Siegburg…

…jetzt liegen die Berge aber wirklich hinter uns!

Wir sind heute – nach einem sehr leckeren Frühstück – mit der Vorstellung losgeradelt, dass die Berge und Anstiege nun hinter uns liegen. Weit gefehlt!

Als „warm up“ mussten wir kurz hintereinander viermal die Sieg überqueren, über teils sehr phantasievolle Konstruktionen. Dass uns nicht schwindelig geworden ist 😵‍💫 Ansonsten sind wir bis auf diese „Brücken“ gemächlich und genussvoll am Fluss entlang geradelt.

Wir haben allerlei Federvieh bei der Futtersuche sehr gut beobachten können…bis dann plötzlich der nicht aufhören wollende Berganstieg uns aus unseren Träumen riss. Sehr hinterlistig natürlich! Zuerst mussten wir sehr abrupt auf die Bundesstraße wechseln! Man wollte schon das Meckern über Radeln auf der Straße anfangen, als wir das Elend kommen sahen 🫣

Rechts auf eine Nebenstraße und knackig ansteigend natürlich. Zur Erholung haben wir auf halber Höhe ein Wetter Video geschaut. Dem Regen sind wir jedenfalls entwischt. Die paar Tröpfchen waren wirklich nichts zum nass werden.

So wie das Eichhörnchen sich ernährt, sind wir mühsam, langsam, aber fahrend den Berg hinauf gekommen. Für viele ist es wahrscheinlich nur ein Hügel, aber wir fühlten uns (die ganzen Tage) wie im Trainingslager für die nächste Tour de France…man darf ja nicht unsere erschwerten Gepäck Bedingungen vergessen…bis jetzt ist es etwas weniger geworden. Altes entsorgt und (noch) nichts Neues gekauft 😅

Noch zu erwähnen sei, dass Uwe eine dicke Lippe hat…er hat sie aber nicht riskiert und ich war es auch nicht. Unbemerkt, auf der Suche nach Kaffee und Kuchen in Hennef wurde die Lippe plötzlich dick. Ein Kühlpack aus der Apotheke und 30 Minuten Ruhe haben gut getan. Es tut nichts weh, wobei Uwe nie klagt…nur manchmal, wenn ich zu doll nerve 😂

Dass es uns gut geht, kann man auch daran sehen, dass wir nach unserem sehr leckeren Essen im Brauhaus noch einen Spaziergang zur mittlerweile geschlossenen Abtei „hoch“ gemacht haben. Die alte Abtei, deren Gründungszeit im Jahre 1064 liegt, trohnt in 118 Metern Höhe auf dem Michaelsberg, dem Wahrzeichen der Stadt Siegburg.

Immer wieder…

…auf und nieder!

Nach dem gestrigen bedeckten Tag, begleitete uns heute wieder den ganzen Tag die pralle Sonne 🌞. Als wir unser fragwürdiges „Ressort“  nach dem Frühstück verlassen hatten, fanden wir nicht sofort den richtigen Berg  um die Stadt in die gewünschte Richtung zu verlassen. So ganz glücklich waren wir mit Betzdorf eh nicht. Das Hotel war zwar sauber, aber sehr merkwürdig und lieblos. Das bargeldlose Zahlen war im nahegelegenen Restaurant nicht möglich und als wir schließlich nach einem Fussmarsch den passenden Geldautomat gefunden hatten, sahen wir sofort ein nettes Restaurant wo man natürlich mit Karte zahlen konnte. Ob es Zufall war, dass Polizei und Zoll am Morgen allerlei kontrollierenden Aufwand am Markt betrieben?…wir wurden aber nicht angehalten ☺️

Die ersten Kilometer mit der fast schon üblichen Steigung ging es noch an der Bundesstraße entlang…fast komplett mit Radweg…aber nur fast. Gott sei Dank fand sich immer wieder ein Teilstück Radweg an der Sieg, abseits der Straße. Der Radweg ist ein ziemlicher Flickenteppich. Mache Teilstücke sind idyllisch und ruhig, und andere sind einfach nur doof…und steil!

