Die Göhrde Tour

Was unsere Radtouren angeht, ist Uwe ja der Planer. Ich halte mich meistens raus, helfe (?) höchstens bei der Zimmerwahl, oder nörgel wenn etwas schief geht. Uwes Gelassenheit in der Hinsicht ist phänomenal…er hat in seiner Jugend bestimmt mal den „Ohm-Frosch“ verschluckt, der diese außergewöhnliche Geduld vermittelt. Diese Tour jedoch brachte mich auf die seltsame Idee im Vorwege zu recherchieren. Die Göhrde Tour zu den Rundlings Dörfern klingt ja sehr vielversprechend und hat auch einen geschichtlichen Hintergrund.

„Die historische Siedlungsform entstand im Mittelalter und ist weltweit nahezu einzigartig. Die ältesten Rundlings Dörfer bestehen seit mehreren Hundert Jahren. Die meisten erhaltenen Häuser der Rundlinge stammen aus dem 18. Jahrhundert. Da die Orte teilweise kaum gewachsen sind, hat sich ihre charakteristische Form erhalten. Damit das so bleibt, stehen viele Häuser in den Rundlingen und zum Teil ganze Dörfer wie etwa Saaße oder Jabel unter Denkmalschutz. Bis heute ist nicht endgültig geklärt, warum die Dörfer einst in dieser Form gebaut wurden, ob sie sich etwa aus ehemaligen Wehrdörfern oder Kultplätzen entwickelten. Klar scheint nur, dass Slawen im 12. Jahrhundert die ersten Orte in dieser Form anlegten. Historiker vermuten, dass die regionalen Grundherren in den runden Dörfern Siedler zusammenfassten, die zuvor vereinzelt wohnten.“ (Bericht vom NDR)

So weit, so gut. In die Suchzeile sollte aber tunlichst „Rundlings Dörfer im Wendland“ eingeben werden und nicht wie ich es gemacht habe, einfach so „Göhrde“ …nur weil Uwe immer von der Göhrde Tour spricht. Gibt man nur Göhrde in die Suchleiste ein…und schaut man sich dann die Auto-Vervollständigung an…so taucht sehr prominent „Göhrde Morde“ auf! Doch nicht etwa diese Göhrde, wo wir hin wollen? Die vor unserer Haustür!…vielleicht gibt es in Bayern auch eine Göhrde? Aber NEIN! Es ist die Göhrde im Wendland. Wikipedia ist für Details sehr auskunftsfreudig. So ist zu lesen, dass der „erste“ Doppelmord im Jahr 1989 stattfand…(aber eher Ende Mai). „Der Täter entwendete den Opfern einen Picknickkorb und nahm die Autoschlüssel des Paares an sich. Mit deren Honda Civic flüchtete er aus der Göhrde und ließ den Wagen 300 Meter vom Bahnhof in Winsen an der Luhe, eine kleine Stadt im Speckgürtel Hamburgs, stehen“ Als ich das Uwe vorgelesen habe, vermerkte er lakonisch, das der Fundort des Autos die Bäckerei sei, wo wir regelmäßig eingekauft haben…bis er Pleite gemacht hat.

Der zweite Doppelmord geschah ausgerechnet am Tag der Entdeckung des ersten Doppelmordes…ach herein! Wer will das denn wissen!

Irgendwie hat mir das die Recherchefreudigkeit etwas verhagelt…selbst als ich schließlich entdeckt habe…sehr viel weiter unten im Bericht, dass der „mutmaßliche“ Täter mittlerweile (1993) verstorben sei, die grausigen Vorkommnisse längst verfilmt waren, „Das Geheimnis des Totenwaldes“ und dass der größte zusammenhängende Mischwald Norddeutschlands längst wieder friedlich ist! Jetzt sehe ich unseren fünftägigen Ausflug doch etwas anders…ob ich noch untersuche wie nahe wir dem Tatort kommen? Morbide Gedankenwelt! Den Realkrimi, den es in der ARD Mediathek sogar als Serie zu sehen gibt, schaue ich mir jedenfalls höchstens nach der Tour an.

