Eisfahrt

Was wir gestern an zuviel Kilometern zurückgelegt haben, war heute eher zuwenig. Dafür haben wir definitiv mehr Eis gehabt, als all die Tage vorher…und nicht unbedingt weil wir es gebraucht hätten, sondern weil wir die Gelegenheit dazu hatten! Obwohl es selbst in Dömitz zunächst Probleme gab.

Die Strecke entlang der Elbe bot sich so friedlich im warmen Sonnenschein dar…es war einfach herrlich. Wir beschlossen nach 20 Kilometern im uns gut bekannten Hotel Hafen Dömitz einen Kaffee zu trinken, oder ein Eis zu essen…nicht, dass wir nach dem guten Frühstück schon wieder Bedarf hätten, aber es bot sich die Möglichkeit. Nur gedacht. 11:30 Uhr und wir bekamen zu hören, dass erst um 12 Uhr geöffnet wird. Ok, nichts ist so, wie man denkt…also weiter in die kleine, alte Festungsstadt. 11:45 Uhr…“wir öffnen erst um 12 Uhr, aber sie können ja so lange warten“ 🙄…warten, doch nicht mit mir. Der dritte Laden hat wohl die Marktlücke erkannt und wir bekamen noch vor 12 Uhr ein Eis, sogar mit Eierlikör.

Über die Dömitzer Brücke sind wir zur südlichen Elbseite gefahren…um den Radweg dort auch mal zu befahren…was eigentlich von Schnackenburg aus geplant war, aber Quartier und Fähr Probleme haben das ja verhindert. Insofern heute ein total entspannter Tag. Außer sinnfreien Radweg Sperrungen gibt es nicht viel zu berichten…entweder man hat vergessen, dass etwas gebaut werden soll, oder man hat vergessen die Sperrung rückzubauen 😖

Abgesehen davon, es war herrlich. Die Elbe floss friedlich dahin, wir haben jede Menge Störche, Reiher, und sogar einige Kraniche im Tiefflug, Gänse, sowieso viele Greifvögel gesehen…und eine sehr große Bandbreite an Singvögeln gehört, im ganzen Wendland…Nachtigal, Buchfink, Spatzen und Meisen, sehr viele Schwalben, Singddossel, Dorngrasmücke, Rohrdommel, Fasane…und sehr schön den Pirol! Zuerst in Meuchefitz (ich muss diesen unglaublichen Ortsnamen endlich loswerden), dann um Lüchow und heute an der Elbe. Uwe hört den Pirol überall raus, ich muss die BirdNET App fragen…die uns schon oft etwas beigebracht hat.

Da wir recht früh in Hitzacker angekommen sind, haben wir zunächst, quasi direkt, den örtlichen Eisladen entdeckt…hier gab es sofort etwas, ohne weitere Uhrzeit Verhandlungen 🤩

Zeit genug für eine Besichtigung des historischen Ortskerns war natürlich auch vorhanden. Jede Menge Zwerge sind hier zu sehen…sehr viele Berufe sind vertreten…die genaue Bedeutung der Zwerge haben wir noch nicht herausgefunden…lecker essen muss ja auch sein 😎

die Strecke, ganz knappe 44 kilometer

P.S. Der Kuckuck fehlt noch in der Aufzählung…und die Feldlerche…

Überraschungen…

…oder, irgendwas ja ist immer 🙄

Der Blick aus dem Fenster heute Morgen zeigte uns, dass es geregnet hat. Wie schön. Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück sind wir um 10 Uhr gestartet, ohne Regen, aber natürlich mit Gegenwind…unser Bergtraining 🙄

fleißige Windräder

Über wenig befahrene Nebenstraßen, die wir meist für uns hatten, radelten wir noch durch einige Rundlingsdörfer, Straßendörfer und durch die Nemitzer Heide. Irgendwann, nach dem x-ten rechtslinks Schwenk, wurde es immer verlassener. Die Straße blieb jedoch in einem 1a Zustand. Keine Autos, da keine Orte, aber ein voll genialer Radweg…eigentlich Autostraße, nur ohne Autos. „Zonenrandförderung“, kommentierte Uwe meine Begeisterung!