Im übrigen haben wir es heute geschafft einen Berg zu weit nach oben zu kraxeln. Es fehlt dann einfach die Energie um sich zu ärgern…aber die Abfahrt war klasse👍

Der schweißtreibende Teil des Tages ist vorbei. Nun sitzen wir frisch geduscht im Garten unseres altehrwürdigen Hotels und sind in freudiger Erwartung auf den Pizza Lieferdienst🙄 Unglaublich aber wahr. In der näheren Umgebung hat jedes Restaurant, selbst der Döner Laden um die Ecke heute RUHETAG! Gott sei Dank erleichtert uns ein gut gefüllter Kühlschrank die Wartezeit 🍻

Über Stock und über Stein

…oder wir sind Kummer gewohnt.

Heute Nacht sind wir von sehr ungewohnten Geräuschen wach geworden. Es hat geregnet! Ziemlich heftig sogar. Entsprechend angenehm war heute die Temperatur. Bei ca. 24 Grad ist das Radeln sehr viel angenehmer…und Eis essen ist trotzdem klasse.

Mit einem gut gefüllten Bauch sind wir von Olpe Richtung Siegen gestartet. Es hat nicht lange gedauert, bis wir auf erste Hindernisse stießen. In Wenden, wo Bitte herkommt, findet bis Dienstag die „Wendsche Kärmetze“ statt…das größte Volksfest in Südwestfalen. Der ganze Ort ist ein einziger Kirmesplatz. Wir hatten Mühe dem Radweg zu folgen, bzw. diverse Sperrungen zu umfahren.

Später haben dann festgestellt, dass es vielleicht gar nicht schlecht gewesen wäre vom „Siegerland Radweg“ abzukommen. Seinen Namen als Radweg hat er jedenfalls nicht verdient. Nicht nur, dass es ständig rauf und runter ging – (kennen wir ja schon) teilweise war die Beschaffenheit selbst für gute Mountainbikes eine Zumutung…und wir haben beladene Trekking Räder! Dann gab es plötzlich Teilstücke an der viel befahrenen Bundesstraße…und immer wieder Abkürzungen den Berg rauf und auf der anderen Seite runter.

Die rasante Abfahrt durch Oberholzklau bis nach Niederholzklau, hat aber sehr viel Spaß gemacht 😁. Die wirklich ungemütlichen Teilstücke waren zwischen Siegen und Betzdorf…Gott sei Dank hatten wir vorher noch ein sehr gutes Eis gegessen…so war mein Nörgeln (vielleicht) nicht ganz so ausgeprägt…

Auch wenn die Strecke heute nicht so schön war, hatten wir trotzdem unsere Freude ☺

Bergbahntrassen?

Wir haben uns ja nun schon fast mit dem Bergischen Land angefreundet. Heute morgen ging es zumindest für einige Kilometer auf alten Trassen weiter.

Unsere Beine schaffen wieder was! So haben wir nur kurz mit den Schultern gezuckt, als wir abbiegen mussten. Wie heißt es so schön: „Wat mutt, dat mutt!“…wieder so ein „Berg-Panorama-Radweg“

Ob es nun am täglichen Training lag, oder ob die Steigungen moderater waren, heute haben wir fast alle fiesen Anhöhen fahrend bewältigt…und wenn ich an diese geniale Abfahrt denke…mit 14% und qualmenden Bremsen den Berg runter. Das war ähnlich gut wie von Mallnitz runter ins Drautal. Natürlich hat es nicht gequalmt, aber bei den Kräften die auf die Bremsen einwirken, konnte man fast damit rechnen. Ich habe mich auf jeden Fall sehr über die gelungene Reparatur meiner Bremsen 1 Tag vor Tourstart gefreut. Die hatten nämlich Öl verloren und das Bremsen war schwierig bis gefährlich.

