Die Relativitätstheorie

…oder, warum einfach, wenn es auch schwierig geht.

Morgens um 9:50 Uhr auf dem Bahnsteig in Hannover. Wenn wir mit der Bahn und den Rädern unterwegs sind, bin ich ziemlich hellwach. Heute war ich fast beruhigt, als ich nur 3 Fahrräder ausmachte, die in den IC Richtung Amsterdam wollten. Wo dann die anderen 5 SUV E-Bikes plötzlich herkamen, war mir unbegreiflich. Ganz spontan fällt mir der Spruch ein: „Wenn Dummheit leuchten würde, hätten wir kein Energieproblem“. Die schweren E-Bikes samt schwerem Gepäck durch den schmalen Eingang zu hieven ist nichts für eine Person. Von vorne ziehen (was ich dann gemacht habe) und von hinten schieben…dann das Rad im Gang stehen lassen und sich wundern, daß es nicht weitergeht als das nächste Rad kommt. 🙈

Ich habe zuerst unser Gepäck reingetragen und dann versucht Platz zu schaffen, damit es weitergehen konnte. Nach der vierten Durchsage, dass man einsteigen solle und die Türen schließen, ist selbiges wirklich passiert. Augenscheinlich ist auch das Stellplatz Roulette gut aufgegangen,da keine Beschwerden kamen.

Jetzt liegen Breda und Deventer als Umstiege vor uns…was ja auch noch lustig werden kann🙄

Warum schimpfen immer alle auf die Deutsche Bahn? Schlimmer geht immer. Das Umsteigen nach Breda war… auf der einen Seite einfach, da auf dem selben Gleis, auf der anderen Seite nichts für schwache Nerven, da es keine Anzeige gibt, wo denn der „eine“ Fahrradwagen hält. Die Auskünfte die wir auf dem Bahnsteig erhalten haben, fielen sehr unterschiedlich aus und enthielten zuviel von „vielleicht“ und „kann sein“! 🙈 Also, wir sind erstaunlich gut reingekommen, aber nur weil alle Räder, die im Zug waren, raus wollten. Es gibt ca. 5 – 6 Stellplätze. (In Freiburg würde das für 10 Räder reichen). Das ganze System wird ohne Reservierungen geführt. Wer Platz findet kann rein, und wer nicht, wartet auf den nächsten Zug. Sehr zuverlässig 🙄. Wie schon gesagt, nichts für schwache Nerven…und für meine schon gar nicht

Wie war das noch schlimmer geht immer? Und es kam schlimmer. Den Abschnitt Breda – Antwerpen haben wir ganz anständig geschafft. Auffallend ist aber, dass die diversen Auskünfte bezüglich Fahradabteil allesamt doof waren. Freundlich, aber doof.

In Antwerpen, auf der tiefsten Ebene angekommen, haben wir vergeblich einen Fahrstuhl gesucht und schließlich die Rolltreppen genommen…was sich wegen der Hecklastigkeit des Gepäcks, als nicht gut erwies. Auf der zweiten Rolltreppe habe ich hinter mir keine guten Geräusche gehört…als nächstes habe ich den gesamten Bahnhof zusammen geschrieen. Uwe lag auf der  Rolltreppe und das Rad stand sehr bizarr in die Höhe. Gott sei Dank Dank waren sehr hilfreiche Menschen hinter Uwe die ihm sofort geholfen haben und weiteres runter rutschen verhindert haben. Die erste Hilfe Tasche hat ihrem Namen alle Ehre gemacht…bis die Profis kamen. Glück im Unglück? Das wird sich morgen zeigen. Die Schulter ist geprellt. Das Bein hat ziemlich geblutet, was aber von den Profis gut behandelt wurde. Den wunderschönen Bahnhof von Antwerpen konnten wir nicht wirklich genießen.

Im Hotel genießen wir jetzt einen sehr guten Gin-Tonic. Die schöne Stadt sehen wir uns morgen an…so gut es geht.

