und Oskar, die einige Tage in Hamburg geniessen, beim Airstream Pommeswagen am Hamburger Hauptbahnhof getroffen und zunächst die kartoffeligen Sonnenstrahlen gegessen 😎 Mit der sehr pünktlichen S-Bahn und nach einem knappen Kilometer zu Fuß hatten wir den „Hamburger Veermaster Peking“ erreicht. Schon von Weitem sieht man die hohen gelben Stahlmasten in den Himmel ragen…imposante 54 Meter gesamte Höhe, wie wir später erfahren haben. Da wir noch genügend Zeit bis zur Führung hatten, war ein Besuch des zugehörigen Schaudepots im Hafen Museums die logische Folge. Dort gibt es sehr viele und sehr interessante Exponate rund um die Seefahrt zu besichtigen.

Alles, was den Hafen und somit Hamburg groß gemacht hat. Ausführliche Erklärungen an markanten Ausstellungsstücken bringen einem die Vergangenheit sehr verständlich nah.

Mit gelben Sicherheitswesten sind wir dann schließlich an Bord der Peking gegangen, die nach 34 Kap Horn Umrundungen als Frachtsegler 1932 ausgedient hatte. 1909 bestellt von der Reederei F. Laeisz und 1911 vom Stapel gelaufen. Die Peking war als Frachtschiff für die Salpeterfahrt aus Chile konzipiert. Salpeter war für die Dünger- und Schwarzpulverherstellung unerlässlich, somit waren die Fahrten sehr lukrativ. Insgesamt gab es 17 Viermastbarken und ein Fünfmast-Vollschiff der Reederei Laeisz. Der Stahlsegler war unter vollen Segeln mit 31 km/h deutlich schneller als die damaligen Dampfschiffe.

Von 1880 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs hat Chile das Monopl auf jenen Rohstoff, der in der ganzen Welt dringend gebraucht wird. Anfang der 1930er Jahre ist Chilesalpeter nicht mehr konkurrenzfähig, seitdem es künstlich und in großen Mengen hergestellt werden kann – das sogenannte Haber-Bosch Verfahren, das BASF groß gemacht hat.

1932 wurde die Peking als Internatsschiff für schwererziehbare Jungen nach England verkauft und 1974 weiter als Museumsschiff nach New York, wo sie vor sich hin rostete…bis sie schließlich 2016 wieder in Deutschen Besitz zurück kam, aufwändig restauriert wurde und seit 2020 als Museumsschiff am kleinen Grasbrook zu bewundern ist.

Die Namen der Segelschiffe waren auf den Spitznamen, bzw. auf die Frisur der Frau des damaligen Reeders zurückzuführen – Pudel. Alle nachfolgenden Schiffe begannen auch mit P. Die Flying P-Liner waren in der damaligen Zeit sehr fortschrittlich und mit hohem Qualitätsanspruch gebaut. So wurde u.a. die Brasswinde erfunden, die es sehr viel leichter machte die Rahen in den Wind zu stellen. Die Besatzung bestand nur aus 32 Mann. Beladen wurden die Schiffe vor Ort von Spezialisten, die die Ladung so verstauten, dass sie auch bei Sturm nicht verrutschen konnte. Die grausame Konsequenz, wenn das nicht gemacht wurde, ist mit dem Untergang der Pamir verbunden.

Eine „schlaue“ Idee von Anna hat noch für einen sportlichen Abschluß gesorgt. Warum den Bus nehmen? …bis zum Elbtunnel sind es nur 1,7 km…vielleicht! Tatsächlich waren es dann 4,4 km, die wir aber flott bewältigt haben und zur Belohnung wartete auch ein Eiswagen auf uns 😎