Der heutige Tag steht mehr unter dem Motto Talsperren-Vorbeifahrt. An fünf (Kerspe-, Lingese-, Brucher-, Genkel- und Aggertalsperre) sind wir vorbeigefahren und an Nr. 6, der Bigge Talsperre haben wir Quartier im BiggeSeeFront bezogen.

Die Temperaturen waren heute etwas freundlicher. Es ist unter 30 Grad geblieben und vereinzelt tauchten sogar Wolken auf. Allerdings sind kühlende Tunnelfahrten immer noch sehr beliebt. Die Eiscafé Dichte lässt zwar immer noch zu wünschen übrig, aber spätestens, wenn man kurz vor einem Schwäche-, Nörgelanfall ist taucht so eine rettende Oase auf.

Bahntrassen mit Alpe d’Huez

Uns war ja klar, dass es gleich wieder steil nach oben ging. Den Anstieg zu der schönen Nordbahntrasse haben wir aber gerne in Kauf genommen. Die nächsten 20 schönen Kilometer sind wir gemächlich gen Vohwinkel gerollt…sind auf die Korkenzieher Bahntrasse gewechselt…die ebenso schön dahin rollt. Leider gab es ein ziemlich böses, bzw.  schweißtreibendes Erwachen.

Der Abzweig nach Burg führte uns über Stock und Stein…durch Wald und unter der Müngstener Eisenbahn Brücke hindurch, der höchsten in Deutschland. Gott sei Dank nicht überweg.

Ja, dass war richtig anstrengend. Ich glaube wir waren die Einzigen weit und breit, die ohne E-motorik unterwegs waren…und dazu noch jeweils 9 Kilo Gepäck dabei hatten.

Wir haben uns das Ganze einfach schön geredet. „Der Wald sieht ja wildromantisch aus.“ „18% runter, 10% rauf, da bleiben ja nur 8% übrig.“ Jammern bringt einen nicht den Berg rauf…Käsekuchen schon eher. Und es ist auch nicht verkehrt „oben“ an der nächsten Tanke auch noch ein Eis zu genießen.

Aus dem Nichts waren wir dann plötzlich wieder auf einer Trasse unterwegs. Der unsägliche Panorama Radweg…der deutlich mehr steigend, als auf der Höhe verlief, lag hinter uns. Wir sind einfach rechts abgebogen…und der Weg hat es nicht gemerkt🤣 Plötzlich war alles wieder schön…und das Ziel nur noch 10 km entfernt…kein Problem, wir sind Helden! Mit jedem schönen Kilometer verblassen mindestens 10 schlechte 🤣

Da wir heute Abend schon wieder in einem Brauhaus gelandet sind, wurde schon eine Umbenennung der Tour von „Bahntrassen“, – in „Brauhaus“ Tour vorgeschlagen… 👍Auf dem Marktplatz ist heute (uns zu Ehren?) etwas Remmidemmi…an dem wir so gar kein Interesse haben. Uns beschäftigt viel mehr…können wir das Fenster heute Nacht auflassen…und schlafen!?

Bochum

…ich komm aus Dir. Bochum, ich fahr weiter auf schönen Bahntrassen.

Erstaunlicherweise sind wir relativ pünktlich in Bochum angekommen. Nur 12 Minuten Verspätung und es war eine angenehme Fahrt, als wir erstmal im Zug waren…Uwes Hinterrad wäre in Harburg fast ausgesperrt worden, aber mit vereinten Kräften habe ich die Tür am Schließen gehindert…und der Zugchef hat sich später entschuldigt.

Die Morgenstunden empfanden wir sehr angenehm, als wir um 8 Uhr von Winsen nach Harburg geradelt sind…in Bochum aus dem Zug steigend, hatten wir das Gefühl vom Kühlschrank in den Backofen zu wechseln. Gott sei Dank hat der liebe Uwe sehr gute Strecken ausgesucht. Größtenteils alte Bahnstrecken, die sinnvoll umgewidmet sind…und mittlerweile ein schützendes Blätter Dach bieten.