Der Start: Winsen-Hannover

Eigentlich sollte es eine entspannte, kurze erste Etappe werden. Nur von Winsen mit dem Metronom nach Hannover, um dann noch entspannter am nächsten Morgen mit dem IC nach Antwerpen zu fahren. Allerdings entpuppte sich die Fahrt bis Uelzen als ein abwechsungsreiches „Tetris Spiel“ im Fahrradwagen in groß. Das hinterste Fahrrad muss an der nächsten Station raus, dafür wollen zwei neue rein…und noch eine beladene Sackkarre, drei Wanderer mit riesen Rucksäcken und Kinderwagen durften auch nicht fehlen. 

Erstaunlicherweise lief alles relativ gut ab. Ein helfendes miteinander, und eventuell auch die eine oder andere Droge haben die Fahrt recht amüsant gemacht. Auch die Gespräche, die man mithören „musste“, sorgten teils für Heiterkeit.

„Ich esse die Hühnerherzen immer roh, aber ich wusste nicht, dass da auch Salmonellen dran sein können.“ Gott sei Dank wurden die Folgen nicht in allen Einzelheiten erzählt. Des weiteren wurde noch berichtet, mit was man am besten eine Wunde desinfiziert. Die Vorschläge gingen von Tabasco, Salz, Pfeffer, Chilli Soße, drauf pinkeln, bis zu Alkohol, letzteres wäre aber viel zu schade, wurde befunden.

In Winsen hat es derweil sogar geregnet! Nach Wochen ohne einen Tropfen sogar recht üppig. Kaum ist man mal weg..

Ab Uelzen wurde es dann eher langweilig und sogar etwas luftiger. Die Ankunft in Hannover war fast pünktlich.

Nach dem einchecken im Hotel hat ein kleiner Spaziergang durch die Innenstadt von Hannover dann sogar wieder für Appetit gesorgt, nachdem der kleine Mittagssnack zu Hause etwas üppiger ausfiel.

Vier Eier

Was bei vier Eiern so rauskommt.😉

Nachlese,

…oder Ziel erreicht.

Drei Wochen intensiven Radfahrens sind vorbei. Wir haben die 1100 Kilometer geschafft. Nun können wir wieder zum Alltagsradeln zurückkehren. Das sommerliche Wetter hat natürlich Einiges zum tollen Ergebnis beitragen und uns motiviert neue Strecken auszuprobieren. Ohne Regengefahr fährt es sich sehr viel entspannter.

Die Fahrt zu Ingo hatte wegen einer Baustelle und der daraus folgenden Umleitung, neue Reize bekommen. Bis wir die Umleitung gefunden hatten, sind wir erstmal im Kreis gefahren…..quasi umwegig zur Baustelle zurück. Dann sind wir der Umleitung gefolgt, nachdem wir sie wieder gefunden hatten. Der Weg erschien uns aber sehr umständlich und so haben auf dem Heimweg die dritte Variante probiert…sonst wird es ja langweilig.

Eine fast ganz neue Tour haben wir nach Hollenstedt gemacht…zur Hälfte war sie neu. Bis kurz hinter Hittfeld sind wir nach Buxtehude geradeaus weiter geradelt. Jetzt sind wir links in den Wald abgebogen und haben neues Gelände kennengelernt…auch neue Hügel. Puh, es war echt toll nach Hollenstedt runter zu rasen…aber im Hinterkopf drohte gleich der Gedanke, „Das müssen wir alles wieder hoch!“

Aber! Nach einem leckeren Aufenthalt in dem kleinen Feinkost Geschäft, einem netten Gespräch mit dem Chef von Basedahl, „Warum kommt ihr mit dem Fahrrad hierher, wenn ihr meinen Schinken doch bei Dirk Jurich in Winsen kaufen könnt?“ Ob er unsere Erklärungen – Rad fahren ist gesund, Hofladen besuchen, etwas erleben – verstanden hat, sei dahin gestellt, aber wir haben es uns gut gehen lassen und wurden sehr gut bedient.

