Weilburg-Obernhof

…weiter als gedacht

Beim Frühstück hat es geregnet. Stört dann aber überhaupt nicht. Ein paar wenige Tropfen gab es später noch einmal, aber nicht viel, und schon gar nicht lange. Da wir dem Regen entgegengefuhren, war das Thema schnell durch. Die Wegstrecke war heute durchweg positiv…als wir aus Weilburg heraus fanden. Gestern haben wir entgegen unserer sonstigen Bergleistungen, den Fahrstuhl zur Altstadt, bzw. zu unserem Hotel genommen. Heute haben wir festgestellt, daß unser Hotel in den Hang gebaut ist, und dass man auch relativ bequem ohne Altstadt Fahrstuhl dort hin kommt 😅

Größtenteils sind wir heute in Sichtweite der Lahn und auf guten Wegen geradelt. Auf dem Wasser waren sehr viele Kanuten und Padler unterwegs.

Gestern waren einige wenige Teilstücke schon gewöhnungsbedürftig. Mit weniger Aufmerksamkeit findet man sich schnell auf der Autobahn nach Frankfurt wieder…was schon häufig vorgekommen ist, wie eine hinter uns fahrende Frau erklärt hat.

Eine mittelschwere Bergwertung haben wir in Limburg abgelegt. Über die ebenfalls alte Lahn Brücke erreichten wir direkt die schöne Fachwerk Altstadt, die sehr gut besucht war. Mühsam, durch steile Gassen mit Kopfsteinpflaster gelangten wir zum Dom. Von außen beeindruckend und von innen überraschend spielerisch anmutend, mit vielen Bögen, vergleichbar mit italienischen Kirchen. Eine kleine Stärkung zur Mittagszeit haben wir auch nicht verachtet.

Welch große Entäuschung, als wir wieder auf dem Radweg waren. Wir hatten uns eigentlich schon kurz vor dem Ziel gewähnt…tatsächlich waren es bis Obernhof noch 28 km. Ups! Gestern wäre ich ausgeflippt, heute hat es Spaß gemacht. Mich hat gestern wohl das schwüle Wetter geschafft, allerdings habe ich heute erst wirklich den Unterschied gemerkt…sonst wäre ich bestimmt nicht mit dem Fahrstuhl gefahren😉

Außerdem bin ich unglaublich froh, dass uns heute keine Polizei begegnet ist. Angeblich ist meine Spitzengeschwindigkeit heute 205 km/h gewesen…den Zeitsprung habe ich nicht mitbekommen!

Wetzlar – Weilburg

Zuerst aber ins Leica Museum

Bei der Hotel Buchung sind wir auf das Leica Museum aufmerksam geworden. Das Hotel allein ist schon eine Wucht, quasi eine eigene Fotoausstellung. Einzig beim Essen im hauseigenen Restaurant „Oskar’s“ fand ich es schon befremdlich, bei meiner Frage nach einem trockenen Rotwein zu hören: „Sehen Sie die blaue Flasche da? Die mit dem blauen Etikett!“ Ich war so perplex, daß ich gar nicht auf die Idee kam nach der Weinkarte zu fragen. Das Essen, wie auch der Rotwein waren jedoch klasse!

Das Leica Museum beschreibt ausführlich den Werdegang der Firma Leitz, mit Hauptaugenmerk auf die Erfindung der Leica Camera, der ersten Kleinbildkamera der Welt. Nach dem ersten Weltkrieg lag die Wirtschaft am Boden, Der Mikroskop Verkauf der Firma war rückläufig. Es war eine schwierige Entscheidung und ein Wagnis mit der Camera in Serien Produktion zu gehen. Die Vorteile waren jedoch nicht von der Hand zu weisen…statt 5 kg nun knapp 500 gr. welche auch noch in eine Jackentasche passten. Der unglaubliche Erfolg spricht für sich. Beeindruckend ist für mich auch die liberale, mitarbeiterfreundliche Einstellung. Einführung des 8 Stunden Tages, bezahlter Urlaub, Pensionskasse etc., sowie die riskante Rettung von Verfolgten während des Nazi Regimes.

Die steile Abfahrt hinunter in die schöne Altstadt war ein guter Test für die Bremsen…und bevor wir die interessante Stadt verließen, haben wir uns noch ein Eis gegönnt…im „Ponte Vecchio“…an der alten Lahn Brücke aus den 13 Jahrhundert.