Für Baustellen und mangelnde Eiscafés an der Strecke, kann man den Uwe nicht verantwortlich machen. Eine Umleitung hat uns zielsicher zum höchsten Berg in der Umgebung geführt…die andere war auch nicht viel besser, nur deutlich kürzer. Die Tankstellendichte ist Gott sei Dank recht groß und immer ist eine gefüllte Eistruhe vorhanden, was an Tagen wie diesen sehr hilfreich ist.

Drei schöne Tunnel konnten wir auch genießen. Die Temperaturen dort sind ähnlich erfrischend angenehm wie im alten Elbtunnel…eine Mini Abkühlung.

Nun lassen wir den warmen Abend im Wuppertaler Brauhaus ausklingen…die Mass Radler zu heben ist eine Herausforderung, die man genießt.

Noch ein Wort zu den Steigungen. Ich finde „Bergisches“ Land gewaltig untertrieben…es hat fast schon alpinen Charakter. Von der schönen Bahntrasse „runter“ nach Wuppertal war zwar angenehm, aber morgen früh mussen wir wieder hoch…und morgen früh wird sie bestimmt noch steiler sein!

Die Wuppertaler Schwebebahn gibt es natürlich auch…fährt fast durch unser Zimmer 😅

Nachlese

Unsere beschauliche und gemütliche kleine Radtour ist schon vorbei. Der Alltag hat uns wieder fest im Griff. Die stimmungsvolle Gartenparty sollte aber unbedingt eine Erwähnung wert sein. Sie war ja schließlich der Grund für die kleine Reise. Die kurze Strecke von Barmstedt nach Neumünster war natürlich kein Problem. Das Wetter schon eher. Gemütlich zu radeln und frieren, oder sich warm strampeln? Wenn da nicht die dunklen Wolken vor uns gewesen wären! Wir hatten wohl das taktisch richtige Verhalten angewandt, so dass wir weder nass wurden, noch deutlich gefroren haben.

Ausserdem gibt es unterwegs Interessantes zu entdecken. Bis dato kannte ich die Vollmeile nicht und schon gar nicht einen Vollmeilenstein! Vollpfosten hingegen kenne ich einige 😉

Neumünster hatten wir mittags schon erreicht. Eine gute Gelegenheit um Kaffee und Kuchen zu genießen. Etwas Warmes braucht der Mensch. Offiziell ist der Check-in im Hotel erst um 16 Uhr…da sollte die Party anfangen. Nachdem wir uns gestärkt hatten, sind wir nach dem Motto: „fragen kostet nichts“ schon früh am Hotel gewesen. Unsere Packtaschen hätten bestimmt schon mal parken können…aber, wie wunderbar! Wir konnten schon um 13 Uhr das coole Zimmer in Beschlag nehmen …in unserem Alter braucht man ja so seine Zeit 😅…auch für ein Spaziergang zum Blumenladen am Bahnhof blieb noch Zeit.

Das Alte Stahlwerk ist ein Designer Hotel mit recht coolem Ambiente. Industrie Design mit sehr gelungenen Graffiti. Immer wieder entdeckt man Neues! Vor zwei Jahren haben wir im Hotel zum ersten Mal übernachtet. Immer wieder gerne…zumal der Fussweg zur Gartenparty sehr überschaubar ist.

Dem Dresscode „Flowery“, sind wir in sehr dezenten Hawaiihemden und ich mit frisch gekaufter Blume im Haar, sehr treffend nachgekommen. Leider waren die Temperaturen nicht wirklich sommerlich. Auf die gute Laune und fröhliche Stimmung hatte das aber keinen Einfluss, sonst beibt man nicht, wie die Mehrzahl der Gäste, von 16 Uhr bis fast Mitternacht 😉