Die Rückfahrt war in der Tat anstrengend, aber wir haben es sehr viel besser als gedacht geschafft. 80 Kilometer! Die vielen Kilometer haben bei uns zu einem neuen Konditionshoch geführt. Die Hamburg- und Zurücktour am nächsten Tag, mit 73 Kilometern für uns. Die Karten für das Weihnachtsoratorium wollten wir persönlich abholen. Seit Sonntag ist Edna für ein paar Tage zu Besuch und wir können unsere Beine nun auch mal wieder zum gehen benutzen 😃

Obernhof-Koblenz

…mit Bergwertung

Da unser Hotel nur „am“ Goetheberg lag, waren wir der Ansicht, dass es heute eher gemütlich nach Koblenz ging. Das Abendessen im angeschlossenen italienischen Restaurant war sehr gut. Vergleichbar mit Andronaco in Hamburg 😊…wir waren wohl etwas eingelullt, am andern Morgen kam das mühselige Erwachen🫣

Baustellen bedingt gab es nach 300 Metern gleich eine Umleitung…schlecht ausgeschildert über einen Campingplatz um dann quasi aus dem Stand 82 Höhenmeter zum Kloster Arnstein zu überwinden. Boh ey…und das mit vollem Bauch gleich nach dem Frühstück. 16 ausgeschilderte Prozente. Da wird einem ganz anders 🤢. Der Weg hoch hat noch einen guten Asphalt Belag…auf der anderen Seite runter ist es eine Buckelpiste. Und leider war es mit dem einen Anstieg nicht getan. Bis Bad Ems gab es eine Bergwertung nach der anderen. Uns kamen reichlich Radler entgegen…die meisten allerdings mit E-Bikes.

Bad Ems hat sich noch etwas vom kaiserlichen Kurbad Charme erhalten…obwohl der Putz stellenweise bröckelt. Der letzte Teil des Lahnradwegs hat devinitiv Sanierungsstau. Sehr schmaler Weg, an ungünstigen Stellen gerne Halbgitter, damit man bloß nicht schnell fahren kann, was bei den Kurven und knackigen Steigungen eh nicht geht. Lahnstein und Stolzenfels thronen hoch über dem Wasser.

Die Fähre von Lahnstein nach Stolzenfels gibt es auch nicht mehr. So sind wir rechtsrheinisch bis Koblenz gefahren…diverse Umleitungen eingeschlossen…jetzt höre ich aber auf zu nörgeln…Halt, einer geht noch…nachdem wir unser Hotel in Koblenz fachmännisch umzingelt haben, standen wir endlich auch davor. Leider bietet das Hotel keine Unterstellmöglichkeit für Fahrräder. Nun fristen sie ihr Dasein neben einer Litfaßsäule vor dem Hotel…sicherheitshalber haben wir noch ein weiteres Schloss im nahegelegenen Fahrrad Laden gekauft.

Da wir trotz aller Widerstände recht früh im Hotel waren, konnten wir noch einen kleinen Bummel machen. Zum geschichtsträchtigen deutschen Eck, wo kräftig für ein Musik Event aufgebaut wird, zur Basilika Sankt Kastor, wo wir mit Kerzen🕯 Gerda und anderen, sehr vermissten Verstorbenen gedacht haben. Für Dieter haben wir dem Rhein noch zwei Rosen 🌹🌹mit auf den Weg gegeben.

