Führung hinter den Kulissen der Kopenhagener Oper

Natürlich ist, wie überall, auf den großen Bühnen Sommerpause. So auch in Kopenhagen an der neuen Oper. Allerdings habe ich per Zufall entdeckt, dass es Karten für ein Führung hinter den Kulissen gibt. Das ist ja auch ziemlich interessant. Zumal man dabei auch meist etwas Insiderwissen erfährt.

Die Oper Kopenhagen verdankt ihre Existenz einer großzügigen Spende des dänischen Reeders Arnold Mærsk Mc-Kinney Møller, der zur Zeit der Schenkung 88 Jahre alt war und mit sanftem Druck eine Fertigstellung des komplexen Baus in nur 3,5 Jahren hin bekam…“Ich habe nicht mehr soviel Zeit!“, war seine Aussage! Er ist dann aber noch stolze 99 Jahre alt geworden. Dank ausgefeilter Akustik und modernster Bühnentechnik gilt das Opernhaus als einer der besten Opernsäle der Welt. Insgesamt 6 bewegliche Bühnen, auf den verschiedene Opern Aufführungen aufgebaut werden können, gibt es. So ist es möglich mehrere verschiedene Aufführungen in einer Woche anzubieten. Ein kompletter Bühnen Wechsel innerhalb von wenigen Minuten ist möglich…wenn man sein Handwerk versteht.

Der großzügige Mäzen sorgte mit teils eigenwilligen Wünschen für Aufregung, aber als sehr erfolgreicher Geschäftsmann, war es für ihn ein leichtes sich durchzusetzen…außerdem war er ja der alleinige Geldgeber. Die Sitze z. B. aus England kommend, sind in blauem Samt, anstatt rot wie in den meisten Opernhäusern, gehalten…und mussten einer 5 stündigen Sitzprobe standhalten, der Wagnertest 😉. Die Decke wurde aufwändig mit Blattgold belegt…1,5 Kilo Gold wurden verwendet…ohne dass es kitschig aussieht. Einzig Königin Margrethe II. hatte die Wahl. Die Königin konnte sich aussuchen wo sie die Königsloge haben wollte. Das verwendete Holz im Saal, wie außerhalb ist Ahorn…so behandelt, das es aussieht wie die Streich Instrumente im Orchester. Auf jede Kleinigkeit wurde geachtet.

Der Standort ist präzise gegenüber der Frederik Kirche, die ja auch Marmor Kirche genannt wird. Haargenau mittig…Rosshaargenau…die Reiterstaute von König Frederik V. ist ebenfalls genau mittig vor der Kirche aufgestellt.

…von innerhalb des Operngebäudes aufgenommen

Ja, die Begeisterung hat mich total erwischt. Dabei waren wir früh morgens schon im Ausnahme Zustand. Das Rathaus hat es ebenfalls in sich. Wir hatten keine Zeit für eine Führung, aber allein der optische Eindruck hat sich gelohnt.

Was eindrucksvoller war, kann ich gar nicht sagen, aber die Uhr mit all den Details ist schon unglaublich. Was Menschen alles schaffen…wenn sie nur wollen!

Nun noch ein Nachtrag zur Königlichen Bibliothek…heute kann ich ein Foto nachliefern. Man kann erkennen, wie die Gebäude in einander übergehen…neu zu alt.

Beim Schreiben ist mir, wie schon häufig, aufgefallen, dass ich teilweise vergessen habe zu fotografieren. Heute in der Oper ist mir das besonders aufgefallen. Die Informationen waren so spannend, das ich vergessen habe die Beweise zu fotografieren 😉aber man hat ja noch das Gedächtnis…

Zum Abschuss eines eh schon tollen Tages waren wir noch sehr gut essen! Man gönnt sich ja sonst nichts. NORRLYST…sehr zu empfehlen

Soweit die Füße tragen und die Schiffe fahren.