Die Heimfahrt am Sonntag war aufgeteilt. Bis Hamburg Hauptbahnhof sind wir mit dem pünktlichen ICE gefahren. Anschließend sind wir wieder selbst tätig geworden. Mit dem 9 Euro Ticket und der Großbaustelle zwischen Harburg und Winsen, ist jegliches Zugfahren auf der Strecke am Besten zu vermeiden. Die Bahnsteige in Hamburg sind sehr drängelig voll, da ist man froh, schnell dem Gewusel zu entkommen. Mit 31 km die kürzeste Etappe, aber bei ungewohnten 29 Grad die schweißtreibendste. In den 4 Tagen hatten wir eine ziemliche große Temperatur Spanne zu bewältigen. Von 15 bis knapp 30 Grad.

Arboretum Ellerhoop

Vor zwei Jahren, auf unserer „Schleswig-Runde“, fehlte die Zeit um das Arboretum zu besuchen. Für das große Gelände sollte man mindestens 2 bis 3 Stunden einplanen…und für langsames Gehen angezogen sein. Das Temperaturen Roulette zeigte sich heute von seiner kühlen Seite. Vor zwei Tagen konnten wir uns bei 39 Grad kaum bewegen und heute kommt das Thermometer mühsam auf 20 Grad.

Nach einem leckeren Frühstück sind wir an der Elbe, natürlich voll gegen den Wind, bis zur Haseldorfer Marsch gefahren. Vorbei an „Mutter und Kind“ Gruppen.

Auf dem Fahrrad hatten wir uns schnell warm geradelt. Es kam uns gar nicht so kalt vor. Im Arboretum hingegen, das wir gegen 11 Uhr erreichten, machte sich die leichte Fahrrad Kleidung unangenehm bemerkbar. Es gab viel zu bewundern, man blieb stehen, las Erklärungen und machte natürlich Fotos.

Mamutbäume sind seit jeher für mich faszinierend. Der künstliche Rumpf hier, ist eine Nachbildung des größten Baums, der in den USA steht. In diesem Rumpf wurde 2013 ein echter, 40 Jahre alter Mamutbaum gepflanzt. Um die Größe des Originals zu erreichen braucht er noch unglaubliche 2000 Jahre, also ca…es können auch 500 Jahre mehr werden.

Die diversen Themengärten sind sehr schön angelegt und in den jeweiligen Blühjahreszeiten noch sehenswerter. Der Bauerngarten ist jetzt ein Augenschmaus. Wann besucht man am Besten die Kamelien? Neben einigen sehr schönen Exoten ist uns aufgefallen, dass jemand Verantwortliches eine Vorliebe für Lilien haben muss. Die sind in Massen überall im Arboretum zu finden.

Man hätte noch Stunden im Park verbringen können, allerdings wurde uns immer kühler. Der Wunsch nach etwas Warmen wurde dringlicher. Kaffee und Kuchen haben uns schnell wieder fit gemacht. Leider kann man, selbst auf so einer mini Radtour, schlecht frische Pflanzen einkaufen…und der Hofladen hatte soviele davon. Nie ist ein Anhängerverleih da, wenn man ihn braucht!

Unsere nächste Station, bzw. der Übernachtungsstop ist Barmstedt. Der am Rantzauer See gelegene Ort war schnell erreicht, so dass wir noch genügend Zeit hatten uns die Sehenswürdigkeiten der Schloss Insel in aller Ruhe anzusehen. Auf dem weitläufigen Gelände sind überall Kunstwerke zu berwundern. Das Schloss im See ist beliebt als Hochzeitslokalität. Das Gefängnis hat sich mittlerweile komplett zum Cafe gewandelt. Der Pförtner war gleichzeitig Gerichtsdiener und durfte auch eine „Krugwirtschaft“ betreiben.

Zum Schluss noch die Statistik…die kleine Statistik. Unser bisheriger Tagesdurchschnitt ist sonst deutlich höher, aber gemütlich können wir auch. Heute waren wir auf Besichtigungs Tour…morgen sind wir auf Gartenparty in Neumünster.