Wir hingen noch so unseren Träumen nach…plums, da lag eine neue Realität in Form einer Sandpiste vor uns…Asphaltende, Sandpiste voraus…und was für eine. Anfangs noch fahrtauglich, was Uwe noch zu der Bemerkung hinreißen ließ, „Da kennen wir weitaus schlechtere.“ Was dann leider auch so kam. Wir fuhren, oder schoben parallel zur ehemaligen Zonengrenze die definitiv keinerlei Förderung bekommen hatte. 3 lange Kilometer, von Wirl bis zum Grünen Band, früher bekannt als Todesstreifen.

Nach einem kleinen Imbiss aus der Not Verpflegung, ging es auf besser werdenden Wegen zur Elbe…kein Café, kein Eiswagen…nix! Die ganz Gegend ist gastronomisch einfach Tot. Im Grenzland Museum in Schnackenburg haben wir schließlich gegen eine Spende einen Kaffee bekommen. Puh! Das Museum zeigt anschaulich die Unmenschlichkeit der damaligen deutsch-deutschen Grenze. Ein lohnenswerter Besuch…nicht nur wegen des Kaffees.

Etwas gestärkt machten wir uns auf die letzten 18 Kilometer mit Rückenwind…um nach knapp 10 Kilometern, „zufällig“ von einer alten Dame zu erfahren, dass die Fähre von Pevesdorf nach Lenzen gar nicht fährt 😫. Ein Anruf in unserem Hotel auf der anderen Elbseite bestätigte leider diese Auskunft. Grrrr…also 10 Kilometer zurück gegen den Wind und die Fähre in Schnackenburg nehmen😣…um dann endlich die letzten 18 Kilometer zu fahren. ☹️…Augen zu und durch 🙄

Die Temperatur hat sich im Laufe des Tages von frischen 13 Grad am Morgen auf sommerliche 22 Grad empor gearbeitet…wir waren dementsprechend ausgetrocknet, was man uns bei unserer Ankunft im Hotel angesehen hat. Das Alster Wasser stand so schnell vor uns…und war soooo lecker 🤗…wie später auch das Abendessen 👍

😎

Die Rundlingsdörfer

Da wir gestern von den anstrengenden Wegen und deren noch anstrengenderen Steigungen zu geschafft waren, haben wir den Ausflug zu Schlachtstätten früherer Zeiten ausfallen lassen. Ich hätte teilweise selbst handgreiflich werden können…es kommt nicht sehr häufig vor, dass man Berg runter schieben muss, weil es zu gefährlich ist zu fahren.

Das Frühstück im Truckerstop war ok. Es hat  genügend Kraft gegeben, uns und unsere Muskeln zu motivieren weitere Steigungen in Angriff zu nehmen. Heute aber auf Asphaltwegen und mit etwas weniger Gegenwind. Über den sind wir gar mehr nicht so böse, da wir deswegen trocken bis Lüchow gekommen sind. Der Wind 🌬️ hat das Regentief nicht an uns heran kommen lassen👍

Den eigentlichen Grund unserer Reise haben wir heute ausführlich, aber ohne Kaffee, oder ein Eis, besichtigt. Wobei besichtigt zuviel gesagt ist. Wir haben die interessanten Rundlingsdörfer gesehen, die Häuser und die runde Bauweise erkannt. Näher besichtigen kann man sonst nichts. Alle Gaststätten, Cafés oder ähnliches, waren geschlossen. Genug genörgelt. Sehenswert war/ist es trotzdem. 😊

Satemin ist im August 1850 fast komplett niedergebrannt, aber im selben Jahr identisch wieder aufgebaut worden. Schreyahn ist ebenfalls sehr gut erhalten. Von Himmelfahrt bis Anfang Juni findet die „Kuturelle Landpartie“ statt. Etwa 300 Aussteller zeigen auf Höfen und Ateliers ihre Künste.

Mehr oder weniger gemütlich sind wir nach Lüchow geradelt…die Hügel lagen hinter uns, an den Wind haben wir uns (fast) gewöhnt. Mit genügend Zeit bis zum Abendessen haben wir uns das Städtchen recht gründlich angeschaut…ein leckerer Latte Macciato, ein super leckeres Eis und rote Lederhandschuhe haben die Besitzer gewechselt😊.

