Lübeck – Winsen, oder

…Regentropfen 💦

Wie ungewohnt, aber es hat tatsächlich geregnet. Na ja, es kam etwas Feuchtigkeit vom Himmel. Mal mehr, meistens aber weniger, hat es die ganze Fahrt getröpselt. Nie genug für das Regenzeug, aber eine leichte Erfrischung die ganze Fahrt über. In Lohbrügge hat es immerhin für nasse Beine gesorgt!

Da wir die ganze Tour über so ein gutes Wetter hatten, (den Wind lassen wir mal außen vor) konnten diese paar Tropfen unsere Laune nicht trüben.

Die erst Hälfte der Strecke sind wir diesmal auf Radwegen an Straßen gefahren. Nicht so schön, aber bis jetzt haben wir für den Teil noch keine bessere Strecke gefunden, obwohl wir schon einige Varianten ausprobiert haben.

In Lütjensee, natürlich nach einer leckeren Pause in dem tollen Café/Konditorei Zingelmann…

…sind wir die bekannte alte Bahntrasse Richtung Bergedorf geradelt. Immer wieder schön.

An der alten Pferdetränke (sagen wir dazu) hat sich der Kreis geschlossen. Dort sind wir vor 7 Tagen nach Bad Segeberg abgebogen. Die letzten Kilometer fuhren sich wie von alleine.

Erwähnenswert ist noch das tolle Essen gestern im „Miera“ in Lübeck. Sehr zu empfehlen das Restaurant. Für uns mit ein Grund mal wieder einen Ausflug in diese Richtung zu planen…irgendwann😍

Nach ca. 518 Kilometern legen wir aber erstmal eine kurze Pause ein…na ja, morgen wollen wir über die Köhlbrandbrücke radeln. Einmal im Jahr ist die Brücke im Rahmen der Fahrradsternfahrt für Autos komplett gesperrt und nur für Fahrräder freigegeben. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen 🤩

Neustadt – Lübeck, oder

…immer wieder Überraschungen 🙄

Die Zugfahrt von Lübeck zurück nach Neustadt verlief fast ereignislos…ein Ausflug einer Kita hat für Leben im Zug gesorgt, einige Fahrräder und viele Passagiere taten ihr Übriges dazu. Haltestelle Timmendorfer Strand sorgte für hör- und spürbare Entspannung. Fast komplett geleert hat sich der Zug in Sierksdorf, wo der Vergnügungspark „Hansa Park“ beheimatet ist. …mit Korkenzieher-Achterbahn😱 und ähnlich gruseligen Fahrgeschäften…ein Besuchermagnet…und kostenlos gab es Wolken zu besichtigen.

Wolken und Regen in der Ferne

Wir haben unsere Besichtigungs Pläne etwas geändert, da Uwe aus dem Zug heraus erkannt hat, dass er nicht mal eben nachschauen kann, wo er für einige Monate untergebracht war. Dort ist mittlerweile alles eingezäunt…seine alte Kaserne. Somit haben wir Neustadt recht schnell hinter uns gelassen…natürlich bergauf, direkt und ohne Umwege die östliche Hügellandschaft. Aber selbst bergauf hat das gut geklappt…ohne Gepäck und gut im Training…so what😎

Sierksdorf, respektive den Hans Park, mussten wir bergig und weitläufig umfahren, um dann plötzlich sehr direkt und quasi in Schussfahrt zur Strand Promenade, und wenn man nicht rechtzeitig bremst, auch direkt ins Wasser zu gelangen.

Diese Strand Promenaden sind wirklich was für uns, bzw. die Radfahrer. Bis Timmendorf radelten wir frohgemut mit schönen Aussichten und auf tollen Wegen. Haffkrug, Scharbeutz, Niendorf und Timmendorfer Strand, sind Beispiele dafür, dass es gelingt alle Parteien unter einen Hut zu bekommen.