Ganz in der Nähe vom Tatort (ja, ich habe den Tatort recherchiert🙄)…besiegte am 16. September 1813 die alliierte Nordarmee (vor allem russische und preußische Truppen) etwa 20 Kilometer westlich von Dannenberg bei Lüben (im Landkreis Lüneburg) die französischen Truppen Napoleons 1. in der Schlacht an der Göhrde.

…aber, bevor es überhaupt losgehen kann, muss noch gepackt werden…und das ist schwierig geworden. Verlässliche Jahreszeiten, oder den schrumpfbaren Kleiderschrank gibt es ja nicht. Es sind zwar nur fünf Tage, aber gefühlt drei Jahreszeiten🫣 was es nicht leichter macht zu packen. Zur Zeit ist in den wenigen Tagen von 12 Grad bis 21 Grad alles möglich…natürlich auch was Regen, Wind (Gegenwind), Hagel oder Sonne angeht. Schnee gibt es aller Wahrscheinlichkeit nicht…also vielleicht nicht…und in vier Stunden sieht die Vorhersage schon wieder ganz anders aus🙄 lassen wir uns einfach überraschen 😎

Baustellenführung auf der Peking

Nach dem etwas anstrengenden Ausflug nach Buxtehude, haben wir es zum 1. Mai etwas ruhiger angelassen, zumindest war das die Idee!

Da man am besten gut gestärkt in neue Abenteuer aufbricht, haben wir uns mit Magdalena und Oskar, die einige Tage in Hamburg geniessen, beim Airstream Pommeswagen am Hamburger Hauptbahnhof getroffen und zunächst die kartoffeligen Sonnenstrahlen gegessen 😎 Mit der sehr pünktlichen S-Bahn und nach einem knappen Kilometer zu Fuß hatten wir den „Hamburger Veermaster Peking“ erreicht. Schon von Weitem sieht man die hohen gelben Stahlmasten in den Himmel ragen…imposante 54 Meter gesamte Höhe, wie wir später erfahren haben. Da wir noch genügend Zeit bis zur Führung hatten, war ein Besuch des zugehörigen Schaudepots im Hafen Museums die logische Folge. Dort gibt es sehr viele und sehr interessante Exponate rund um die Seefahrt zu besichtigen.

Alles, was den Hafen und somit Hamburg groß gemacht hat. Ausführliche Erklärungen an markanten Ausstellungsstücken bringen einem die Vergangenheit sehr verständlich nah.

Mit gelben Sicherheitswesten sind wir dann schließlich an Bord der Peking gegangen, die nach 34 Kap Horn Umrundungen als Frachtsegler 1932 ausgedient hatte. 1909 bestellt von der Reederei F. Laeisz und 1911 vom Stapel gelaufen. Die Peking war als Frachtschiff für die Salpeterfahrt aus Chile konzipiert. Salpeter war für die Dünger- und Schwarzpulverherstellung unerlässlich, somit waren die Fahrten sehr lukrativ. Insgesamt gab es 17 Viermastbarken und ein Fünfmast-Vollschiff der Reederei Laeisz. Der Stahlsegler war unter vollen Segeln mit 31 km/h deutlich schneller als die damaligen Dampfschiffe.

Von 1880 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs hat Chile das Monopl auf jenen Rohstoff, der in der ganzen Welt dringend gebraucht wird. Anfang der 1930er Jahre ist Chilesalpeter nicht mehr konkurrenzfähig, seitdem es künstlich und in großen Mengen hergestellt werden kann – das sogenannte Haber-Bosch Verfahren, das BASF groß gemacht hat.

1932 wurde die Peking als Internatsschiff für schwererziehbare Jungen nach England verkauft und 1974 weiter als Museumsschiff nach New York, wo sie vor sich hin rostete…bis sie schließlich 2016 wieder in Deutschen Besitz zurück kam, aufwändig restauriert wurde und seit 2020 als Museumsschiff am kleinen Grasbrook zu bewundern ist.