Mangels Interesse haben wir uns nicht das „Rolling Stones Museum“ in Lüchow angeschaut…nur das Wandgemälde dazu. Hotel und Hotel Küche sind heute um Längen besser…obwohl die Preise ähnlich sind. Gestern war es ein Notnagel…Gott sei Dank kein Sargnagel.

lecker Dessert

😎

Auf geht’s,

…oder irgendwas ist immer. Der Tag fing ja freundlich an. Die Sonne am blauen Himmel, ein gutes Frühstück und eine Radtour vor uns. Schnell noch die Blumen gießen, etwas Verpflegung schneiden und, schon war es passiert. Mal eben den Kaffeebecher umgestossen 😭…das leckere Getränk ergoss sich über die Herdplatte und tropfte fleißig an den Schubladen herunter (auch hinein) und auf den Küchenboden. „Wat´n Malöör“, aber bis der Uwe aus der Maske kam, hatte ich alle Spuren beseitigt…und wenn ich nicht mit fünf Lappen, leicht bräunlich eingefärbt, die Wäscheleine angehübscht hätte 😉 wäre es gar nicht aufgefallen😄

Gut gelaunt und voller Tatendrang sind wir erst in Richtung Bardowick, dann zum Schiffshebewerk in Scharnebeck aufgebrochen. Der ständige und stärker werdende Gegenwind hat uns ebensowenig aufgeregt, wie die Baustellen. In Bardowick mussten wir einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, aber die gesperrte K 30 war cool. Die Straße war für den Autoverkehr gesperrt, aber die komplette linke Fahrbahn war als Radweg umgewidmet…eine sehr komfortable Sache👍

Was die Radwege anging, hatten wir damit das Beste hinter uns🫣. Gott sei Dank war uns das noch überhaupt nicht klar. Wir hatten uns erhofft, im Wald dem starken Wind zu entgehen, was im Prinzip auch geklappt hat, nur die Wege waren nicht sehr hilfreich, wobei es schon viel Fantasie und guter Laune bedurfte, um das Elend überhaupt als Weg zu bezeichnen…weg ja, aber nicht Weg.

Teilweise hatte man das Gefühl, als sei Hannibal mit seinen Elefanten gerade eben durch den Wald gezogen, andere Stellen waren von Schwerlastfahrzeugen mächtig aufgewühlt und eher komplett zerstört. Man kann sich bei solchen Widrigkeiten, in schlechter Laune ergeben, oder man versucht das Schöne zu sehen und das Blöde auszublenden. was heute erstaunlich gut geklappt hat. Selbst der ständige, unangenehm böige frontale Wind von 20 bis 45 km/h hat uns heute nicht klein gekriegt 😎

Ebensowenig unsere heutige Bleibe. Ein Truckermotel mit angeschlossener Pommesbude. Was solls. Sehr viel mehr gibt es z.Z. in dieser Gegend nicht. Das Zimmer ist sauber, hat ein Bett für die Nacht, und satt geworden sind wir auch.

Nach 67 recht anstrengenden Kilometern braucht man nicht mehr viel 🤣

Die Göhrde Tour

Was unsere Radtouren angeht, ist Uwe ja der Planer. Ich halte mich meistens raus, helfe (?) höchstens bei der Zimmerwahl, oder nörgel wenn etwas schief geht. Uwes Gelassenheit in der Hinsicht ist phänomenal…er hat in seiner Jugend bestimmt mal den „Ohm-Frosch“ verschluckt, der diese außergewöhnliche Geduld vermittelt. Diese Tour jedoch brachte mich auf die seltsame Idee im Vorwege zu recherchieren. Die Göhrde Tour zu den Rundlings Dörfern klingt ja sehr vielversprechend und hat auch einen geschichtlichen Hintergrund.