Abgesehen von einigen heftige Böen, die einen fast wegpusten, ist das Wetter uns gewogen. Mal Sonne, mal Wolken, aber kein Regen.

Nach einem gemütlichen Frühstück sind wir Richtung Schloss Amalienborg aufgebrochen. Der Weg führte uns über den nun sehr exklusiven Teil der gestern erwähnten Einkaufsstraße, bis zum Festplatz, der im Sommer mit schöner Blumenanlage aufwartet und im Winter zur Eislaufbahn umgewandelt wird. Von hier sind es nur wenige Meter zum malerischen Nyhaven…und es war kein Fehler vor 10 Uhr unterwegs zu sein. Alle Geschäfte sind noch geschlossen 😉

Bei Königs, also Schloss Amalienborg, konnten wir einen kleinen Wach-Wechsel beobachten. Frederic und Mary waren zwar zu Hause, aber gerade nicht verfügbar. Die markante „Marble Church“, die Marmor Kirche haben wir uns auch von innen angesehen. Schwanen Orgel und die hohe Kuppel sind sehenswert, außerdem eine gute Gelegenheit den Füßen eine Rast zu geben.

Weiter ging es zum Gefion Brunnen, der groß und imposant da steht und auch als Wunschbrunnen benutzt wird. Die Figurengruppe zeigt Gefion, die Asenjungfrau aus der germanischen Mythologie und ihre zu Stieren verwandelten Söhne, die mit einem Pflug eine Furche zwischen der Insel Seeland und Schweden herauspflügen um damit Seeland vom Festland zu trennen. Von einem sehr großen Wahrzeichen zu einem der kleinsten ist nicht sehr weit, man muss nur den unglaublichen Massen von Asiaten folgen, die alle ein Selfie mit der kleinen Meerjungfrau machen wollen…😳

Nach gut 10 000 Schritten wollten wir eine kleine Fährfahrt machen. Nur kurz das Hafenbecken queren, an der neuen Königlichen Oper einen Kaffee zu trinken…um dann gestärkt weiter nach Christiania zu gehen. Es wurde mehr. Wir sind quasi von den Landungsbrücken nach Finkenwerder gefahren, um zur Elbphilharmonie zu kommen. Also von hinten durch die Brust ins Auge. Dabei sind wir nur in die falsche Fähre eingestiegen. Anstatt eine Station nach gegenüber zu fahren, haben wir eine Rundfahrten durch die neue XL HafenCity Kopenhagens gemacht. Die Umwandlung vom gewerblichen Hafen zum bewohnten Hafen ist fast komplett. Die Irrfahrt hat uns aber sehr gut gefallen und den Füßen gut getan.

Die Oper schauen wir uns morgen noch genauer an. Christiania ist die einst freie Kommune. Da es aber zu hoher Kriminalität kam, wurde wieder der staatliche Riegel vorgeschoben. Optisch hat sich aber nicht viel verändert. Es sieht überall sehr alternativ aus. Das krasse Gegenteil war der anschließende Besuch in der neuen Königlichen Bibliothek. Architektonisch ein sehr neuer, angeschrägter Kubus Bau, der aber direkten Zugang zum Schloss Christiansborg hat…integriert ist die alten Bibliothek.

Schloß Christiansborg ist weltweit das einzige Gebäude, das alle drei Staatgewalten, Legislative (Folketinget), Exekutive (Statsministeriet) und Judikative (Højesteret) unter einem Dach vereint…und dazu noch die königlichen Prunkräume für Empfänge, Staatsbankette und sonstige mediale Ereignisse. Gleich nebenan ist die ehemals schöne alte Börse, die aber im April 2024 einem Dachdecker zum Opfer gefallen und abgebrannt ist. Der ganze Komplex, bzw. die Reste, sind eingehaust und werden mühsam und teuer wieder rekonstruiert. Am 26. September 2024 legte König Frederik X. den Grundstein für die Rekonstruktion der Börse.