Die Namen der Segelschiffe waren auf den Spitznamen, bzw. auf die Frisur der Frau des damaligen Reeders zurückzuführen – Pudel. Alle nachfolgenden Schiffe begannen auch mit P. Die Flying P-Liner waren in der damaligen Zeit sehr fortschrittlich und mit hohem Qualitätsanspruch gebaut. So wurde u.a. die Brasswinde erfunden, die es sehr viel leichter machte die Rahen in den Wind zu stellen. Die Besatzung bestand nur aus 32 Mann. Beladen wurden die Schiffe vor Ort von Spezialisten, die die Ladung so verstauten, dass sie auch bei Sturm nicht verrutschen konnte. Die grausame Konsequenz, wenn das nicht gemacht wurde, ist mit dem Untergang der Pamir verbunden.

Eine „schlaue“ Idee von Anna hat noch für einen sportlichen Abschluß gesorgt. Warum den Bus nehmen? …bis zum Elbtunnel sind es nur 1,7 km…vielleicht! Tatsächlich waren es dann 4,4 km, die wir aber flott bewältigt haben und zur Belohnung wartete auch ein Eiswagen auf uns 😎

Steampunk Festival Buxtehude

…oder, die Grundkondition ist wieder da!

Tagelange, genaueste Beobachtungen der Großwetterlage haben sich als überflüssig erwiesen. Buxtehude, oder Brot backen? Was an welchem Tag? Samstag, oder Sonntag nach Buxtehude um das Steampunk Festival zu besuchen. Eine Woche lang hat sich der Samstag als der schönere, der wärmere vorhergesagt. Tatsächlich wurde dann sehr kurzfristig aus kaum Wind, plötzlich 20 km/h mit Böen bis zu 40 km/h…die Temperaturen haben sich auch nach unten angepasst. Warme 17 Grad verringerten sich auf kühle 12 Grad. Immerhin durchgehend sonnig 😊 Wir sind trotzdem frohgemut mit dem Rad Richtung Buxtehude aufgebrochen…kalter Gegenwind, aber die Harburger Berge haben dafür gesorgt, das uns nicht zu kalt wurde…

2018 sind wir zufällig auf einer Radtour in diese coole Veranstaltung gestolpert. Zunächst waren wir sehr unsicher…wird ein Flim gedreht? Die Leute sehen so spacig aus, wie aus einer anderen Welt. Vielleicht „Versteckte Kamera“? Mit großen Augen sind wir durch die historische Stadt gegangen und nachdem unsere Hirne wieder funktionierten, haben wir erfragt um was geht. Tja, Corona hat nachfolgenden Veranstaltungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Um so größer war die Freude als es in diesem Jahr wieder losging.

„Steampunk ist ein Phänomen, das als literarische Strömung in den 1980ern auftrat und sich zu einem Kunstgenre, einer kulturellen Bewegung, einem Stil und einer Subkultur entwickelt hat. Dabei werden einerseits moderne und futuristische technische Funktionen mit Mitteln und Materialien des viktorianischen Zeitalters verknüpft, wodurch ein deutlicher Retro-Look der Technik entsteht“

…ist auf Wikipedia erklärend zu lesen. Und die Fantasie der Besucher/Teilnehmer ist unglaublich. Die Verkaufsstände auf dem Festival sind das eine, aber erst die verkleideten Besucher geben der Veranstaltung das besonderen Flair.

Viel zu schnell ging die Zeit vorbei, gab es doch so viel zu sehen. Aber wir wollten auch den Rückweg per Fahrrad bewältigen. Unsere Räder sind im Vergleich zu diesen fahrbaren Untersetzen ja sehr simpel und eher langweilig…

Für die Statistik…der Rückweg war zwar 5 km länger, da wir die Harburger Berge umfahren haben, aber mit Rückenwind waren wir 20 Minuten schneller. Insgesamt 94 Kilometer. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung…und noch mehr mit dem Erlebten 😎

Nationalpark Kellerwald-Edersee

Der Märzwinter ist nicht die beste Jahreszeit um einen Ausflug an den Edersee zu machen, aber lohnenswert allemal! Der Nationalpark Kellerwald-Edersee gehört seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe und besteht größtenteils aus Buchenwäldern. Da wir im Sommer eine Eder-Lahn Radtour machen wollen, kamen wir auf die Idee schon mal etwas Gelände zu erkunden. Der Nationalpark hat eine Fläche von 7688 Hektar, also genügend Fläche, Wald und Wasser um mindestens einen kompletten Urlaub hier zu verbringen. Zwei Tage dienen eigentlich nur für einen sehr groben Überblick.