„Die historische Siedlungsform entstand im Mittelalter und ist weltweit nahezu einzigartig. Die ältesten Rundlings Dörfer bestehen seit mehreren Hundert Jahren. Die meisten erhaltenen Häuser der Rundlinge stammen aus dem 18. Jahrhundert. Da die Orte teilweise kaum gewachsen sind, hat sich ihre charakteristische Form erhalten. Damit das so bleibt, stehen viele Häuser in den Rundlingen und zum Teil ganze Dörfer wie etwa Saaße oder Jabel unter Denkmalschutz. Bis heute ist nicht endgültig geklärt, warum die Dörfer einst in dieser Form gebaut wurden, ob sie sich etwa aus ehemaligen Wehrdörfern oder Kultplätzen entwickelten. Klar scheint nur, dass Slawen im 12. Jahrhundert die ersten Orte in dieser Form anlegten. Historiker vermuten, dass die regionalen Grundherren in den runden Dörfern Siedler zusammenfassten, die zuvor vereinzelt wohnten.“ (Bericht vom NDR)

So weit, so gut. In die Suchzeile sollte aber tunlichst „Rundlings Dörfer im Wendland“ eingeben werden und nicht wie ich es gemacht habe, einfach so „Göhrde“ …nur weil Uwe immer von der Göhrde Tour spricht. Gibt man nur Göhrde in die Suchleiste ein…und schaut man sich dann die Auto-Vervollständigung an…so taucht sehr prominent „Göhrde Morde“ auf! Doch nicht etwa diese Göhrde, wo wir hin wollen? Die vor unserer Haustür!…vielleicht gibt es in Bayern auch eine Göhrde? Aber NEIN! Es ist die Göhrde im Wendland. Wikipedia ist für Details sehr auskunftsfreudig. So ist zu lesen, dass der „erste“ Doppelmord im Jahr 1989 stattfand…(aber eher Ende Mai). „Der Täter entwendete den Opfern einen Picknickkorb und nahm die Autoschlüssel des Paares an sich. Mit deren Honda Civic flüchtete er aus der Göhrde und ließ den Wagen 300 Meter vom Bahnhof in Winsen an der Luhe, eine kleine Stadt im Speckgürtel Hamburgs, stehen“ Als ich das Uwe vorgelesen habe, vermerkte er lakonisch, das der Fundort des Autos die Bäckerei sei, wo wir regelmäßig eingekauft haben…bis er Pleite gemacht hat.

Der zweite Doppelmord geschah ausgerechnet am Tag der Entdeckung des ersten Doppelmordes…ach herein! Wer will das denn wissen!

Irgendwie hat mir das die Recherchefreudigkeit etwas verhagelt…selbst als ich schließlich entdeckt habe…sehr viel weiter unten im Bericht, dass der „mutmaßliche“ Täter mittlerweile (1993) verstorben sei, die grausigen Vorkommnisse längst verfilmt waren, „Das Geheimnis des Totenwaldes“ und dass der größte zusammenhängende Mischwald Norddeutschlands längst wieder friedlich ist! Jetzt sehe ich unseren fünftägigen Ausflug doch etwas anders…ob ich noch untersuche wie nahe wir dem Tatort kommen? Morbide Gedankenwelt! Den Realkrimi, den es in der ARD Mediathek sogar als Serie zu sehen gibt, schaue ich mir jedenfalls höchstens nach der Tour an.

Ganz in der Nähe vom Tatort (ja, ich habe den Tatort recherchiert🙄)…besiegte am 16. September 1813 die alliierte Nordarmee (vor allem russische und preußische Truppen) etwa 20 Kilometer westlich von Dannenberg bei Lüben (im Landkreis Lüneburg) die französischen Truppen Napoleons 1. in der Schlacht an der Göhrde.

…aber, bevor es überhaupt losgehen kann, muss noch gepackt werden…und das ist schwierig geworden. Verlässliche Jahreszeiten, oder den schrumpfbaren Kleiderschrank gibt es ja nicht. Es sind zwar nur fünf Tage, aber gefühlt drei Jahreszeiten🫣 was es nicht leichter macht zu packen. Zur Zeit ist in den wenigen Tagen von 12 Grad bis 21 Grad alles möglich…natürlich auch was Regen, Wind (Gegenwind), Hagel oder Sonne angeht. Schnee gibt es aller Wahrscheinlichkeit nicht…also vielleicht nicht…und in vier Stunden sieht die Vorhersage schon wieder ganz anders aus🙄 lassen wir uns einfach überraschen 😎

Steampunk Festival Buxtehude

…oder, die Grundkondition ist wieder da!

