Gent – Maldegem

Den gestrigen Ruhetag in Gent haben wir sehr genossen…mit allem drum und dran! 🤗 Pommes, Schokolade, Bier (ja, ich habe ein Bier genossen!) ein leckeres Abendessen beim Thai. Alles mit Cathrin und Edi. War das lecker. Den besten Senf ever haben wir natürlich auch gekauft.

Allerdings haben wir auch die Vorboten für den heutigen Tag zu spüren bekommen. Der Wind hat aufgefrischt 🌬️…quasi ein bisschen für heute geübt, denn heute kam der Wind beständig und sehr ausdauernd, fast immer kalt von vorne. Puh, vor zwei Tagen sind wir in kurzen Hosen gefahren und heute vermisse meine Winterklamotten. Ich fand die Kälte ja schlimmer als den Wind…als dann aber der Regen dazu kam, war ich schon mega genervt. Mein lautes Schimpfen hat der Wind jedoch einfach davon getragen. Zuerst hatten wir ja noch die Hoffnung, an den Regenwolken vorbei huschen zu können. Fehlanzeige. Sandalen mit Strümpfen zu tragen ist modisch schon voll daneben…allerdings war ich nach einer Baustellen Vorbeifahrt dankbar für meinen Mut zur Hässlichkeit. Was für ein Dreck! Matschiger, schwarzen Sand, oder ähnliches.

Die Route verlief heute in einem undurchschaubaren Zickzack Kurs. Unter anderem damit wir nicht schon mittags am Ziel sind😅

Ich kann mich noch nicht ganz entscheiden, was ich als heutiges Highlight herausheben soll? Irrungen und Wirrungen in Maldegem? Wir hatten das Ziel aus den Augen, bzw. aus dem Navi verloren…besser gesagt, das Hotel war gar nicht als Ziel gespeichert. Mit Smartphone und Komoot habe ich eine Route berechnen lassen. Immer gerade aus…und mit Rückenwind! Yeah. Das hat Spass gemacht. Allerdings mussten wir kurz vor unserem Hotel vom Radweg links abbiegen…einfach so eine autobahnähnliche Schnellstraße mit dem Rad queren 🙈. Etwas mulmig war mir schon zumute…ist aber echt so vorgesehen.

Im Hotel angekommen mussten wir feststellen, dass das dazugehörige Restaurant ausgebucht war. 😓 Also sind wir nach einer heißen Dusche wieder raus in die Kälte zum 4 Kilometer entfernten Grill Restaurant…der Hunger macht es möglich. Gut und lecker gestärkt, haben wir auch den Rückweg geschafft.

…wobei wir am Ende 69 Kilometer auf dem Tacho hatten 😊

Dendermonde – Gent

So, wie wir gestern Nachmittag irrwegig zum Hotel gefunden haben, ging es heute morgen weiter. Fälschlicherweise sind wir der Dender gefolgt und nicht der Schelde. Einmal nicht aufgepasst, oder noch geträumt. Das Navi hatte keine Schuld, vielleicht Uwe, der vergessen hat, die Route unserem Hotel anzupassen. Die war noch auf dem Stand vom letzten Jahr. So schlimm war der Umweg gar nicht, eher besser. Sonst hätten wir über eine stufige Schleuse schieben müssen. Nun konnten wir relativ bequem über die Dender radeln.

Der Radweg verlief, als wir ihn wieder gefunden haben, ziemlich direkt an der Schelde längs. Meist geteerter Radweg mit viel Natur und kaum Verkehr. Eine nicht fahrende Fähre hat mir dann einige Kilometer später eine Brücke erspart, die ich sehr interessant fand…ich wäre sogar freiwillig rüber, wenn ich gemusst hätte.

Gleich hinter Wetteren mussten wir Baustellen bedingt schottrige, sandige Umleitungen fahren, die aber sehr gut sichtbar ausgeschildert war. Grund: Eine Deichertüchtigung auf vielen Kilometern.