Staumauer vom Edersee 48 Meter hoch.

Nach 3 Stunden Fahrt auf leeren Autobahnen sind wir zielgerichtet direkt zur Staumauer gefahren und haben das sonnenbestrahlte Schloss Waldeck hoch oben in der Ferne gesehen. Ziemlich viel rauf runter…steil rauf runter. Das wurde uns sofort klar.

Quartier haben wir in Waldeck, direkt gegenüber dem „Schloss Waldeck“ bezogen. Zum Schloss haben wir dann auch noch einen schönen Spaziergang mit tollen Aussichten gemacht.

Der heutige Tag begann mit leichtem Schneefall, der sich aber bis nach dem Frühstück schnell in Wohlgefallen auflöste, die Temperatur blieb aber erfrischend. Für heute hatten wir uns eine kleine Wanderung vorgenommen…und Wanderwege gibt es sehr viele! Uwe hat im Vorwege eine 11 km Route, die Teilstücke des Urwaldsteigs beinhalteten, auf den Garmin geladen…empfohlen von der Tourismusinformation. Dass es nur knapp 8 km wurden, lag an der schlechten Beschaffenheit des Weges und an größer werdenden Hindernissen auf dem kleiner werdenden Weg…der wohl schon seit geraumer Zeit nicht mehr kontrolliert worden ist.

Ein ziemliches Problem waren die vielen Steine. Teilweise unter dem Buchenlaub verborgen, machten sie den Weg zu einer eher wackeligen Sache. Als eine Baumkrone samt Baumstamm den Pfad vollständig und weitläufig versperrte und der Versuch das Problem zu umgehen, schließlich scheiterte, sind wir umgekehrt. Der steiler Geröllhang hat uns komplett ausgebremst, ebenso der einsetzende gesunde Menschenverstand! Diverse Unfälle in der Vergangenheit haben uns zum Umkehren bewogen. Die Lindenberg Spitze haben wir somit verpasst, aber genügend geschwitzt haben wir trotzdem 😉

Wie der Buchenwald angezogen aussieht, erleben wir dann hoffentlich im Sommer. Uns hat der Tag trotzdem sehr gut gefallen. Morgen geht es für einen ganz kurzen Besuch nach Eversberg und weiter nach Hause.

Heimreise

…sehr gemütlich.

Da wir für heute erst ab 14:48 Uhr einen ICE mit Stellplätzen für Fahrräder bereits vor zwei Monaten buchen konnten, blieb genügend Zeit durch die Einkaufsstraßen zu Schlockern…

Uns war gestern schon aufgefallen, dass die Stadt Duisburg viel für die Optik tut. Sehr schöne und üppige Blumendekorationen, die allein schon für einen guten Eindruck sorgen. Leider sind die Geschäfte auch sehr einladend. So haben wir den Gewichtsvorteil durch das Paket gleich wieder großzügig aufgefüllt. Selbst der Uwe hat etwas gekauft 🥳

Da wir gut und ohne vorzeitiges Türenschliessen, in den ICE einsteigen konnten, genießen wir wir jetzt die angenehme Zugfahrt. Im letzten Wagen ist es selten voll und allein das ist schon angenehm.

Noch sind wir nicht sicher, ob wir mit dem Rad nach Hause radeln, oder ob wir den Metronom testen…laut App fahren sogar wieder mehr Züge Richtung Winsen. Wir können ja Gott sei Dank spontan entscheiden. In jedem Fall werden alle Züge, die von Hamburg kommend in Harburg halten, knall voll sein. Wegen eines LKW Brands genau unter der nagelneuen S-Bahn Brücke „Elbbrücken“, ist das allgemeine „9 Euro-Ticket- plus Baustellen-Chaos“ noch erheblich gesteigert worden. Unsere sportliche Leistung ist heute eher sehr mau. Ein leckerer Eiscafé heute Mittag hat die Bilanz nicht verbessert!