Das ausgerechnet eine Fahrradstraße der gefährlichste Punkt auf unserer Reise ist, hätten wir nicht für möglich gehalten. Hupend und Fahrradfahrer wegdrängend zeigten einige Autofahrer, wie wenig Kenntnisse bezüglich „Fahrradstraßen“ vorhanden sind (es gibt keine Abschussprämie)…solche Experten sind auch Kandidaten für die Pollerparker in der Waitzstrasse. Wir sind jedenfalls mit dem Leben davon gekommen…knapp.

Der Abschnitt Brodtener Ufer ist sehr sehenswert. Ein schönes Stück Steilküste kurz vor Travemünde.

In Travemünde war wieder Promenaden schieben angesagt…aber lohnenswert! Eis essen! Leeeecker.

Die weitere Fahrt Richtung Lübeck wurde interessant, als wir einem Radweg Hinweisschild „Herrentunnel“ folgten. Wir waren gespannt…wohl möglich ein Fledermaustunnel? Dem war aber gar nicht so. Als unsere Augen nach einer Tunneleinfahrt suchten, meinte ein Einheimischer ganz cool, „Der Bus kommt gleich.“ Bus? Es stellte sich heraus, daß der kostenlose Pendel Bus die einzige Möglichkeit ist, die Trave zu queren. Völlig neu für uns, aber sehr unkompliziert und schnell.

Eine (fast) gemächliche und schöne Tour die den Abschluss des Ostseeküsten Radweg für uns bedeutet. Morgen geht es dann zurück nach Winsen…auf alt bekannten Wegen. 😎

Fehmarn – Neustadt, oder

…über diese Brücke bin ich heute geradelt! Yeah!

Der heutige Tag hat sich als ein sehr guter dargestellt. Es fing schon damit an, dass ich es geschafft habe über die Fehmarnsundbrücke zu „fahren“. Ich war zwar schweißgebadet, aber sehr zufrieden mit mir👍

Die ersten Kilometer führte der Ostseeküsten Radweg mehr im zickzack Kurs durchs Hinterland, bis wir beim Rosenfelder Strand an selbigen kamen, und für eine gute Weile die Ostsee in greifbarer Nähe hatten.

Die großen Ostsee Bäder mussten wir umfahren, da an den schönen Promenaden Radfahrer unerwünscht sind 🙄. Teilweise sorgte die Steilküste auch für Ausflüge ins Hinterland. Aufgefallen ist uns, dass die Wege im Hinterland größtenteils gut asphaltiert waren…Hügel rauf und Hügel runter gab es auch, aber heute gut zu fahren, da wir oftmals Rückenwind hatten. Kam jedoch die See in Sicht, wandelte sich der Belag in Grand (Staub) mit fiesen Sandkuhlen um. Die sehr vielen Radfahrer, die auf Fehmarn und an der Lübecker Bucht unterwegs sind, sollten eigentlich Grund genug sein, dass die Radwege mit einem Teil der teuren Kurtaxe gepflastert und ausgebaut werden.

In Grömitz haben wir auf einen Mitschnacker gehört, der für uns Radfahrer ein „leckeres Fischbrötchen und ein kühles Radler“ anpries. Und wie wahr. Das Matjes Brötchen war echt klasse 👍 Das Alster/Radler tat natürlich sehr gut, da es heute angenehm warm war…ohne diesen blöden kalten Gegenwind. Dass wir eigentlich auf der Suche nach einem leckeren Eis waren, haben wir beiseite geschoben😂

Mit einigen Irrungen (Abkürzung) und Wirrungen (Umweg) haben wir auf teils abenteuerlichen Wegen das heutige Tagesziel Neustadt erreicht.

Die Übernachtungs Möglichkeiten an der Lübecker Bucht sind extrem kostspielig. Da Lübeck mit dem Zug gut, schnell und sogar pünktlich zu erreichen ist, haben wir dort eben zwei Nächte gebucht. Morgen geht es mit dem Zug wieder zurück nach Neustadt, dann radeln wir das noch fehlende Stück ab.

Da Uwe sich aus alten Spionagetagen in dieser Gegend immer noch gut auskannte, war der Weg zum Bahnhof ein direkter…und eh wir uns versahen, befanden wir uns in Lübeck.