Irgendwie hat es heute nicht mit einer Kaffee- und Kuchen- Pause geklappt. Zum einen waren keine Örtlichkeiten am Radweg zu entdecken, (ganz im Gegensatz zu gestern) und zum anderen waren wir plötzlich schon kurz vor Gent. Also haben wir nur eine kurze Salami Pause gemacht und waren gegen 14 Uhr schon am Ziel 🌞 Uwe geht es „normal“…das antwortert er jedenfalls immer, wenn ich ihn frage: „Wie fühlst Du Dich?“ Schmerzen hat er hauptsächlich, wenn er niesen muß…was Gott sei Dank nicht so häufig vorkommt.

Frisch geduscht und guter Dinge haben wir uns sofort ins Getümmel gestürzt. Antwerpen war ja schon toll, aber Gent ist echt der Hammer. An der Sint-Michielsbrug war ich total geflasht. Der berühmte Blick auf die drei Türme von Gent! Sint Niklaaskerk, Belfried und St. Bavo Kathedrale! Wirklichkeit oder Traum? Gleich taucht bestimmt Harry Potter auf, oder andere Fabelfiguren! Wow, war das ein toller Anblick. Selbst Uwe als alter Reisehase war sehr beeindruckt. Gent kannte er bis dato auch nicht, was er als Fehler bezeichnete.

Nach einer Stärkung haben wir eine kleine Böötchentour genossen…im oben ohne Boot bei 23 Grad und mit einem Glas Sekt…was will man mehr.

Ein erster Überblick ist geschafft. Morgen haben wir den ganzen Tag zur Verfügung und zudem mit Cathrin und Edi nette Gesellschaft, die sich hervorragend in Gent auskennen…und ich nehme mir morgen auch frei und mach ne Blogpause 😎

Antwerpen – Dendermonde

Der erste Tag im Sattel war wunderschön. Zuerst hat uns das Navi, das Uwe gefüttert hat, sehr gut aus Antwerpen rausgelotst. Mit einer Fähre sind wir zur anderen Schelde Seite gewechselt und hatten dann Natur pur.

Renaturierte Moore wo eine große Vogel Vielfalt zu hören war. Mal führte die Strecke direkt an der Schelde entlang, dann wieder mehr im Hinterland. Interessantes gab es immer zu sehen. Da wir ein Teilstück des „Kunstradwegs“ geradelt sind, gab es auch Kunstwerke zu entdecken.

Gegen Mittag haben wir eine Stärkung in Form von Appeltarte mit Eis und Latte Macciatio genossen. Ich fand alles echt klasse, bis Uwe mir erzählen musste, „Witzig, dass da extra eine Fahrradbrücke angebaut ist.“ Na toll, meine Höhenangst wird in diesem Urlaub sehr aktiv bekämpft. 🙄

Ein ganz kleines Teilstück des Radwegs führte ziemlich chaotisch durch/vorbei an einem Industrie Betrieb. Seltsam hakenschlagend, unbefestigte Wege, teils herausfordernd durch einen Ort…aber, wenn alles nur glatt läuft, ist es ja langweilig.

Dendermonde begrüßte uns mit einer mächtigen Baustelle, die uns zunächst zum örtlichen Gefängnis geführt hat…da wollten wir lieber nicht nach Quartier fragen. Stattdessen haben Google bemüht und sind fast direkt vor unserer Unterkunft gelandet…so hintenrum, durch die Brust ins Auge und so…

Aus dem Stand waren wir beide schockiert. Das sah alles eher nach einem sehr zwielichtigen Etablissement aus…und der Fahrrad Abstellplatz erst 🙈…und das nach dem tollen Motel One in Antwerpen…