Elbabwärts

Eine Radtour starten, und sich über Regen freuen, eine unbekannte Größe für uns. Aber nach den sehr heißen Tagen, ist Regen sehr gewünscht…zumal er sich uns angepasst hat. Unglaublich aber wahr. Der Reihe nach:

Nach einem gemütlichen Frühstück sind wir gestartet, als der wenige Regen vorbei war. Gestern gab es soviel unterschiedliche Wetter-Regen-Unwetter-Modelle, dass wir auf mehr gefasst waren. Wir hätten uns sogar über deutlich mehr gefreut.

So sind wir im Trockenen gestartet und waren schnell auf altbekannten Wegen, über die sehr schöne Alte Süderelbbrücke (Radfahreres Traum) in Harburg, dann Wilhelmsburg, wo wir an „Ernst-August seinem Kanal“ nicht wie üblich rechts abgebogen sind. Diemal fuhren wir geradeaus…zur fiesesten Fahrradbrücke überhaupt, die man aber bewältigen muss, um auf kurzem Weg zum Alten Elbtunnel zu gelangen. Der ist übrigens ein „cooler“ Tipp für heiße Tage. Dort ist es ähnlich erfrischend, wie in den Katakomben vom Berliner Dom.

Eine kleine Pause in Övelgönne, wo wir u. a. die letzten Kirschen von zu Hause vernascht haben, vorbei am Alten Schweden, dem riesigen Findling, der beim Bau der vierten Elbtunnelröhre im Weg war. Hier fingen wir uns an zu fragen, wie wir am Besten mit dem bedrohlichen Wolkenverband von links vorne umgehen sollten.

Wir waren schon fast an der alten Dreckschleuder von (Umwelt) Senator Kerstan…also dem uralten, dreckigen Kohle Kraftwerk, das Hamburg immer noch mit Fernwärme beliefert, wohingegen das modernste Kohle Kraftwerk in Moorburg, das nie ans Fernwärme Netz angeschlossen wurde und mittlerweile sogar abgeschaltet ist, als über der Elbe ein mächtiger Schauer runterging…gefühlt in 500 Metern Entfernung. Nachdem wir in aller Schnelle die Regensachen übergestreift hatten, sind wir mutig weiter geradelt. Es hat nicht lange gedauert, bis wir nass waren…so von innen. Es war schwitzig unter dem Cape, aber von Regen war wenig zu sehen…einige wenige Tropfen. In Wedel haben schließlich große Pfützen gesehen. Der Regen war schneller als wir. Das Cape haben wir vor dem steilen Schiebeanstieg am Kraftwerk wieder in der Versenkung verschwinden lassen.

Zum Hotel war es jetzt nicht mehr weit. Berg rauf, runter und wieder rauf, dann waren wir schon da. Als wir es uns im Hotel gemütlich gemacht haben, fing es draußen an zu regnen…mal mehr, mal weniger, mal lauter, mal leiser.

Wir haben uns derweil landfein gemacht, was ja bekanntlich seine Zeit dauert. Es war trocken als wir schließlich zum Essen gehen wollten. Uwe hat vorsichtshalber einen Regenschirm für den knapp 1 km langen Weg ausgeliehen. Kurz vor unserem Ziel fing es leise an zu tropfen, mit steigender Tendenz, so dass wir etwas schneller wurden. Wir betraten das Restaurant „Elbe 1“, nahmen Platz und im selben Moment hat der Himmel die Schleusen geöffnet. Ein Wolkenbruch wie er im Buche steht.

Haben wir uns gefreut. Ein tolles Gefühl, wenn der Regen so rücksichtsvoll ist! Heute haben wir die passende Entfernung für das vorhandene Wetter gewählt…das Hotel war aber schon lange vorher gebucht. Manchmal muss man auch Glück haben.

Das Restaurant ist sehr zu empfehlen…falls jemand mal in der Nähe ist, oder ein Ausflugsziel sucht. Schönste Strandlage, sehr nettes und qualifiziertes Personal und lecker Essen!