…was ja bekannlich auch immer eine Reise wert ist 😎

Rund um Fehmarn, oder

…stürmische Rundfahrt

Der strenge und stetige Ostwind ist uns heute mal wieder treu geblieben. Der Vorteil, wenn man eine Insel Rundfahrt macht, ist, dass man irgendwann auch mal Rückenwind hat 🤣

Den optischen Eindrücken hat das aber nicht geschadet…ich habe zwar keinen der vielen Surfer gefragt, aber die waren bestimmt total happy über diesen (fiesen) Wind. Die Wellen und die Brandung fanden wir auch toll, solange wir nicht den Wind von vorne hatten 😉.

Den vierbeinigen, teilweise rasieren, Wollknäulen hat das Getöse kalt gelassen. Einfach cool abhängen scheint das Motto zu sein. Beneidenswert…ein bisschen. Lange still sitzen kann ich nicht gut🤩

Meine Fitness Uhr hat heute einen vermeintlichen Notfall erkannt, der aber keiner war. Eine Rüttelstrecke, plötzlich gebremst und der Notfall war erkannt. Da ich nicht schnell genug reagierte, habe ich nun zwei Aufzeichnungen für eine Tour 😒

Morgen geht es dann wieder über die Brücke zurück auf das Festland, (es gibt wirklich keine Fährverbindung) diesmal in Richtung Lübeck.

Hohwacht – Fehmarn, oder

…über diese Brücke musst Du schieben 😊

Die Fehmarnsundbrücke

…sagt jedenfalls die Deutsche Bahn und deren Schilder. Mir war das sehr recht. Vor meinem geistigen Auge habe ich immer gesehen, wie mich eine Windböe packt und über das Geländer schmeißt…dann vielleicht wirklich lieber schieben.

Hotel und Frühstück in Hohwacht kann man später vielleicht in Google Maps nachlesen, aber sonst wirklich nicht erwähnenswert😒

Sehlendorfer Binnensee

Der Radweg von Hohwacht bis Weißenhäuser Strand ist wunderschön. Anfangs am Sehlendorfer Binnensee vorbei, dann wieder mehr zur Ostsee, teils auch mit Wald und alten knorrigen Bäumen…und kaum Wind. Der hatte uns noch nicht gefunden. Nach Weißenhäuser Strand schwenkte der Weg ins Binnenland da der Truppenübungplatz Putlos Sperrgebiet ist. Die K48 ist z.Z. für Autos gesperrt, somit war es nettes Fahren.

Kurz vor Heiligenhafen war die Küste wieder sichtbar. Im folgenden bekamen wir eine neue Form von Intervall Training zu spüren. Die letzten sechs Kilometer waren Achterbahn fahren mit eigener Muskelkraft. Mühsam den Hügel hinauf schnaufen, um kurz drauf auf der anderen Seite hinunter zu sausen. Uwe ist auf 41,4 Km/h gekommen und ich auf 38,8. Nicht jedesmal konnte man den Schwung mitnehmen für den nächsten Hügel…Kurve, Vorfahrt achten, Schlaglöcher und was sich einem so in den Weg stellte. Vor ca. 10 Jahren sind wir mit dem Auto in der Gegend gewesen und hatten geistig vermerkt, dass es zu hügelig zum Radfahren ist…das ist aber total in Vergessenheit geraten…fällt einem dann wieder wie Schuppen aus den Haaren, wenn die Erinnerungen langsam zurück kommen 🤯

In Heiligenhafen war die Mühsal vergessen. Der Strand, der Hafen und besonders der Eisladen brachten sofort wieder verbrauchte Energie zurück 😀 Katja und Arne haben wir nur knapp verpasst…Status bei WhatsApp zu spät geschaut 🤣

Ein bisschen Augen Kino, Eisessen und dann haben wir die letzte Etappe des heutigen Tages in Angriff genommen. Die Fehmarnsundbrücke zu überqueren um zu unserem Quartier auf Fehmarn zu kommen. Da es sich um eine DB Brücke handelt, die unter Sanierungsstau leidet, ist natürlich eine Großbaustelle eingerichtet, die den vorhandenen Radweg sehr verschlankt und zu einem Fußweg umgewidmet hat… Gott sei Dank…für mich😊