Tagelange, genaueste Beobachtungen der Großwetterlage haben sich als überflüssig erwiesen. Buxtehude, oder Brot backen? Was an welchem Tag? Samstag, oder Sonntag nach Buxtehude um das Steampunk Festival zu besuchen. Eine Woche lang hat sich der Samstag als der schönere, der wärmere vorhergesagt. Tatsächlich wurde dann sehr kurzfristig aus kaum Wind, plötzlich 20 km/h mit Böen bis zu 40 km/h…die Temperaturen haben sich auch nach unten angepasst. Warme 17 Grad verringerten sich auf kühle 12 Grad. Immerhin durchgehend sonnig 😊 Wir sind trotzdem frohgemut mit dem Rad Richtung Buxtehude aufgebrochen…kalter Gegenwind, aber die Harburger Berge haben dafür gesorgt, das uns nicht zu kalt wurde…

2018 sind wir zufällig auf einer Radtour in diese coole Veranstaltung gestolpert. Zunächst waren wir sehr unsicher…wird ein Flim gedreht? Die Leute sehen so spacig aus, wie aus einer anderen Welt. Vielleicht „Versteckte Kamera“? Mit großen Augen sind wir durch die historische Stadt gegangen und nachdem unsere Hirne wieder funktionierten, haben wir erfragt um was geht. Tja, Corona hat nachfolgenden Veranstaltungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Um so größer war die Freude als es in diesem Jahr wieder losging.

„Steampunk ist ein Phänomen, das als literarische Strömung in den 1980ern auftrat und sich zu einem Kunstgenre, einer kulturellen Bewegung, einem Stil und einer Subkultur entwickelt hat. Dabei werden einerseits moderne und futuristische technische Funktionen mit Mitteln und Materialien des viktorianischen Zeitalters verknüpft, wodurch ein deutlicher Retro-Look der Technik entsteht“

…ist auf Wikipedia erklärend zu lesen. Und die Fantasie der Besucher/Teilnehmer ist unglaublich. Die Verkaufsstände auf dem Festival sind das eine, aber erst die verkleideten Besucher geben der Veranstaltung das besonderen Flair.

Viel zu schnell ging die Zeit vorbei, gab es doch so viel zu sehen. Aber wir wollten auch den Rückweg per Fahrrad bewältigen. Unsere Räder sind im Vergleich zu diesen fahrbaren Untersetzen ja sehr simpel und eher langweilig…

Für die Statistik…der Rückweg war zwar 5 km länger, da wir die Harburger Berge umfahren haben, aber mit Rückenwind waren wir 20 Minuten schneller. Insgesamt 94 Kilometer. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung…und noch mehr mit dem Erlebten 😎

Nationalpark Kellerwald-Edersee

Der Märzwinter ist nicht die beste Jahreszeit um einen Ausflug an den Edersee zu machen, aber lohnenswert allemal! Der Nationalpark Kellerwald-Edersee gehört seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe und besteht größtenteils aus Buchenwäldern. Da wir im Sommer eine Eder-Lahn Radtour machen wollen, kamen wir auf die Idee schon mal etwas Gelände zu erkunden. Der Nationalpark hat eine Fläche von 7688 Hektar, also genügend Fläche, Wald und Wasser um mindestens einen kompletten Urlaub hier zu verbringen. Zwei Tage dienen eigentlich nur für einen sehr groben Überblick.

Staumauer vom Edersee 48 Meter hoch.

Nach 3 Stunden Fahrt auf leeren Autobahnen sind wir zielgerichtet direkt zur Staumauer gefahren und haben das sonnenbestrahlte Schloss Waldeck hoch oben in der Ferne gesehen. Ziemlich viel rauf runter…steil rauf runter. Das wurde uns sofort klar.

Quartier haben wir in Waldeck, direkt gegenüber dem „Schloss Waldeck“ bezogen. Zum Schloss haben wir dann auch noch einen schönen Spaziergang mit tollen Aussichten gemacht.

Der heutige Tag begann mit leichtem Schneefall, der sich aber bis nach dem Frühstück schnell in Wohlgefallen auflöste, die Temperatur blieb aber erfrischend. Für heute hatten wir uns eine kleine Wanderung vorgenommen…und Wanderwege gibt es sehr viele! Uwe hat im Vorwege eine 11 km Route, die Teilstücke des Urwaldsteigs beinhalteten, auf den Garmin geladen…empfohlen von der Tourismusinformation. Dass es nur knapp 8 km wurden, lag an der schlechten Beschaffenheit des Weges und an größer werdenden Hindernissen auf dem kleiner werdenden Weg…der wohl schon seit geraumer Zeit nicht mehr kontrolliert worden ist.