Die heutige Etappe bis Weilburg wäre eigentlich ein Katzensprung für uns…wenn es bei Gegenwind nicht ständig rauf und runter gagangen wäre. Zur letzten Führung am heutigen Tag im Weilheimer Schloß haben wir es nicht mehr geschafft. Schieben wir es einfach auf Herrn Leitz und seine fähigen Mitarbeiter.

Mit einem Bummel durch die Altstadt, inclusive einem Besuch im gut gepflegten, sehr schönen Schloss Garten, haben wir uns auf das Abendessen vorbereitet 😉

Marburg-Wetzlar

…Glück gehabt

Wir waren sehr froh, dass wir uns gestern nach dem Essen noch aufgerafft haben die Altstadt zu erkunden und einige schöne Fotos zu machen. Heute morgen hätte man Marburg nur mit sehr vielen Lieferwagen fotografieren können.

Im Dunst und mit hoher Luftfeuchtigkeit, aber mit angenehmen Temperaturen sind wir losgeradelt. Der Lahn Radweg hat sich auch heute wieder mit viel Abwechslung präsentiert. Idyllisch mit Familie Storch, oder brutal mit riesiger Autobahn Brücke.

Der vorhergesagt Regen blieb gestern Abend und auch heute aus. Wir sind überein gekommen, dass Gerda 😇 nun von oben einen Blick auf uns hat. Wahrscheinlich hat sie Petrus in ein Gespräch verwickelt. Auf jeden Fall sind die dicken Regenwolken links und rechts an uns vorbei gezogen.

In Gießen genießen wir, wie schon so häufig „Käsekuchen“. Eine kleine Stärkung zwischendurch. Zwar haben wir heute nicht so viele Kilometer zu bewältigen, aber wie schon in den letzten Tagen liegt unser Hotel hoch auf dem Berg. Puh, das ist vielleicht ein mieser Anstieg und dann sind wir auch noch zu früh abgebogen und sinnfrei im Kreis gefahren…und haben so noch eine kleine Dusche von oben abbekommen.

Die Altstadt von Wetzlar ist auch eine Augenweide. Wie sagte heute jemand zu uns: „Ach sie fahren die Fachwerk Route.“ Das kann man wirklich so sagen. Heute wohnen wir aber nicht unten in der Altstadt, sondern oben bei Herrn Leitz im „Vienna by Ernst Leitz“. Nebenan ist das Leica 📷 Museum und ein Leica Shop 🙄 Das Museum wollen wir morgen früh besuchen (den Shop wohl auch😉) und anschließend noch die Altstadt erkunden.

Wie immer zum Schluss noch die Statistik. Vielleicht sollten wir noch den Wettbewerb für das originellste Höhenprofil ausrufen 🤔

Frankenberg-Marburg

…wir haben den Fluss gewechselt.

…und die Fließrichtung. Ersteres war ziemlich anstrengend, wie man dem Höhenprofil entnehmen kann und Zweiteres macht das Leben etwas leichter, da Wasser den leichteren Weg sucht. Uns gelingt das nicht immer.

Bis Hatzfeld hatten wir wenig zu beklagen. Uwes Augen leuchteten förmlich, als mit einem umgewidmeten Eisenbahn Tunnel, einige Kilometer auf einer sehr gepflegten Bahntrasse folgten. Das Erwachen war brutal. Mal eben den Fluss wechseln…dazu gab es eine kleine und eine längere Steigung zu bewältigen, was auch ohne Sonne schweißtreibend genug ist. Wir mussten bei 27 Grad den Bergrücken zwischen Eder und Lahn bewältigen. Dem langen Aufstieg folgte eine rasante Abfahrt…bergauf bei 7 bis 5 km/h 🥵 mindestens 30 Minuten lang, die Abfahrt mit einer Höchstgeschwindigkeit (lncl. bremsen) von 44 km/h…Juchu 😎 aber nach wenigen Minuten war der Rausch vorbei.