Da, ebenfalls spontan, die Idee auf eine Pizza Lieferung Gefallen fand, haben wir jegliches Glücksspiel mit der Regional Bahn sein gelassen und sind gleich mit eigenen Kräften fröhlich und gut gelaunt gen Sonnenuntergang geradelt…ok, die Sonne war noch gar nicht im untergehen und wie Uwe feststellte, wir können aus der Richtung höchstens in den Sonnenaufgang radeln…aber es klingt so gut…Lucky Luke reitet am Ende ja auch immer in den Sonnenuntergang…glaube ich jedenfalls.

Eine sehr schöne Tour ist zu Ende. Wir sind sehr zufrieden…die anstrengenden Stunden verblassen und die schöne Feier, das fröhliche Wiedersehen mit Allen überstrahlt alles! Es war sehr, sehr schön. Wir freuen uns schon auf die nächsten Feiern ❤

Letzte Etappe Duisburg

Nach den schönen „Feier-Tagen“ in Neuss fiel es uns fast schwer wieder auf das Fahrrad zu steigen. Die gestrige „Diamantene Hochzeitsfeier“ war sehr schön. Angefangen mit der Messe am Morgen. Die launigen Worte des Pfarrers, passten sehr gut zum Jubelpaar. Die Örtlichkeiten bei Möbel Höffner kannten wir ja noch von Dieters 75. Geburtstagsfeier. Dort gab es wieder reichlich zu essen und zu trinken und natürlich zu erzählen…es war sehr schön mal wieder soviel Familie und Bekannte zu treffen und es ist schon erstaunlich was man alles essen und trinken kann 😅

…zumal wir uns abends nach der Feier gleich wieder mit Magdalena, Oskar und Iris im „Mauerwerk“ getroffen haben. Überhaupt schien die Stadt im Feier Modus zu sein…Vorfeiermodus trifft es wohl eher. Nächstes Wochenende ist großes Schützenfest…da wird ganz Neuss eine einzige Feier sein!

Nach dem Frühstück haben wir uns von Magdalena und Oskar verabschiedet. Mit etwas weniger Gepäck, da wir die Festkleidung plus etwas Schmutzwäsche, und Kleinigkeiten wieder im Paket verstaut hatten und gestern Iris gleich wieder mitgegeben haben. Die Gute hatte ja schon vor einer Woche fast das selbe Paket in Empfang genommen 👍

Die letzte Etappe verlief bis auf wenige Ausnahmen fast immer in Sichtweite des Rheins. Wir haben fast jede Schleife mitgenommen. Einige „Chemparks“ haben für kleine Umfahrungen gesorgt. Insgesamt war es aber ein schöner Weg. Gute Planung von Uwe sorgte für einen direkten Weg zum Duisburger Hafen. Den wollten wir ja schon auf der Ruhrtal Radtour beradeln, was aber von einem Unwetter verhinderte.

„Der Duisburger Hafen ist der größte Binnenhafen der Welt und die führende Logistikdrehscheibe in Zentraleuropa.“

Diese Informationen sind von „duisport. de“ über das Jahr 2021. Die schiere Grösse ist schon überwältigend und vom Fahrrad nur schwer sichtbar. Einige Brücken boten Einblicke nach links und rechts, aber insgesamt kam man sich recht klein vor.

Zum Abschluss noch die Statistik: Wir sind jetzt bei knapp 470 Kilometern angelangt. Morgen stehen dann noch die letzten Kilometer vom Harburg nach Winsen an…zuvor aber noch die Zugfahrt von Duisburg nach Hamburg‐Harburg.

