Nach dem etwas anstrengenden Ausflug nach Buxtehude, haben wir es zum 1. Mai etwas ruhiger angelassen, zumindest war das die Idee!
Da man am besten gut gestärkt in neue Abenteuer aufbricht, haben wir uns mit Magdalena und Oskar, die einige Tage in Hamburg geniessen, beim Airstream Pommeswagen am Hamburger Hauptbahnhof getroffen und zunächst die kartoffeligen Sonnenstrahlen gegessen 😎 Mit der sehr pünktlichen S-Bahn und nach einem knappen Kilometer zu Fuß hatten wir den „Hamburger Veermaster Peking“ erreicht. Schon von Weitem sieht man die hohen gelben Stahlmasten in den Himmel ragen…imposante 54 Meter gesamte Höhe, wie wir später erfahren haben. Da wir noch genügend Zeit bis zur Führung hatten, war ein Besuch des zugehörigen Schaudepots im Hafen Museums die logische Folge. Dort gibt es sehr viele und sehr interessante Exponate rund um die Seefahrt zu besichtigen.
Alles, was den Hafen und somit Hamburg groß gemacht hat. Ausführliche Erklärungen an markanten Ausstellungsstücken bringen einem die Vergangenheit sehr verständlich nah.






Mit gelben Sicherheitswesten sind wir dann schließlich an Bord der Peking gegangen, die nach 34 Kap Horn Umrundungen als Frachtsegler 1932 ausgedient hatte. 1909 bestellt von der Reederei F. Laeisz und 1911 vom Stapel gelaufen. Die Peking war als Frachtschiff für die Salpeterfahrt aus Chile konzipiert. Salpeter war für die Dünger- und Schwarzpulverherstellung unerlässlich, somit waren die Fahrten sehr lukrativ. Insgesamt gab es 17 Viermastbarken und ein Fünfmast-Vollschiff der Reederei Laeisz. Der Stahlsegler war unter vollen Segeln mit 31 km/h deutlich schneller als die damaligen Dampfschiffe.







Von 1880 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs hat Chile das Monopl auf jenen Rohstoff, der in der ganzen Welt dringend gebraucht wird. Anfang der 1930er Jahre ist Chilesalpeter nicht mehr konkurrenzfähig, seitdem es künstlich und in großen Mengen hergestellt werden kann – das sogenannte Haber-Bosch Verfahren, das BASF groß gemacht hat.
1932 wurde die Peking als Internatsschiff für schwererziehbare Jungen nach England verkauft und 1974 weiter als Museumsschiff nach New York, wo sie vor sich hin rostete…bis sie schließlich 2016 wieder in Deutschen Besitz zurück kam, aufwändig restauriert wurde und seit 2020 als Museumsschiff am kleinen Grasbrook zu bewundern ist.





Die Namen der Segelschiffe waren auf den Spitznamen, bzw. auf die Frisur der Frau des damaligen Reeders zurückzuführen – Pudel. Alle nachfolgenden Schiffe begannen auch mit P. Die Flying P-Liner waren in der damaligen Zeit sehr fortschrittlich und mit hohem Qualitätsanspruch gebaut. So wurde u.a. die Brasswinde erfunden, die es sehr viel leichter machte die Rahen in den Wind zu stellen. Die Besatzung bestand nur aus 32 Mann. Beladen wurden die Schiffe vor Ort von Spezialisten, die die Ladung so verstauten, dass sie auch bei Sturm nicht verrutschen konnte. Die grausame Konsequenz, wenn das nicht gemacht wurde, ist mit dem Untergang der Pamir verbunden.
Eine „schlaue“ Idee von Anna hat noch für einen sportlichen Abschluß gesorgt. Warum den Bus nehmen? …bis zum Elbtunnel sind es nur 1,7 km…vielleicht! Tatsächlich waren es dann 4,4 km, die wir aber flott bewältigt haben und zur Belohnung wartete auch ein Eiswagen auf uns 😎