Wir mühten uns noch mit den diversen Öffnungscodes ab, als ein mega Jeep neben uns hielt…also nicht nur einfach ein Jeep. Ausgerüstet für eine schwere Wüstentour. Der Fahrer entpuppte sich als Chef des Ganzen. Mein Gedanke: „Das Geschäft muss sich ja lohnen,“ Uns wurde geholfen. Nett, kompetent und hilfsbereit. Ein Teil des Gepäcks wurde uns abgenommen. Eine steile Treppe über zwei Etagen hoch erreichten wir das Casa Luna Loft…inovativ, creativ, witzig und gar nicht das was wir erwarteten. Geniale Außendusche, witzige Einrichtung…nur das Bett ist nicht so meins…ein Höhen Bett…am Ende der Tour bin ich entweder geheilt, oder komplett geschädigt.

Die Restaurants im Ort haben wir nach „Montags geöffnet“ gecheckt. Das Cleophas in direkter Nachbarschaft hat montags geschlossen. Eins haben wir, fußläufig zu erreichen, gefunden. Montag halt. Satt und zufrieden genießen wir jetzt einen Kaffee.

Dendermonde Impressionen

Zu Fuß durch Antwerpen

Das „Schonprogramm“ für den heutigen Tag hatte am Nachmittag schon 16 000 Schritte. Einmal durch den interessanten, 572 Meter langen und 31 Meter tiefen St. Anna Tunnel unter der Schelde hindurch auf die andere Seite. 

Die Attraktionen in Antwerpen reihen sich wie eine Perlenkette aneinander.

Diverse Kirchen und Kathedralen die wir besichtigen wollten, waren wegen Gottesdiensten leider für die Touristen geschlossen. Auf der Suche nach einer weiteren Kirche sind wir schließlich am MAS Museum gelandet…wo es auch gleich eine hitzige Debatte gab.

Die Beschreibung im Reiseführer verhieß nichts gutes. Rolltreppen über 9 Etagen an der gläsernen Fassade entlang. Meine Höhenangst in mir wollte da nicht hoch. Uwe schon…irgendwie habe ich es nicht fertig gebracht Uwe alleine Rolltreppe fahren zu lassen. Voll doof!

Von den Autoren hat keiner das Haus besucht. Die Rolltreppen sind extra für Leute wie mich, ohne Blick nach draussen angelegt. Das Ziel, die Dachterrasse war auch angenehm groß und wenig beängstigend.

Anschließend hatte auch die St. Paulskerk geöffnet, die zwar restauriert wird, aber sehenswert ist.

Mittlerweile sind wir schon bei 23 000 Schritten und mit Edi und Cathrin unterwegs. Auch konnten wir die großartige Liebfrauenkathedrale besichtigen, die mit vier Werken von Peter Paul Rubens aufwarten kann.

Nach schönen Stunden mit Edi und Cathrin, inclusive einem sehr leckeren Essen haben wir uns für Mittwoch in Gent verabredet. Morgen wollen wir bis Dendermonde radeln…unfallfrei natürlich 😎

Die Relativitätstheorie

…oder, warum einfach, wenn es auch schwierig geht.

Morgens um 9:50 Uhr auf dem Bahnsteig in Hannover. Wenn wir mit der Bahn und den Rädern unterwegs sind, bin ich ziemlich hellwach. Heute war ich fast beruhigt, als ich nur 3 Fahrräder ausmachte, die in den IC Richtung Amsterdam wollten. Wo dann die anderen 5 SUV E-Bikes plötzlich herkamen, war mir unbegreiflich. Ganz spontan fällt mir der Spruch ein: „Wenn Dummheit leuchten würde, hätten wir kein Energieproblem“. Die schweren E-Bikes samt schwerem Gepäck durch den schmalen Eingang zu hieven ist nichts für eine Person. Von vorne ziehen (was ich dann gemacht habe) und von hinten schieben…dann das Rad im Gang stehen lassen und sich wundern, daß es nicht weitergeht als das nächste Rad kommt. 🙈

Ich habe zuerst unser Gepäck reingetragen und dann versucht Platz zu schaffen, damit es weitergehen konnte. Nach der vierten Durchsage, dass man einsteigen solle und die Türen schließen, ist selbiges wirklich passiert. Augenscheinlich ist auch das Stellplatz Roulette gut aufgegangen,da keine Beschwerden kamen.