Zum Schluss noch die Statistik des ersten Tages unserer Minitour.

Berlin

…immer eine Reise wert

Für diesen Ausflug nach Berlin hatten wir aber einen triftigen Grund. Wir wollten Rebeccas Stadiondach, für das sie im bundesweiten „Schülerwettbewerb Junior Ing.“ den dritten Platz 👍 in Ihrer Altersklasse erreicht hat, im Technik Museum Berlin bestaunen. Wann hat man dazu schon mal Gelegenheit!😁

Einen Tagesausflug nach Berlin mit der Deutschen Bahn zu planen, kann schon eine gewagte Sache sein. So hatten wir auch sowohl bei der Hin-, als auch bei der Rückfahrt mit massiven Verspätungsandrohungen zu kämpfen. Der „nicht wartende ICE“ war in Uelzen Gott sei Dank noch gar nicht eingefahren und hat uns 2 Stunden Warten erspart, und auf der Rückfahrt stand der ebenfalls „nicht wartende“ Metronom noch geduldig auf dem gegenüberliegenden Gleis. Sehr gute Maßnahmen damit der Blutdruck nicht zu niedrig wird.

In Berlin angekommen, sind wir aber zunächst Richtung Kreuzberg zu einem Geschäft für Künstlerbedarf gefahren. Modulor…der Laden allein ist schon einen Ausflug wert 😅 Mit Uwe im Rücken, der die Zeit und meine „Tragfähigkeit“ im Auge behielt 😁 haben wir das riesige Geschäft aber rechtzeitig verlassen und sind zur gebuchten Zeit im Museum angekommen.

Natürlich sind wir zuerst in den dritten Stock zur Junior Ing. Ausstellung gegangen. ❤

„Die Einschätzung der Jury: Das Modell TYR ist nach Meinung der Jury ein auf den Punkt gebrachtes, minimalistisches Modell. Mit der schönen nach vorn zulaufenden Welle, ist es auf sehr elegante Weise ansprechend. Es ist zudem auch farblich sehr schön gestaltet. Die Konstruktion ist von außen gut erkennbar, sie entspricht dem Konzept. „weiniger ist mehr“. Es ist eine wirklich gute Arbeit. „

Da wir vor einigen Jahren schon einmal den Lokschuppen des Technik Museums besucht hatten, konnten wir jetzt den anderen Teil in Ruhe besichtigen. Die reichlich vorhandenen und sehr vielfältigen Exponate sind wirklich sehenswert!

Mit einem Mal war es schon 15 Uhr…dabei wollten wir doch noch das Humboldforum besuchen…! Wir haben es bei einer Außenbesichtigung und einer dringend nötigen Essens Pause belassen. Mehr demnächst, noch ein Grund mehr um Berlin zu besuchen. Die Mischung aus alt und neu am Gebäude ist nicht Jedermanns Sache, meine auch nicht…der neumodische Teil hat auch noch gar nicht auf die Fotos gepasst 😉

Den mittlerweile schönen, warmen und gar nicht mehr so frischen Herbsttag haben wir noch auf dem Weg zum Bahnhof „Unter den Linden“ sehr genossen. Die Impressionen sind immer wieder neu!

Wie sagte der Uwe, als wir in unserem Zug saßen und unsere müden Füße Erholung fanden. Wir sind nichts mehr gewohnt. 90 km Radfahren sind nicht so anstrengend! 😅

Noch eine kleine Begebenheit im Zug! Auf die Frage des Kellners, was es denn sein darf, habe ich nach einem trockenen Rotwein gefragt…der Kellner entschuldigte sich. Rotwein sei heute gar nicht im Angebot, fügte aber schnell hinzu, wir haben noch Sekt und Weißwein im Angebot…um dann eilig und in bedauerndem Tonfall, „nur in Zimmertemperatur“ hinterher zu schieben. 🙄Immerhin war der Kaffee, den wir dann mutig bestellten, angenehm heiß!