Der Lahn Radweg bietet bis Marburg sehr viel, von „neben der Bundesstraße“ bis hin zur wunderschönen Idylle. Wir hatten es zum Schluß eilig, da wir ein Gewitter im Schlepptau hatten. Die ersten Regentropfen fielen mit dem Ortsschild „Marburg“. Gott sei Dank sind wir aber trocken zum Hotel gekommen…was natürlich wieder hoch oben am Berg liegt, nur das Schloss liegt höher. In der herrlichen Altstadt von Marburg! Welch ein Flair, was für eine schöne Altstadt!…und der angekündigte, starke Regen hat sich anderswo niedergelassen😅

Neben der Statistik die gleich folgt, noch ein Wort zu meinen Rippen…speziell die auf der linken Seite. Eigentlich hatte ich ja gedacht, „ist nicht so schlimm.“ Gestern abend konnte ich mich dann plötzlich kaum noch ohne Schmerzen bewegen. Puh, das ließ erst nach, als wir uns heute den Bergrücken hoch quälten…also Schmerz mit Schmerz bekämpfen 🥴 Mal sehen wie es sich morgen anfühlt 🥳

Fritzlar-Frankenberg

…einfach wunderschön 👌

In Fritzlar den Berg wieder runter zu rollen ist gar kein Problem. Vorbei am alten Wachturm, hin zu den Ederauen. Der frühe Morgen ist noch etwas frisch, mit leichtem Dunst, aber die Landschaft einfach herrlich. Der Radweg verläuft mal links, mal rechts, aber immer in Fluss Nähe. Kurz vor der Edersee-Talsperre haben wir noch dem Trigema Outlet Store einen kurzen Besuch abgestattet 😎

Leider geht es recht steil zur Staumauer hoch, aber es hat sich gelohnt. Entlang des riesigen Stausees zu radeln ist ein Genuss. Es geht immer mal wieder rauf, aber Gott sei Dank auch wieder runter. Der große Buchenwald bietet bei Sonne und Wärme ein tolles kühlendes Walddach…mit teils prächtiger Aussicht auf den Stausee.

Irgendwann wird der Stausee zum normalen Fluss Eder. Der Radweg verläuft oftmals neben einer eingleisigen Bahnstrecke die von/nach Brilon führt. Ab und an gab es reizvolle Ausflüge in die umliegenden Berge…einmal sogar mit 20% Steigung…Uwe sagt, ich soll geschätzt schreiben…habe ich jetzt gemacht 🙂 gefühlt waren es sogar mehr…aber es gab auch friedliche Augenblicke.

Das heutige Hotel liegt natürlich wieder hoch oben auf dem Berg…gegenüber dem wunderschönen Rathaus. Abgesehen von den extrem steilen Straßen ist Frankenberg sehr reizvoll. Viel schönes Fachwerk und hier vermehrt mit Schiefer.

Während wir nun auf unser Essen, Matthias und Torben warten, lassen wir die Tages Etappe noch einmal Revue passieren. 70 reizvolle, abwechslungsreiche und anspruchsvolle Kilometer. Ein kleines Vergnügen hat es uns bereitet, wenn untalentierte E-Bike Fahrer am Berg schieben müssen und wir langsam, aber radelnd überholt haben 😎 man gönnt sich ja sonst nichts 😄

Es war toll mit Matthias und Torben zu klönen…ein leckeres Steak zu essen…und gemeinsam noch ein Eis zu schlabbern. Schöne Idee mal eben kurz zu Besuch zu kommen 👍

Zum Schluss noch etwas Statistik…

Eder – Lahn Tour,

oder von Kassel nach Koblenz.

Sehr häufiges Motiv zu Begin einer Radtour…8,5 Kilo Gepäck p.P.

Lange geplant, endlich in Angriff genommen. Uwe hat diese Tour schon seit einigen Jahren in der Schublade. Oft waren es andere Urlaube oder Touren die dazwischen kamen, Corona hat auch für Aufschub gesorgt, aber jetzt geht’s wirklich los. Schon die dritte Radtour in diesem Jahr.  Da wir das Fliegen aus Klima Gründen meiden, das Autofahren aus Fitness- und Klimagründen reduziert haben, genießen wir vermehrt das Radfahren. Seit gestern findet passender Weise auch das Stadtradeln in Winsen statt.

Die ersten zwei Touren haben wir komplett von zu Hause, nach zu Hause gemacht…ohne fremde Hilfe. Das ist schon ein tolles Gefühl!  Nun fahren wir mit der Bahn bis Kassel um dann auf eigenen Rädern Richtung Koblenz zu strampeln, um da dann wieder in den Zug nach Hause zu steigen.