Jetzt liegen Breda und Deventer als Umstiege vor uns…was ja auch noch lustig werden kann🙄

Warum schimpfen immer alle auf die Deutsche Bahn? Schlimmer geht immer. Das Umsteigen nach Breda war… auf der einen Seite einfach, da auf dem selben Gleis, auf der anderen Seite nichts für schwache Nerven, da es keine Anzeige gibt, wo denn der „eine“ Fahrradwagen hält. Die Auskünfte die wir auf dem Bahnsteig erhalten haben, fielen sehr unterschiedlich aus und enthielten zuviel von „vielleicht“ und „kann sein“! 🙈 Also, wir sind erstaunlich gut reingekommen, aber nur weil alle Räder, die im Zug waren, raus wollten. Es gibt ca. 5 – 6 Stellplätze. (In Freiburg würde das für 10 Räder reichen). Das ganze System wird ohne Reservierungen geführt. Wer Platz findet kann rein, und wer nicht, wartet auf den nächsten Zug. Sehr zuverlässig 🙄. Wie schon gesagt, nichts für schwache Nerven…und für meine schon gar nicht

Wie war das noch schlimmer geht immer? Und es kam schlimmer. Den Abschnitt Breda – Antwerpen haben wir ganz anständig geschafft. Auffallend ist aber, dass die diversen Auskünfte bezüglich Fahradabteil allesamt doof waren. Freundlich, aber doof.

In Antwerpen, auf der tiefsten Ebene angekommen, haben wir vergeblich einen Fahrstuhl gesucht und schließlich die Rolltreppen genommen…was sich wegen der Hecklastigkeit des Gepäcks, als nicht gut erwies. Auf der zweiten Rolltreppe habe ich hinter mir keine guten Geräusche gehört…als nächstes habe ich den gesamten Bahnhof zusammen geschrieen. Uwe lag auf der  Rolltreppe und das Rad stand sehr bizarr in die Höhe. Gott sei Dank Dank waren sehr hilfreiche Menschen hinter Uwe die ihm sofort geholfen haben und weiteres runter rutschen verhindert haben. Die erste Hilfe Tasche hat ihrem Namen alle Ehre gemacht…bis die Profis kamen. Glück im Unglück? Das wird sich morgen zeigen. Die Schulter ist geprellt. Das Bein hat ziemlich geblutet, was aber von den Profis gut behandelt wurde. Den wunderschönen Bahnhof von Antwerpen konnten wir nicht wirklich genießen.

Im Hotel genießen wir jetzt einen sehr guten Gin-Tonic. Die schöne Stadt sehen wir uns morgen an…so gut es geht.

Der Start: Winsen-Hannover

Eigentlich sollte es eine entspannte, kurze erste Etappe werden. Nur von Winsen mit dem Metronom nach Hannover, um dann noch entspannter am nächsten Morgen mit dem IC nach Antwerpen zu fahren. Allerdings entpuppte sich die Fahrt bis Uelzen als ein abwechsungsreiches „Tetris Spiel“ im Fahrradwagen in groß. Das hinterste Fahrrad muss an der nächsten Station raus, dafür wollen zwei neue rein…und noch eine beladene Sackkarre, drei Wanderer mit riesen Rucksäcken und Kinderwagen durften auch nicht fehlen. 

Erstaunlicherweise lief alles relativ gut ab. Ein helfendes miteinander, und eventuell auch die eine oder andere Droge haben die Fahrt recht amüsant gemacht. Auch die Gespräche, die man mithören „musste“, sorgten teils für Heiterkeit.