Ein ziemliches Problem waren die vielen Steine. Teilweise unter dem Buchenlaub verborgen, machten sie den Weg zu einer eher wackeligen Sache. Als eine Baumkrone samt Baumstamm den Pfad vollständig und weitläufig versperrte und der Versuch das Problem zu umgehen, schließlich scheiterte, sind wir umgekehrt. Der steiler Geröllhang hat uns komplett ausgebremst, ebenso der einsetzende gesunde Menschenverstand! Diverse Unfälle in der Vergangenheit haben uns zum Umkehren bewogen. Die Lindenberg Spitze haben wir somit verpasst, aber genügend geschwitzt haben wir trotzdem 😉

Wie der Buchenwald angezogen aussieht, erleben wir dann hoffentlich im Sommer. Uns hat der Tag trotzdem sehr gut gefallen. Morgen geht es für einen ganz kurzen Besuch nach Eversberg und weiter nach Hause.

Heimreise

…sehr gemütlich.

Da wir für heute erst ab 14:48 Uhr einen ICE mit Stellplätzen für Fahrräder bereits vor zwei Monaten buchen konnten, blieb genügend Zeit durch die Einkaufsstraßen zu Schlockern…

Uns war gestern schon aufgefallen, dass die Stadt Duisburg viel für die Optik tut. Sehr schöne und üppige Blumendekorationen, die allein schon für einen guten Eindruck sorgen. Leider sind die Geschäfte auch sehr einladend. So haben wir den Gewichtsvorteil durch das Paket gleich wieder großzügig aufgefüllt. Selbst der Uwe hat etwas gekauft 🥳

Da wir gut und ohne vorzeitiges Türenschliessen, in den ICE einsteigen konnten, genießen wir wir jetzt die angenehme Zugfahrt. Im letzten Wagen ist es selten voll und allein das ist schon angenehm.

Noch sind wir nicht sicher, ob wir mit dem Rad nach Hause radeln, oder ob wir den Metronom testen…laut App fahren sogar wieder mehr Züge Richtung Winsen. Wir können ja Gott sei Dank spontan entscheiden. In jedem Fall werden alle Züge, die von Hamburg kommend in Harburg halten, knall voll sein. Wegen eines LKW Brands genau unter der nagelneuen S-Bahn Brücke „Elbbrücken“, ist das allgemeine „9 Euro-Ticket- plus Baustellen-Chaos“ noch erheblich gesteigert worden. Unsere sportliche Leistung ist heute eher sehr mau. Ein leckerer Eiscafé heute Mittag hat die Bilanz nicht verbessert!

Da, ebenfalls spontan, die Idee auf eine Pizza Lieferung Gefallen fand, haben wir jegliches Glücksspiel mit der Regional Bahn sein gelassen und sind gleich mit eigenen Kräften fröhlich und gut gelaunt gen Sonnenuntergang geradelt…ok, die Sonne war noch gar nicht im untergehen und wie Uwe feststellte, wir können aus der Richtung höchstens in den Sonnenaufgang radeln…aber es klingt so gut…Lucky Luke reitet am Ende ja auch immer in den Sonnenuntergang…glaube ich jedenfalls.

Eine sehr schöne Tour ist zu Ende. Wir sind sehr zufrieden…die anstrengenden Stunden verblassen und die schöne Feier, das fröhliche Wiedersehen mit Allen überstrahlt alles! Es war sehr, sehr schön. Wir freuen uns schon auf die nächsten Feiern ❤

Letzte Etappe Duisburg

Nach den schönen „Feier-Tagen“ in Neuss fiel es uns fast schwer wieder auf das Fahrrad zu steigen. Die gestrige „Diamantene Hochzeitsfeier“ war sehr schön. Angefangen mit der Messe am Morgen. Die launigen Worte des Pfarrers, passten sehr gut zum Jubelpaar. Die Örtlichkeiten bei Möbel Höffner kannten wir ja noch von Dieters 75. Geburtstagsfeier. Dort gab es wieder reichlich zu essen und zu trinken und natürlich zu erzählen…es war sehr schön mal wieder soviel Familie und Bekannte zu treffen und es ist schon erstaunlich was man alles essen und trinken kann 😅

…zumal wir uns abends nach der Feier gleich wieder mit Magdalena, Oskar und Iris im „Mauerwerk“ getroffen haben. Überhaupt schien die Stadt im Feier Modus zu sein…Vorfeiermodus trifft es wohl eher. Nächstes Wochenende ist großes Schützenfest…da wird ganz Neuss eine einzige Feier sein!

