Soweit die Füße tragen und die Schiffe fahren.

Abgesehen von einigen heftige Böen, die einen fast wegpusten, ist das Wetter uns gewogen. Mal Sonne, mal Wolken, aber kein Regen.

Nach einem gemütlichen Frühstück sind wir Richtung Schloss Amalienborg aufgebrochen. Der Weg führte uns über den nun sehr exklusiven Teil der gestern erwähnten Einkaufsstraße, bis zum Festplatz, der im Sommer mit schöner Blumenanlage aufwartet und im Winter zur Eislaufbahn umgewandelt wird. Von hier sind es nur wenige Meter zum malerischen Nyhaven…und es war kein Fehler vor 10 Uhr unterwegs zu sein. Alle Geschäfte sind noch geschlossen 😉

Bei Königs, also Schloss Amalienborg, konnten wir einen kleinen Wach-Wechsel beobachten. Frederic und Mary waren zwar zu Hause, aber gerade nicht verfügbar. Die markante „Marble Church“, die Marmor Kirche haben wir uns auch von innen angesehen. Schwanen Orgel und die hohe Kuppel sind sehenswert, außerdem eine gute Gelegenheit den Füßen eine Rast zu geben.

Weiter ging es zum Gefion Brunnen, der groß und imposant da steht und auch als Wunschbrunnen benutzt wird. Die Figurengruppe zeigt Gefion, die Asenjungfrau aus der germanischen Mythologie und ihre zu Stieren verwandelten Söhne, die mit einem Pflug eine Furche zwischen der Insel Seeland und Schweden herauspflügen um damit Seeland vom Festland zu trennen. Von einem sehr großen Wahrzeichen zu einem der kleinsten ist nicht sehr weit, man muss nur den unglaublichen Massen von Asiaten folgen, die alle ein Selfie mit der kleinen Meerjungfrau machen wollen…😳

Nach gut 10 000 Schritten wollten wir eine kleine Fährfahrt machen. Nur kurz das Hafenbecken queren, an der neuen Königlichen Oper einen Kaffee zu trinken…um dann gestärkt weiter nach Christiania zu gehen. Es wurde mehr. Wir sind quasi von den Landungsbrücken nach Finkenwerder gefahren, um zur Elbphilharmonie zu kommen. Also von hinten durch die Brust ins Auge. Dabei sind wir nur in die falsche Fähre eingestiegen. Anstatt eine Station nach gegenüber zu fahren, haben wir eine Rundfahrten durch die neue XL HafenCity Kopenhagens gemacht. Die Umwandlung vom gewerblichen Hafen zum bewohnten Hafen ist fast komplett. Die Irrfahrt hat uns aber sehr gut gefallen und den Füßen gut getan.

Die Oper schauen wir uns morgen noch genauer an. Christiania ist die einst freie Kommune. Da es aber zu hoher Kriminalität kam, wurde wieder der staatliche Riegel vorgeschoben. Optisch hat sich aber nicht viel verändert. Es sieht überall sehr alternativ aus. Das krasse Gegenteil war der anschließende Besuch in der neuen Königlichen Bibliothek. Architektonisch ein sehr neuer, angeschrägter Kubus Bau, der aber direkten Zugang zum Schloss Christiansborg hat…integriert ist die alten Bibliothek.

Schloß Christiansborg ist weltweit das einzige Gebäude, das alle drei Staatgewalten, Legislative (Folketinget), Exekutive (Statsministeriet) und Judikative (Højesteret) unter einem Dach vereint…und dazu noch die königlichen Prunkräume für Empfänge, Staatsbankette und sonstige mediale Ereignisse. Gleich nebenan ist die ehemals schöne alte Börse, die aber im April 2024 einem Dachdecker zum Opfer gefallen und abgebrannt ist. Der ganze Komplex, bzw. die Reste, sind eingehaust und werden mühsam und teuer wieder rekonstruiert. Am 26. September 2024 legte König Frederik X. den Grundstein für die Rekonstruktion der Börse.

Schloss Christiansborg auf Slotholmen

Ein schöner Tag mit vielen neuen Eindrücken geht zu Ende. Wir können nachvollziehen, warum die Menschen die hier leben so zufrieden und glücklich sind.

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