„Ich esse die Hühnerherzen immer roh, aber ich wusste nicht, dass da auch Salmonellen dran sein können.“ Gott sei Dank wurden die Folgen nicht in allen Einzelheiten erzählt. Des weiteren wurde noch berichtet, mit was man am besten eine Wunde desinfiziert. Die Vorschläge gingen von Tabasco, Salz, Pfeffer, Chilli Soße, drauf pinkeln, bis zu Alkohol, letzteres wäre aber viel zu schade, wurde befunden.

In Winsen hat es derweil sogar geregnet! Nach Wochen ohne einen Tropfen sogar recht üppig. Kaum ist man mal weg..

Ab Uelzen wurde es dann eher langweilig und sogar etwas luftiger. Die Ankunft in Hannover war fast pünktlich.

Nach dem einchecken im Hotel hat ein kleiner Spaziergang durch die Innenstadt von Hannover dann sogar wieder für Appetit gesorgt, nachdem der kleine Mittagssnack zu Hause etwas üppiger ausfiel.

Vier Eier

Was bei vier Eiern so rauskommt.😉

Seevengeti statt Gent

Eigentlich wären wir heute damit beschäftigt, die Fahrradtaschen möglichst sinnvoll für zwei Wochen Belgien und Niederlande zu packen. Leider ist etwas dazwischen gekommen 😖 Ein kleines, mieses, aber wirkungsvolles Bakterium, das Uwes Darm und Magen höchst unliebsam auf Trab gebracht hat. Die Wirkung ist ähnlich wie bei einer Darmspülung, nur dass der Magen auch mitmachen will 🤢. Schonkost und viel schlafen hat zwar Besserung mit sich gebracht, aber auch jegliche Kondition verschwinden lassen…die in den Beinen, und auch die vom Magen! Wir wollen ja bei einer Radtour nicht nur das Radeln genießen, sondern auch das gute Essen.

Belgien z.B. hat die größte Sternerestaurant Dichte gemessen an Einwohnern. Cathrin und Edi, die wir in Belgien treffen wollten, haben sehr davon geschwärmt und gemeinsame Essen stand auf dem Plan 😞…aber aufgeschoben, ist nicht aufgehoben. Neuer Versuch im nächsten Jahr!

Nun sind wir dabei, langsam mit Radfahren zu starten. Kleine 20 bis 30 km Runden, die die Beinmuskulatur wieder an die Arbeit gewöhnen, stehen jetzt auf dem Programm. Da es bei uns trocken, aber sehr windig ist, überlegen wir sehr genau wie wir fahren…am liebsten mit Rückenwind zurück.

Zwar kennen wir die nähere und auch weitere Umgebung wie unsere Westentasche, aber es gibt immer wieder neues zu sehen, oder altes präsentiert sich neu!

Die untere Seeveniederung, die auch „Seevengeti“ genannt wird, befindet sich in direkter Nachbarschaft des großen Rangierbahnhofs Maschen, bzw. entstand durch den Bau des Bahnhofes. Am Ufer des Steller Sees wurden unbrauchbare Sand- und Torfböden, aber auch Gestein zu einer ca. 10 ha großen Erhebung aufgeschüttet. Die Fläche blieb sich selbst überlassen und entwickelte sich zu vielfältigen Biotopen, die eher in der Steppe und nicht im Marschland zu finden sind…wie z.B. die Serengeti.

Das mittlerweile unter Naturschutz stehende Gebiet beherbergt auch das Junkernfeld mit seinen gut 2 Millionen Schachbrett Blumen die im Frühjahr blühen. Die größte Ansammlung der hübschen Blume in der Bundesrepublik Deutschland.

Der eigene Garten bietet zur Zeit auch einiges…fürs Auge und auch für den Magen 😃 Da die Temperaturen momentan eher zum Grog trinken einladen und nicht zum Aperol Spritz…tut es vielleicht nicht ganz so weh zu Hause zu bleiben.

Nachlese,

…oder Ziel erreicht.