Bevor es zur Statistik geht, noch ein Wort zu meiner Rippen Prellung. Leider ist die noch vorhanden…am nervigsten wenn ich schlafen möchte…auch wenn die Schlafstatistik super aussieht…es sind einige Wachstunden dabei🥴

Weilburg-Obernhof

…weiter als gedacht

Beim Frühstück hat es geregnet. Stört dann aber überhaupt nicht. Ein paar wenige Tropfen gab es später noch einmal, aber nicht viel, und schon gar nicht lange. Da wir dem Regen entgegengefuhren, war das Thema schnell durch. Die Wegstrecke war heute durchweg positiv…als wir aus Weilburg heraus fanden. Gestern haben wir entgegen unserer sonstigen Bergleistungen, den Fahrstuhl zur Altstadt, bzw. zu unserem Hotel genommen. Heute haben wir festgestellt, daß unser Hotel in den Hang gebaut ist, und dass man auch relativ bequem ohne Altstadt Fahrstuhl dort hin kommt 😅

Größtenteils sind wir heute in Sichtweite der Lahn und auf guten Wegen geradelt. Auf dem Wasser waren sehr viele Kanuten und Padler unterwegs.

Gestern waren einige wenige Teilstücke schon gewöhnungsbedürftig. Mit weniger Aufmerksamkeit findet man sich schnell auf der Autobahn nach Frankfurt wieder…was schon häufig vorgekommen ist, wie eine hinter uns fahrende Frau erklärt hat.

Eine mittelschwere Bergwertung haben wir in Limburg abgelegt. Über die ebenfalls alte Lahn Brücke erreichten wir direkt die schöne Fachwerk Altstadt, die sehr gut besucht war. Mühsam, durch steile Gassen mit Kopfsteinpflaster gelangten wir zum Dom. Von außen beeindruckend und von innen überraschend spielerisch anmutend, mit vielen Bögen, vergleichbar mit italienischen Kirchen. Eine kleine Stärkung zur Mittagszeit haben wir auch nicht verachtet.

Welch große Entäuschung, als wir wieder auf dem Radweg waren. Wir hatten uns eigentlich schon kurz vor dem Ziel gewähnt…tatsächlich waren es bis Obernhof noch 28 km. Ups! Gestern wäre ich ausgeflippt, heute hat es Spaß gemacht. Mich hat gestern wohl das schwüle Wetter geschafft, allerdings habe ich heute erst wirklich den Unterschied gemerkt…sonst wäre ich bestimmt nicht mit dem Fahrstuhl gefahren😉

Außerdem bin ich unglaublich froh, dass uns heute keine Polizei begegnet ist. Angeblich ist meine Spitzengeschwindigkeit heute 205 km/h gewesen…den Zeitsprung habe ich nicht mitbekommen!

Wetzlar – Weilburg

Zuerst aber ins Leica Museum

Bei der Hotel Buchung sind wir auf das Leica Museum aufmerksam geworden. Das Hotel allein ist schon eine Wucht, quasi eine eigene Fotoausstellung. Einzig beim Essen im hauseigenen Restaurant „Oskar’s“ fand ich es schon befremdlich, bei meiner Frage nach einem trockenen Rotwein zu hören: „Sehen Sie die blaue Flasche da? Die mit dem blauen Etikett!“ Ich war so perplex, daß ich gar nicht auf die Idee kam nach der Weinkarte zu fragen. Das Essen, wie auch der Rotwein waren jedoch klasse!

Das Leica Museum beschreibt ausführlich den Werdegang der Firma Leitz, mit Hauptaugenmerk auf die Erfindung der Leica Camera, der ersten Kleinbildkamera der Welt. Nach dem ersten Weltkrieg lag die Wirtschaft am Boden, Der Mikroskop Verkauf der Firma war rückläufig. Es war eine schwierige Entscheidung und ein Wagnis mit der Camera in Serien Produktion zu gehen. Die Vorteile waren jedoch nicht von der Hand zu weisen…statt 5 kg nun knapp 500 gr. welche auch noch in eine Jackentasche passten. Der unglaubliche Erfolg spricht für sich. Beeindruckend ist für mich auch die liberale, mitarbeiterfreundliche Einstellung. Einführung des 8 Stunden Tages, bezahlter Urlaub, Pensionskasse etc., sowie die riskante Rettung von Verfolgten während des Nazi Regimes.