Für die erste  Übernachtung  haben wir uns Fritzlar ausgesucht, nicht ganz weit weg von Kassel, aber da muss man ja erstmal ankommen…was sehr gut geklappt hat. Aus (Annas) Sicherheitsgründen haben wir von Winsen einen Zug früher (10 Minuten) genommen. Da es am frühen Morgen recht frisch war, hat die etwas längere Wartezeit auf den ICE für Gänsehaut und kalte Füße gesorgt, schließlich ist gerade mal Sommer, da ist man strumpflos unterwegs. Das Reisen in einem ICE 3 ist recht angenehm, wenn man zwei von den drei Fahrradstellplätzen ergattert hat 😉 Mir ist beim Fahrrad aufhängen schmerzhaft klar geworden, dass man am Besten nicht die eigenen Rippen zum abstützen benutzt…aber was soll Frau machen, wenn sie die Hände voll hat…(auf Uwe hören🥴 und warten😂)

In Kassel haben wir recht schnell den Radweg erreicht, der durch den wunderschönen Staatspark Karlsaue führt…mit Märchen Schloss und Wassergräben ohne Krokodile, aber mit Schwänen, Gänsen und Schulkassen. Des Weiteren bin ich noch angesprochen worden: „Sie haben so ein pinkes Outfit…waren Sie schon in Barbie?“ Ungefragt hat der Typ seine Meinung und die Story kundgetan. Jetzt wird es noch schwieriger Uwe von dem Film zu überzeugen…außerdem habe ich keine pinke Sandalen!

Zuerst an Fulda und später an der Eder entlang führte der Radweg auf teils ganz tollen Wegen, aber immer weg vom motorisierten Verkehr…und die Wegführung hat nicht jeden Hügel mitgenommen 😃. Der Weg blieb meistens im Tal. Bei Guxhagen und in Fritzlar hatten wir jedoch Gelegenheit einige Höhenmeter zu sammeln…und…mir hat keiner gesagt, dass Fritzlar und somit unser Hotel, auf einem Berg liegt.

Fritzlar ist aber eine schöne, sehr gut erhaltene Fachwerkstadt in Nordhessen, in der auch im Jahre 723 die Christianisierung in Nord und Mitteldeutschland ihren Ursprung nahm…für uns sind aber mehr der schöne Ortskern und die herrliche Landschaft ausschlaggebend gewesen. Rund um den Marktplatz und dem Dom sind sehr schöne, feenhaft schiefe Fachwerkhäuser zu bewundern.

Zum Abschluß noch die übliche Statistik. Bedingt durch schwüle Wärme und schmerzende Rippen war es zwar anstrengend, aber ein toller Tag mit sehr vielen schönen Eindrücken.

Über die Köhlbrandbrücke

Nach drei Jahren Corona Pause fand die, sonst alljährliche Sternfahrt in diesem Jahr wieder statt. Die Beine etwas, besonders aber der Allerwerteste hatten nicht damit gerechnet, so schnell schon wieder arbeiten zu müssen und sträubten sich recht spürbar. Zunächst sind wir Richtung Moorburg geradelt, wo man das Mahnmal, oder auch Grabmal der Grünen bewundern kann. Das modernste Kohlekraftwerk abschalten und die alte Dreckschleuder in Wedel weitlaufen lassen…Geld spielt keine Rolle, und Vernunft auch nicht.

Die grandiose Aussicht von der Brücke auf das riesige Hafen Gebiet und auch die Stadt, waren für uns Grund genug unseren körperlichen Widerständen zu trotzen.

Die Köhlbrandbrücke

Blauer Himmel und warme – später heiße – Temperaturen, ein tolles Wetter für die Veranstaltung, die bis zum Hamburger Rathaus führte, wo die Veranstalter für bessere Bedingungen für Radfahrer demonstrierten. Mir würde es schon reichen, wenn die vorhandenen Verkehrsregeln eingehalten werden…von beiden Seiten 🥴

Laut Medien und Veranstalter nahmen ca. 12 000 Radler aus der näheren und weiteren Umgebung teil; von Neumünster, Lüneburg, Bad Oldesloe, über Wedel, Itzehoe und natürlich Winsen. Wir haben aber zugegebenermaßen nur an der Brückenfahrt teilgenommen, wie viele andere auch und hatten am Ende des Tages doch wieder 70 Kilometer zusammen.