Drei Wochen intensiven Radfahrens sind vorbei. Wir haben die 1100 Kilometer geschafft. Nun können wir wieder zum Alltagsradeln zurückkehren. Das sommerliche Wetter hat natürlich Einiges zum tollen Ergebnis beitragen und uns motiviert neue Strecken auszuprobieren. Ohne Regengefahr fährt es sich sehr viel entspannter.

Die Fahrt zu Ingo hatte wegen einer Baustelle und der daraus folgenden Umleitung, neue Reize bekommen. Bis wir die Umleitung gefunden hatten, sind wir erstmal im Kreis gefahren…..quasi umwegig zur Baustelle zurück. Dann sind wir der Umleitung gefolgt, nachdem wir sie wieder gefunden hatten. Der Weg erschien uns aber sehr umständlich und so haben auf dem Heimweg die dritte Variante probiert…sonst wird es ja langweilig.

Eine fast ganz neue Tour haben wir nach Hollenstedt gemacht…zur Hälfte war sie neu. Bis kurz hinter Hittfeld sind wir nach Buxtehude geradeaus weiter geradelt. Jetzt sind wir links in den Wald abgebogen und haben neues Gelände kennengelernt…auch neue Hügel. Puh, es war echt toll nach Hollenstedt runter zu rasen…aber im Hinterkopf drohte gleich der Gedanke, „Das müssen wir alles wieder hoch!“

Aber! Nach einem leckeren Aufenthalt in dem kleinen Feinkost Geschäft, einem netten Gespräch mit dem Chef von Basedahl, „Warum kommt ihr mit dem Fahrrad hierher, wenn ihr meinen Schinken doch bei Dirk Jurich in Winsen kaufen könnt?“ Ob er unsere Erklärungen – Rad fahren ist gesund, Hofladen besuchen, etwas erleben – verstanden hat, sei dahin gestellt, aber wir haben es uns gut gehen lassen und wurden sehr gut bedient.

Die Rückfahrt war in der Tat anstrengend, aber wir haben es sehr viel besser als gedacht geschafft. 80 Kilometer! Die vielen Kilometer haben bei uns zu einem neuen Konditionshoch geführt. Die Hamburg- und Zurücktour am nächsten Tag, mit 73 Kilometern für uns. Die Karten für das Weihnachtsoratorium wollten wir persönlich abholen. Seit Sonntag ist Edna für ein paar Tage zu Besuch und wir können unsere Beine nun auch mal wieder zum gehen benutzen 😃

Bunte Mischung

…Kilometer sammeln

Während der Eder-Lahn Tour ist uns das ja gut gelungen. Normalerweise machen wir nach einer Tour ein bisschen langsamer, nicht so diesmal. Vom 21.08.2023 bis zum 10.09.2023 ist ja bekanntlich noch Stadtradeln in Winsen und wir geben unser Bestes damit möglichst viele Kilometer zusammen kommen. Unser persönliches Ziel ist es, über 1100 Kilometer zu kommen. Die bisherige Bestmarke liegt bei 1090 Km im Jahre 2021. Man muss sich ja Ziele setzten…und auch mal andere Wege radeln.

Am Eichbaum See z.B. ist es traumhaft schön, besonders wenn die Ferien vorbei sind und es auch nicht mehr so warm ist. Dann ist das Radeln dort viel angenehmer und weniger bevölkert. Dort ist auch das Leistungszentrum für Rudern und Kanu zu finden, der Olympia Stützpunkt für Hamburg und Schleswig-Holstein. Weiter auf ruhigen Straßen an der Dove Elbe längs. Dove Elbe bedeutet „taube Elbe“…und nicht doofe Elbe, nur falsch geschrieben. Die Dove Elbe wird hauptsächlich mit dem Wasser der Bille gespeist…eine Verbindung zur Elbe gibt es über die Tatenberger Schleuse, daher gibt es in der Dove Elbe keinen Tidenhub. Eine sehr malerische, friedliche Gegend. Uns sind nicht nur schöne Aussichten aufgefallen, sondern auch nicht alltägliches Viehzeug 🐄🐷🐐 🪿