Die steile Abfahrt hinunter in die schöne Altstadt war ein guter Test für die Bremsen…und bevor wir die interessante Stadt verließen, haben wir uns noch ein Eis gegönnt…im „Ponte Vecchio“…an der alten Lahn Brücke aus den 13 Jahrhundert.

Die heutige Etappe bis Weilburg wäre eigentlich ein Katzensprung für uns…wenn es bei Gegenwind nicht ständig rauf und runter gagangen wäre. Zur letzten Führung am heutigen Tag im Weilheimer Schloß haben wir es nicht mehr geschafft. Schieben wir es einfach auf Herrn Leitz und seine fähigen Mitarbeiter.

Mit einem Bummel durch die Altstadt, inclusive einem Besuch im gut gepflegten, sehr schönen Schloss Garten, haben wir uns auf das Abendessen vorbereitet 😉

Marburg-Wetzlar

…Glück gehabt

Wir waren sehr froh, dass wir uns gestern nach dem Essen noch aufgerafft haben die Altstadt zu erkunden und einige schöne Fotos zu machen. Heute morgen hätte man Marburg nur mit sehr vielen Lieferwagen fotografieren können.

Im Dunst und mit hoher Luftfeuchtigkeit, aber mit angenehmen Temperaturen sind wir losgeradelt. Der Lahn Radweg hat sich auch heute wieder mit viel Abwechslung präsentiert. Idyllisch mit Familie Storch, oder brutal mit riesiger Autobahn Brücke.

Der vorhergesagt Regen blieb gestern Abend und auch heute aus. Wir sind überein gekommen, dass Gerda 😇 nun von oben einen Blick auf uns hat. Wahrscheinlich hat sie Petrus in ein Gespräch verwickelt. Auf jeden Fall sind die dicken Regenwolken links und rechts an uns vorbei gezogen.

In Gießen genießen wir, wie schon so häufig „Käsekuchen“. Eine kleine Stärkung zwischendurch. Zwar haben wir heute nicht so viele Kilometer zu bewältigen, aber wie schon in den letzten Tagen liegt unser Hotel hoch auf dem Berg. Puh, das ist vielleicht ein mieser Anstieg und dann sind wir auch noch zu früh abgebogen und sinnfrei im Kreis gefahren…und haben so noch eine kleine Dusche von oben abbekommen.

Die Altstadt von Wetzlar ist auch eine Augenweide. Wie sagte heute jemand zu uns: „Ach sie fahren die Fachwerk Route.“ Das kann man wirklich so sagen. Heute wohnen wir aber nicht unten in der Altstadt, sondern oben bei Herrn Leitz im „Vienna by Ernst Leitz“. Nebenan ist das Leica 📷 Museum und ein Leica Shop 🙄 Das Museum wollen wir morgen früh besuchen (den Shop wohl auch😉) und anschließend noch die Altstadt erkunden.

Wie immer zum Schluss noch die Statistik. Vielleicht sollten wir noch den Wettbewerb für das originellste Höhenprofil ausrufen 🤔

Frankenberg-Marburg

…wir haben den Fluss gewechselt.

…und die Fließrichtung. Ersteres war ziemlich anstrengend, wie man dem Höhenprofil entnehmen kann und Zweiteres macht das Leben etwas leichter, da Wasser den leichteren Weg sucht. Uns gelingt das nicht immer.

Bis Hatzfeld hatten wir wenig zu beklagen. Uwes Augen leuchteten förmlich, als mit einem umgewidmeten Eisenbahn Tunnel, einige Kilometer auf einer sehr gepflegten Bahntrasse folgten. Das Erwachen war brutal. Mal eben den Fluss wechseln…dazu gab es eine kleine und eine längere Steigung zu bewältigen, was auch ohne Sonne schweißtreibend genug ist. Wir mussten bei 27 Grad den Bergrücken zwischen Eder und Lahn bewältigen. Dem langen Aufstieg folgte eine rasante Abfahrt…bergauf bei 7 bis 5 km/h 🥵 mindestens 30 Minuten lang, die Abfahrt mit einer Höchstgeschwindigkeit (lncl. bremsen) von 44 km/h…Juchu 😎 aber nach wenigen Minuten war der Rausch vorbei.