In Harburg haben wir noch ein Erfrischungs Getränk beim Vietnamesen „Hai An“ genossen. Immer wieder toll und sehr belebend bei dem heißen Wetter. Auftanken für die letzten 20 Kilometer. Nun noch etwas Statistik…

Der Garten, besonders das Hochbeet liefert zur Zeit die schönsten Sachen…sehr lecker und sehr praktisch 🤗

😎

Lübeck – Winsen, oder

…Regentropfen 💦

Wie ungewohnt, aber es hat tatsächlich geregnet. Na ja, es kam etwas Feuchtigkeit vom Himmel. Mal mehr, meistens aber weniger, hat es die ganze Fahrt getröpselt. Nie genug für das Regenzeug, aber eine leichte Erfrischung die ganze Fahrt über. In Lohbrügge hat es immerhin für nasse Beine gesorgt!

Da wir die ganze Tour über so ein gutes Wetter hatten, (den Wind lassen wir mal außen vor) konnten diese paar Tropfen unsere Laune nicht trüben.

Die erst Hälfte der Strecke sind wir diesmal auf Radwegen an Straßen gefahren. Nicht so schön, aber bis jetzt haben wir für den Teil noch keine bessere Strecke gefunden, obwohl wir schon einige Varianten ausprobiert haben.

In Lütjensee, natürlich nach einer leckeren Pause in dem tollen Café/Konditorei Zingelmann…

…sind wir die bekannte alte Bahntrasse Richtung Bergedorf geradelt. Immer wieder schön.

An der alten Pferdetränke (sagen wir dazu) hat sich der Kreis geschlossen. Dort sind wir vor 7 Tagen nach Bad Segeberg abgebogen. Die letzten Kilometer fuhren sich wie von alleine.

Erwähnenswert ist noch das tolle Essen gestern im „Miera“ in Lübeck. Sehr zu empfehlen das Restaurant. Für uns mit ein Grund mal wieder einen Ausflug in diese Richtung zu planen…irgendwann😍

Nach ca. 518 Kilometern legen wir aber erstmal eine kurze Pause ein…na ja, morgen wollen wir über die Köhlbrandbrücke radeln. Einmal im Jahr ist die Brücke im Rahmen der Fahrradsternfahrt für Autos komplett gesperrt und nur für Fahrräder freigegeben. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen 🤩

Neustadt – Lübeck, oder

…immer wieder Überraschungen 🙄

Die Zugfahrt von Lübeck zurück nach Neustadt verlief fast ereignislos…ein Ausflug einer Kita hat für Leben im Zug gesorgt, einige Fahrräder und viele Passagiere taten ihr Übriges dazu. Haltestelle Timmendorfer Strand sorgte für hör- und spürbare Entspannung. Fast komplett geleert hat sich der Zug in Sierksdorf, wo der Vergnügungspark „Hansa Park“ beheimatet ist. …mit Korkenzieher-Achterbahn😱 und ähnlich gruseligen Fahrgeschäften…ein Besuchermagnet…und kostenlos gab es Wolken zu besichtigen.

Wolken und Regen in der Ferne

Wir haben unsere Besichtigungs Pläne etwas geändert, da Uwe aus dem Zug heraus erkannt hat, dass er nicht mal eben nachschauen kann, wo er für einige Monate untergebracht war. Dort ist mittlerweile alles eingezäunt…seine alte Kaserne. Somit haben wir Neustadt recht schnell hinter uns gelassen…natürlich bergauf, direkt und ohne Umwege die östliche Hügellandschaft. Aber selbst bergauf hat das gut geklappt…ohne Gepäck und gut im Training…so what😎

Sierksdorf, respektive den Hans Park, mussten wir bergig und weitläufig umfahren, um dann plötzlich sehr direkt und quasi in Schussfahrt zur Strand Promenade, und wenn man nicht rechtzeitig bremst, auch direkt ins Wasser zu gelangen.

Diese Strand Promenaden sind wirklich was für uns, bzw. die Radfahrer. Bis Timmendorf radelten wir frohgemut mit schönen Aussichten und auf tollen Wegen. Haffkrug, Scharbeutz, Niendorf und Timmendorfer Strand, sind Beispiele dafür, dass es gelingt alle Parteien unter einen Hut zu bekommen.