Schloss Christiansborg auf Slotholmen

Ein schöner Tag mit vielen neuen Eindrücken geht zu Ende. Wir können nachvollziehen, warum die Menschen die hier leben so zufrieden und glücklich sind.

Städtetrip nach Kopenhagen

Lange als Wunschziel auf der Liste gehabt und nun endlich realisiert. Die Anreise haben wir wieder im Abenteuer Modus „genossen“. Reisen mit der Bahn bringt immer wieder neue Überraschungen. 90 Minuten vor Abfahrt hat die Bahn sich gemeldet und bekannt gegeben, dass der gelante Zug um 8:00 Uhr von Winsen nach Hamburg (mal wieder) ausfällt. Dass wir von vorneherein eh schon anders geplant hatten, wusste die Bahn ja nicht. Wir wollten den 7:39 Uhr Zug nehmen, was fast gut geklappt hat. Um 7:45 Uhr sind wir in den Zug der eigentlich um 7:21 Uhr fahren sollte eingestiegen, der 7:39 Uhr Zug hat vielleicht um 7:50 Winsen erreicht…war uns egal. Wir waren zeitig in Hamburg und konnten uns noch Verpflegung organisieren, da die „ins Ausland fahrende Züge“ keine Bord Gastronomie haben😣

In Hamburg hatten wir gut 30 Minuten lang Zeit, das tägliche Elend von der „Zug fällt aus“, „heute von Gleis??“, oder die „verspätet sich um… “ zu beobachten. Insofern hat es uns gewundert, dass wir nur mit 9 Minuten Verspätung von Hamburg Richtung Kopenhagen gestartet sind. Dass sich das noch wegen eines Oberleitungsschaden in Dänemark, auf über 30 Minuten angestaut hat, kam uns ganz gelegen. So hatten wir nur einen Cappuccino lang auf die Freigabe unseres Zimmers warten müssen. 😁 Unbedingt anzumerken ist noch, das mit dem überqueren der Grenze nicht nur Grenzpolizisten an Bord kamen, sondern auch kostenlose Lunchbags, die von dem Dänischen Bahn Personal verteilt wurden 👍👍

Die Zugfahrt an sich war ganz nett…beeindruckend über den Nord-Ostsee Kanal z.B. oder auch die Fahrt über den großen Belt, bzw. zur Hälfte unter dem Belt im Tunnel. Die angenehmen Mitreisenden im Abteil waren ein amerikanisches Ehepaar aus Alabama – am Golf von Mexico – ausdrücklich! Nicht am Golf von Amerika, und ein Ehepaar aus der Nähe von Stockholm…letztere berichteten, dass die Bahnzustände in Schweden weitaus schlimmer sind als in Deutschland. Ein totaler Renovierungsstau und keine Aussicht auf den Beginn. Vielleicht sind wir Deutschen einfach nichts Gutes gewohnt 😉😅

In Kopenhagen angekommen haben wir ohne große Diskussion den Weg zum Hotel gefunden. Ich wollte zwar lieber nach rechts, aber Uwes pfadfinderische Fähigkeiten sind viel ausgeprägter als meine…man könnte auch sagen, seine sind vorhanden, meine sind gut verborgen.

Wir haben gemütlich und in aller Ruhe die nähere Umgebung erkundet…Rathaus, Rathausplatz und auch die bekannte Einkaufsstraße „Ströget“…die längste in Europa (jedenfalls bei der Eröffnung 1962 – ein gutes Jahr 😉). Die unhandliche, schwere Einkaufstasche mit unserer Beute, haben wir im leichten Nieselregen ins Hotel gebracht. Nach einer kleinen Pause, haben wir ohne große Anstrengung, fast wie in Antwerpen, ein nicht so gutes Restaurant gefunden 😉. Wir sind satt geworden. Morgen geben wir uns mehr Mühe.