Der Lahn Radweg bietet bis Marburg sehr viel, von „neben der Bundesstraße“ bis hin zur wunderschönen Idylle. Wir hatten es zum Schluß eilig, da wir ein Gewitter im Schlepptau hatten. Die ersten Regentropfen fielen mit dem Ortsschild „Marburg“. Gott sei Dank sind wir aber trocken zum Hotel gekommen…was natürlich wieder hoch oben am Berg liegt, nur das Schloss liegt höher. In der herrlichen Altstadt von Marburg! Welch ein Flair, was für eine schöne Altstadt!…und der angekündigte, starke Regen hat sich anderswo niedergelassen😅

Neben der Statistik die gleich folgt, noch ein Wort zu meinen Rippen…speziell die auf der linken Seite. Eigentlich hatte ich ja gedacht, „ist nicht so schlimm.“ Gestern abend konnte ich mich dann plötzlich kaum noch ohne Schmerzen bewegen. Puh, das ließ erst nach, als wir uns heute den Bergrücken hoch quälten…also Schmerz mit Schmerz bekämpfen 🥴 Mal sehen wie es sich morgen anfühlt 🥳

Fritzlar-Frankenberg

…einfach wunderschön 👌

In Fritzlar den Berg wieder runter zu rollen ist gar kein Problem. Vorbei am alten Wachturm, hin zu den Ederauen. Der frühe Morgen ist noch etwas frisch, mit leichtem Dunst, aber die Landschaft einfach herrlich. Der Radweg verläuft mal links, mal rechts, aber immer in Fluss Nähe. Kurz vor der Edersee-Talsperre haben wir noch dem Trigema Outlet Store einen kurzen Besuch abgestattet 😎

Leider geht es recht steil zur Staumauer hoch, aber es hat sich gelohnt. Entlang des riesigen Stausees zu radeln ist ein Genuss. Es geht immer mal wieder rauf, aber Gott sei Dank auch wieder runter. Der große Buchenwald bietet bei Sonne und Wärme ein tolles kühlendes Walddach…mit teils prächtiger Aussicht auf den Stausee.

Irgendwann wird der Stausee zum normalen Fluss Eder. Der Radweg verläuft oftmals neben einer eingleisigen Bahnstrecke die von/nach Brilon führt. Ab und an gab es reizvolle Ausflüge in die umliegenden Berge…einmal sogar mit 20% Steigung…Uwe sagt, ich soll geschätzt schreiben…habe ich jetzt gemacht 🙂 gefühlt waren es sogar mehr…aber es gab auch friedliche Augenblicke.

Das heutige Hotel liegt natürlich wieder hoch oben auf dem Berg…gegenüber dem wunderschönen Rathaus. Abgesehen von den extrem steilen Straßen ist Frankenberg sehr reizvoll. Viel schönes Fachwerk und hier vermehrt mit Schiefer.

Während wir nun auf unser Essen, Matthias und Torben warten, lassen wir die Tages Etappe noch einmal Revue passieren. 70 reizvolle, abwechslungsreiche und anspruchsvolle Kilometer. Ein kleines Vergnügen hat es uns bereitet, wenn untalentierte E-Bike Fahrer am Berg schieben müssen und wir langsam, aber radelnd überholt haben 😎 man gönnt sich ja sonst nichts 😄

Es war toll mit Matthias und Torben zu klönen…ein leckeres Steak zu essen…und gemeinsam noch ein Eis zu schlabbern. Schöne Idee mal eben kurz zu Besuch zu kommen 👍

Zum Schluss noch etwas Statistik…

Eder – Lahn Tour,

oder von Kassel nach Koblenz.