Angekommen

In der schönsten Mittagshitze sind wir heute in Neuss angekommen. Da die Zimmer noch nicht fertig waren, haben wir das Wiedersehen mit Magdalena  und Oskar kurzentschlossen zur „Flotten Theke“ verlegt. Der liebe Dieter saß dort, einem festlichen Empfangskomitee gleich, vor der Tür. Der erste Eindruck täuschte jedoch. Zwar war er hoch erfreut uns zu sehen, aber er wartete auf seinen Chauffeur. Magdalena und Oskar fanden sich wenige Minuten später per Stadtbahn ein. Cousin Ralph hat uns köstlich bewirtet und sich gefreut uns zu sehen! Bier, bzw. Radler schmeckt nach 50 Kilometern einfach köstlich, besonders bei den heutigen Temperaturen!

Mit genügend Zeit im Rücken, haben wir nach dem einchecken im Hotel noch ein bißchen die Gegend erkundet und noch einige Kleinigkeiten besorgt…noch einen Eiskaffee genossen…und dit und dat entdeckt

…die Statistik ist heute auch nicht der Rede wert, aber der Vollständigkeit halber 🤗

…und den Abend lassen wir in fröhlicher Runde, noch mit Iris und Alex dazu in der „Hafenliebe“ ausklingen 🍻…und morgen feiern wir die Diamantene Hochzeit (60Jahre) von Roswitha und Dieter 💞

Eventuelle Fehler sind der Eile geschuldet. Mein Lektor hat schon Feierabend 😘

Rheinfahrt

Ganz entspannt, ohne jeglichen Stress sind wir heute morgen in Siegburg losgeradelt. Das Wetter war einfach traumhaft! 20 Grad und bedeckter Himmel. Kein „Lass uns früh los, da sind die Temperaturen noch erträglich“, und auch keine Regenausweichmanöver…Der hat sich leider woanders niedergelassen. Die Landschaft sieht schon arg vertrocknet aus und der Rhein ist als großer, kräftiger Strom nicht mehr als solcher zu erkennen.

Mit zwei kleinen Baustellen, die wir einfach ignoriert haben, da auch keine Umleitung vorhanden war, erreichten wir gemütlich den Rhein und die Fähre.

Die weitere Fahrt rheinabwärts verlief unspektakulär. Wir haben uns nicht von weiteren Baustellen beeindrucken lassen. Wir gehen einfach davon aus, dass der Radweg verbessert wird. Landschaftlich erlebten wir einen ständigen Wechsel von Industrieanlagen und wunderschöner Natur. Die große Anlage in Wesseling mussten wir weitläufig umfahren…aber das gehört dazu. Ohne Industrie geht es nun mal nicht. Der Rhein ist sehr stark befahren, aber die Schiffe sind nicht voll beladen, da das bei dem geringen Wasserstand nicht möglich ist. Eine Bäckerei haben wir zur rechten Zeit gefunden, so dass die letzten Kilometer nach Köln gar keine Mühen bereitete.

Dank recht früher Ankunft und frühem Check-In, blieb genügend Zeit die Beine mal anders zu beschäftigen. Der Kölner Dom ist immer einen Besuch wert und ausserdem ein sehr schöner Ort um an die zu denken, die nicht mehr bei uns sind.

Unsere Beine sind das Schlockern an Schaufenstern und Sehenswürdigkeiten vorbei, nicht mehr gewohnt. Beine hoch und Blog schreiben ist die Alternative nach einem leckeren Abendessen…und noch ein bisschen EC2022 München schauen…“Flieg Mihambo! Flieg!“

Siegburg…

…jetzt liegen die Berge aber wirklich hinter uns!

Wir sind heute – nach einem sehr leckeren Frühstück – mit der Vorstellung losgeradelt, dass die Berge und Anstiege nun hinter uns liegen. Weit gefehlt!

Als „warm up“ mussten wir kurz hintereinander viermal die Sieg überqueren, über teils sehr phantasievolle Konstruktionen. Dass uns nicht schwindelig geworden ist 😵‍💫 Ansonsten sind wir bis auf diese „Brücken“ gemächlich und genussvoll am Fluss entlang geradelt.