Kleine, wie auch große Runden bringen uns unserem Ziel näher. Für die verbleibende letzte Woche haben wir noch knapp 400 Kilometer vor uns. Da liegt es nahe, Ingo in Volksdorf zu besuchen. Immer wieder eine Reise wert! Nach Hollenstedt zur Schinkenmanufaktur Basedahl wollen wir noch, ebenso ist der Dahlien Garten in Hamburg noch auf der Wunschliste…die Amelinghausen Runde…ach, da gibt es noch so viele Möglichkeiten. Alles, was das Radlerherz begehrt. In Brietlingen bei Ann und Dieter🥰 Kaffee und Kuchen zu „schnorren“, ist auch immer wieder schön 🤩

Obernhof-Koblenz

…mit Bergwertung

Da unser Hotel nur „am“ Goetheberg lag, waren wir der Ansicht, dass es heute eher gemütlich nach Koblenz ging. Das Abendessen im angeschlossenen italienischen Restaurant war sehr gut. Vergleichbar mit Andronaco in Hamburg 😊…wir waren wohl etwas eingelullt, am andern Morgen kam das mühselige Erwachen🫣

Baustellen bedingt gab es nach 300 Metern gleich eine Umleitung…schlecht ausgeschildert über einen Campingplatz um dann quasi aus dem Stand 82 Höhenmeter zum Kloster Arnstein zu überwinden. Boh ey…und das mit vollem Bauch gleich nach dem Frühstück. 16 ausgeschilderte Prozente. Da wird einem ganz anders 🤢. Der Weg hoch hat noch einen guten Asphalt Belag…auf der anderen Seite runter ist es eine Buckelpiste. Und leider war es mit dem einen Anstieg nicht getan. Bis Bad Ems gab es eine Bergwertung nach der anderen. Uns kamen reichlich Radler entgegen…die meisten allerdings mit E-Bikes.

Bad Ems hat sich noch etwas vom kaiserlichen Kurbad Charme erhalten…obwohl der Putz stellenweise bröckelt. Der letzte Teil des Lahnradwegs hat devinitiv Sanierungsstau. Sehr schmaler Weg, an ungünstigen Stellen gerne Halbgitter, damit man bloß nicht schnell fahren kann, was bei den Kurven und knackigen Steigungen eh nicht geht. Lahnstein und Stolzenfels thronen hoch über dem Wasser.

Die Fähre von Lahnstein nach Stolzenfels gibt es auch nicht mehr. So sind wir rechtsrheinisch bis Koblenz gefahren…diverse Umleitungen eingeschlossen…jetzt höre ich aber auf zu nörgeln…Halt, einer geht noch…nachdem wir unser Hotel in Koblenz fachmännisch umzingelt haben, standen wir endlich auch davor. Leider bietet das Hotel keine Unterstellmöglichkeit für Fahrräder. Nun fristen sie ihr Dasein neben einer Litfaßsäule vor dem Hotel…sicherheitshalber haben wir noch ein weiteres Schloss im nahegelegenen Fahrrad Laden gekauft.

Da wir trotz aller Widerstände recht früh im Hotel waren, konnten wir noch einen kleinen Bummel machen. Zum geschichtsträchtigen deutschen Eck, wo kräftig für ein Musik Event aufgebaut wird, zur Basilika Sankt Kastor, wo wir mit Kerzen🕯 Gerda und anderen, sehr vermissten Verstorbenen gedacht haben. Für Dieter haben wir dem Rhein noch zwei Rosen 🌹🌹mit auf den Weg gegeben.

Bevor es zur Statistik geht, noch ein Wort zu meiner Rippen Prellung. Leider ist die noch vorhanden…am nervigsten wenn ich schlafen möchte…auch wenn die Schlafstatistik super aussieht…es sind einige Wachstunden dabei🥴