Sehr häufiges Motiv zu Begin einer Radtour…8,5 Kilo Gepäck p.P.

Lange geplant, endlich in Angriff genommen. Uwe hat diese Tour schon seit einigen Jahren in der Schublade. Oft waren es andere Urlaube oder Touren die dazwischen kamen, Corona hat auch für Aufschub gesorgt, aber jetzt geht’s wirklich los. Schon die dritte Radtour in diesem Jahr.  Da wir das Fliegen aus Klima Gründen meiden, das Autofahren aus Fitness- und Klimagründen reduziert haben, genießen wir vermehrt das Radfahren. Seit gestern findet passender Weise auch das Stadtradeln in Winsen statt.

Die ersten zwei Touren haben wir komplett von zu Hause, nach zu Hause gemacht…ohne fremde Hilfe. Das ist schon ein tolles Gefühl!  Nun fahren wir mit der Bahn bis Kassel um dann auf eigenen Rädern Richtung Koblenz zu strampeln, um da dann wieder in den Zug nach Hause zu steigen.

Für die erste  Übernachtung  haben wir uns Fritzlar ausgesucht, nicht ganz weit weg von Kassel, aber da muss man ja erstmal ankommen…was sehr gut geklappt hat. Aus (Annas) Sicherheitsgründen haben wir von Winsen einen Zug früher (10 Minuten) genommen. Da es am frühen Morgen recht frisch war, hat die etwas längere Wartezeit auf den ICE für Gänsehaut und kalte Füße gesorgt, schließlich ist gerade mal Sommer, da ist man strumpflos unterwegs. Das Reisen in einem ICE 3 ist recht angenehm, wenn man zwei von den drei Fahrradstellplätzen ergattert hat 😉 Mir ist beim Fahrrad aufhängen schmerzhaft klar geworden, dass man am Besten nicht die eigenen Rippen zum abstützen benutzt…aber was soll Frau machen, wenn sie die Hände voll hat…(auf Uwe hören🥴 und warten😂)

In Kassel haben wir recht schnell den Radweg erreicht, der durch den wunderschönen Staatspark Karlsaue führt…mit Märchen Schloss und Wassergräben ohne Krokodile, aber mit Schwänen, Gänsen und Schulkassen. Des Weiteren bin ich noch angesprochen worden: „Sie haben so ein pinkes Outfit…waren Sie schon in Barbie?“ Ungefragt hat der Typ seine Meinung und die Story kundgetan. Jetzt wird es noch schwieriger Uwe von dem Film zu überzeugen…außerdem habe ich keine pinke Sandalen!

Zuerst an Fulda und später an der Eder entlang führte der Radweg auf teils ganz tollen Wegen, aber immer weg vom motorisierten Verkehr…und die Wegführung hat nicht jeden Hügel mitgenommen 😃. Der Weg blieb meistens im Tal. Bei Guxhagen und in Fritzlar hatten wir jedoch Gelegenheit einige Höhenmeter zu sammeln…und…mir hat keiner gesagt, dass Fritzlar und somit unser Hotel, auf einem Berg liegt.

Fritzlar ist aber eine schöne, sehr gut erhaltene Fachwerkstadt in Nordhessen, in der auch im Jahre 723 die Christianisierung in Nord und Mitteldeutschland ihren Ursprung nahm…für uns sind aber mehr der schöne Ortskern und die herrliche Landschaft ausschlaggebend gewesen. Rund um den Marktplatz und dem Dom sind sehr schöne, feenhaft schiefe Fachwerkhäuser zu bewundern.

Zum Abschluß noch die übliche Statistik. Bedingt durch schwüle Wärme und schmerzende Rippen war es zwar anstrengend, aber ein toller Tag mit sehr vielen schönen Eindrücken.