Wir haben allerlei Federvieh bei der Futtersuche sehr gut beobachten können…bis dann plötzlich der nicht aufhören wollende Berganstieg uns aus unseren Träumen riss. Sehr hinterlistig natürlich! Zuerst mussten wir sehr abrupt auf die Bundesstraße wechseln! Man wollte schon das Meckern über Radeln auf der Straße anfangen, als wir das Elend kommen sahen 🫣

Rechts auf eine Nebenstraße und knackig ansteigend natürlich. Zur Erholung haben wir auf halber Höhe ein Wetter Video geschaut. Dem Regen sind wir jedenfalls entwischt. Die paar Tröpfchen waren wirklich nichts zum nass werden.

So wie das Eichhörnchen sich ernährt, sind wir mühsam, langsam, aber fahrend den Berg hinauf gekommen. Für viele ist es wahrscheinlich nur ein Hügel, aber wir fühlten uns (die ganzen Tage) wie im Trainingslager für die nächste Tour de France…man darf ja nicht unsere erschwerten Gepäck Bedingungen vergessen…bis jetzt ist es etwas weniger geworden. Altes entsorgt und (noch) nichts Neues gekauft 😅

Noch zu erwähnen sei, dass Uwe eine dicke Lippe hat…er hat sie aber nicht riskiert und ich war es auch nicht. Unbemerkt, auf der Suche nach Kaffee und Kuchen in Hennef wurde die Lippe plötzlich dick. Ein Kühlpack aus der Apotheke und 30 Minuten Ruhe haben gut getan. Es tut nichts weh, wobei Uwe nie klagt…nur manchmal, wenn ich zu doll nerve 😂

Dass es uns gut geht, kann man auch daran sehen, dass wir nach unserem sehr leckeren Essen im Brauhaus noch einen Spaziergang zur mittlerweile geschlossenen Abtei „hoch“ gemacht haben. Die alte Abtei, deren Gründungszeit im Jahre 1064 liegt, trohnt in 118 Metern Höhe auf dem Michaelsberg, dem Wahrzeichen der Stadt Siegburg.

Immer wieder…

…auf und nieder!

Nach dem gestrigen bedeckten Tag, begleitete uns heute wieder den ganzen Tag die pralle Sonne 🌞. Als wir unser fragwürdiges „Ressort“  nach dem Frühstück verlassen hatten, fanden wir nicht sofort den richtigen Berg  um die Stadt in die gewünschte Richtung zu verlassen. So ganz glücklich waren wir mit Betzdorf eh nicht. Das Hotel war zwar sauber, aber sehr merkwürdig und lieblos. Das bargeldlose Zahlen war im nahegelegenen Restaurant nicht möglich und als wir schließlich nach einem Fussmarsch den passenden Geldautomat gefunden hatten, sahen wir sofort ein nettes Restaurant wo man natürlich mit Karte zahlen konnte. Ob es Zufall war, dass Polizei und Zoll am Morgen allerlei kontrollierenden Aufwand am Markt betrieben?…wir wurden aber nicht angehalten ☺️

Die ersten Kilometer mit der fast schon üblichen Steigung ging es noch an der Bundesstraße entlang…fast komplett mit Radweg…aber nur fast. Gott sei Dank fand sich immer wieder ein Teilstück Radweg an der Sieg, abseits der Straße. Der Radweg ist ein ziemlicher Flickenteppich. Mache Teilstücke sind idyllisch und ruhig, und andere sind einfach nur doof…und steil!

Im übrigen haben wir es heute geschafft einen Berg zu weit nach oben zu kraxeln. Es fehlt dann einfach die Energie um sich zu ärgern…aber die Abfahrt war klasse👍

Der schweißtreibende Teil des Tages ist vorbei. Nun sitzen wir frisch geduscht im Garten unseres altehrwürdigen Hotels und sind in freudiger Erwartung auf den Pizza Lieferdienst🙄 Unglaublich aber wahr. In der näheren Umgebung hat jedes Restaurant, selbst der Döner Laden um die Ecke heute RUHETAG! Gott sei Dank erleichtert uns ein gut gefüllter Kühlschrank die Wartezeit 🍻