Das ausgerechnet eine Fahrradstraße der gefährlichste Punkt auf unserer Reise ist, hätten wir nicht für möglich gehalten. Hupend und Fahrradfahrer wegdrängend zeigten einige Autofahrer, wie wenig Kenntnisse bezüglich „Fahrradstraßen“ vorhanden sind (es gibt keine Abschussprämie)…solche Experten sind auch Kandidaten für die Pollerparker in der Waitzstrasse. Wir sind jedenfalls mit dem Leben davon gekommen…knapp.

Der Abschnitt Brodtener Ufer ist sehr sehenswert. Ein schönes Stück Steilküste kurz vor Travemünde.

In Travemünde war wieder Promenaden schieben angesagt…aber lohnenswert! Eis essen! Leeeecker.

Die weitere Fahrt Richtung Lübeck wurde interessant, als wir einem Radweg Hinweisschild „Herrentunnel“ folgten. Wir waren gespannt…wohl möglich ein Fledermaustunnel? Dem war aber gar nicht so. Als unsere Augen nach einer Tunneleinfahrt suchten, meinte ein Einheimischer ganz cool, „Der Bus kommt gleich.“ Bus? Es stellte sich heraus, daß der kostenlose Pendel Bus die einzige Möglichkeit ist, die Trave zu queren. Völlig neu für uns, aber sehr unkompliziert und schnell.

Eine (fast) gemächliche und schöne Tour die den Abschluss des Ostseeküsten Radweg für uns bedeutet. Morgen geht es dann zurück nach Winsen…auf alt bekannten Wegen. 😎

Fehmarn – Neustadt, oder

…über diese Brücke bin ich heute geradelt! Yeah!

Der heutige Tag hat sich als ein sehr guter dargestellt. Es fing schon damit an, dass ich es geschafft habe über die Fehmarnsundbrücke zu „fahren“. Ich war zwar schweißgebadet, aber sehr zufrieden mit mir👍

Die ersten Kilometer führte der Ostseeküsten Radweg mehr im zickzack Kurs durchs Hinterland, bis wir beim Rosenfelder Strand an selbigen kamen, und für eine gute Weile die Ostsee in greifbarer Nähe hatten.

Die großen Ostsee Bäder mussten wir umfahren, da an den schönen Promenaden Radfahrer unerwünscht sind 🙄. Teilweise sorgte die Steilküste auch für Ausflüge ins Hinterland. Aufgefallen ist uns, dass die Wege im Hinterland größtenteils gut asphaltiert waren…Hügel rauf und Hügel runter gab es auch, aber heute gut zu fahren, da wir oftmals Rückenwind hatten. Kam jedoch die See in Sicht, wandelte sich der Belag in Grand (Staub) mit fiesen Sandkuhlen um. Die sehr vielen Radfahrer, die auf Fehmarn und an der Lübecker Bucht unterwegs sind, sollten eigentlich Grund genug sein, dass die Radwege mit einem Teil der teuren Kurtaxe gepflastert und ausgebaut werden.

In Grömitz haben wir auf einen Mitschnacker gehört, der für uns Radfahrer ein „leckeres Fischbrötchen und ein kühles Radler“ anpries. Und wie wahr. Das Matjes Brötchen war echt klasse 👍 Das Alster/Radler tat natürlich sehr gut, da es heute angenehm warm war…ohne diesen blöden kalten Gegenwind. Dass wir eigentlich auf der Suche nach einem leckeren Eis waren, haben wir beiseite geschoben😂

Mit einigen Irrungen (Abkürzung) und Wirrungen (Umweg) haben wir auf teils abenteuerlichen Wegen das heutige Tagesziel Neustadt erreicht.

Die Übernachtungs Möglichkeiten an der Lübecker Bucht sind extrem kostspielig. Da Lübeck mit dem Zug gut, schnell und sogar pünktlich zu erreichen ist, haben wir dort eben zwei Nächte gebucht. Morgen geht es mit dem Zug wieder zurück nach Neustadt, dann radeln wir das noch fehlende Stück ab.

Da Uwe sich aus alten Spionagetagen in dieser Gegend immer noch gut auskannte, war der Weg zum Bahnhof ein direkter…und eh wir uns versahen, befanden wir uns in Lübeck.

…was ja bekannlich auch immer eine Reise wert ist 😎