Nach dem Frühstück haben wir uns von Magdalena und Oskar verabschiedet. Mit etwas weniger Gepäck, da wir die Festkleidung plus etwas Schmutzwäsche, und Kleinigkeiten wieder im Paket verstaut hatten und gestern Iris gleich wieder mitgegeben haben. Die Gute hatte ja schon vor einer Woche fast das selbe Paket in Empfang genommen 👍

Die letzte Etappe verlief bis auf wenige Ausnahmen fast immer in Sichtweite des Rheins. Wir haben fast jede Schleife mitgenommen. Einige „Chemparks“ haben für kleine Umfahrungen gesorgt. Insgesamt war es aber ein schöner Weg. Gute Planung von Uwe sorgte für einen direkten Weg zum Duisburger Hafen. Den wollten wir ja schon auf der Ruhrtal Radtour beradeln, was aber von einem Unwetter verhinderte.

„Der Duisburger Hafen ist der größte Binnenhafen der Welt und die führende Logistikdrehscheibe in Zentraleuropa.“

Diese Informationen sind von „duisport. de“ über das Jahr 2021. Die schiere Grösse ist schon überwältigend und vom Fahrrad nur schwer sichtbar. Einige Brücken boten Einblicke nach links und rechts, aber insgesamt kam man sich recht klein vor.

Zum Abschluss noch die Statistik: Wir sind jetzt bei knapp 470 Kilometern angelangt. Morgen stehen dann noch die letzten Kilometer vom Harburg nach Winsen an…zuvor aber noch die Zugfahrt von Duisburg nach Hamburg‐Harburg.

Rheinfahrt

Ganz entspannt, ohne jeglichen Stress sind wir heute morgen in Siegburg losgeradelt. Das Wetter war einfach traumhaft! 20 Grad und bedeckter Himmel. Kein „Lass uns früh los, da sind die Temperaturen noch erträglich“, und auch keine Regenausweichmanöver…Der hat sich leider woanders niedergelassen. Die Landschaft sieht schon arg vertrocknet aus und der Rhein ist als großer, kräftiger Strom nicht mehr als solcher zu erkennen.

Mit zwei kleinen Baustellen, die wir einfach ignoriert haben, da auch keine Umleitung vorhanden war, erreichten wir gemütlich den Rhein und die Fähre.

Die weitere Fahrt rheinabwärts verlief unspektakulär. Wir haben uns nicht von weiteren Baustellen beeindrucken lassen. Wir gehen einfach davon aus, dass der Radweg verbessert wird. Landschaftlich erlebten wir einen ständigen Wechsel von Industrieanlagen und wunderschöner Natur. Die große Anlage in Wesseling mussten wir weitläufig umfahren…aber das gehört dazu. Ohne Industrie geht es nun mal nicht. Der Rhein ist sehr stark befahren, aber die Schiffe sind nicht voll beladen, da das bei dem geringen Wasserstand nicht möglich ist. Eine Bäckerei haben wir zur rechten Zeit gefunden, so dass die letzten Kilometer nach Köln gar keine Mühen bereitete.

Dank recht früher Ankunft und frühem Check-In, blieb genügend Zeit die Beine mal anders zu beschäftigen. Der Kölner Dom ist immer einen Besuch wert und ausserdem ein sehr schöner Ort um an die zu denken, die nicht mehr bei uns sind.

Unsere Beine sind das Schlockern an Schaufenstern und Sehenswürdigkeiten vorbei, nicht mehr gewohnt. Beine hoch und Blog schreiben ist die Alternative nach einem leckeren Abendessen…und noch ein bisschen EC2022 München schauen…“Flieg Mihambo! Flieg!“