Strammer Windsack

Der Wind hat uns natürlich wieder gefunden, aber erst kurz „vor“ der Brücke. Uns kam es fast schon wie Erholung vor, trotz der Hügeligkeiten…die Ruhe vor dem Sturm? Für Morgen hat sich der Wind mit 25 bis 55 Km/h angekündigt. Wir wollen ja nur die Insel umrunden. Was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker 😎

Als Abschluss des Tages gab es lecker Essen in der Aalkate. Eine sehr gute Empfehlung von unseren Nachbarn, die halbe Insulaner sind 😎

Kitesurfer bei Lemkenhafen

Kiel – Hohwacht, oder

…fast immer gegen den Wind💨

Kieler Campanile

Die schöne Morgenstimmung in Kiel war einfach herrlich. Alles wirkte so entspannt und friedlich. Der Kieler Campanile reckte sich am Rathaus stolz in den Himmel. Die Stadt befindet sich im Kieler-Woche-Aufbau-Modus. All überall stehen schon glitzernde Buden und Fahrgeschäfte.

Im Hafen war routiniert geschäftiges Treiben. Die großen Pötte tauschen sich fast unbemerkt aus. Gestern lief eine Color Linie aus, heute früh lief ein Schwester Schiff ein. ein. Wir sind mit einer deutlich kleineren Fähre bis Mönkeberg gefahren und ab da hatten wir nun endlich den Ostsee – Küstenradweg am Haken!

Fly by in der Kieler Förde

Bis Laboe sind wir wie auf Wolken geradelt. Die Förde mit dem bunten Reigen an diversen Schiffen…vor zwei Tagen war noch das spektakuläre „Fly by“ vom Ocean Race…was ja sehr begeistert von den Kielern aufgenommen wurde. Wobei „Fly by“ wörtlich genommen werden kann.

Auf der kleinen Fähre sind wir kurz mit dem Kapitän ins Gespräch gekommen…der fährt auch gerne Rad. Seine Worte: „Gestern war es ja schon sehr windig. Heute kommt der Wind aber direkt von Osten!“ Das habe ich noch für Seemansgarn gehalten, lag die Förde doch so friedlich da…bis wir nach Laboe quasi um die Ecke bogen. Der Mann hatte ja sowas von recht 🫣…das war schon eine kräftige Brise. Ich habe es nicht ausprobiert, aber ohne Gegenwehr, wäre es bestimmt rückwärts gegangen.

Uwes Eisenbahner Herz freute sich heute mächtig. In Schönberger Strand ist ein Eisenbahnmuseum mit vielen alten Kieler und Hamburger Straßenbahnen…und anderen Schätzchen.

Die letzten 20 Kilometer führte der Küstenradweg durchs Hinterland. Durchs östliche, hügelige Hinterland 🙄. Durch den frischen Ostwind, Winstärke 4-5…in Böen 7, sind wir nicht wirklich ins Schwitzen gekommen, aber manchmal aus der Puste! Wie leichtfertig haben wir immer gesagt: „Der Wind ist unser Bergtraining!“ Bei so einem Wind fahren wir höchstens zu Aldi! Für die genaue Wettervorhersage für Morgen fehlt mir der Kapitän. Meine Wetterapp ist nicht so kompetent.

Zur Kieler Förde, oder

…Uwe geht zum Klassentreffen.

Da wir, eigentlich nur Uwe, einen festen Termin in Kiel haben, sind wir entsprechen flott bzw. früh 😵‍💫 gestartet, was sehr erfrischende 🥶Temperaturen mit sich brachte, auf der anderen Seite macht das munter 🙄. Für die örtlichen Sehenswürdigkeiten wie, Karl May Festspiele, Kalkberg incl. Fledermäuse, Winnetou, etc. blieb leider keine Zeit wegen des oben erwähnten Termins. Auf der Suche nach einer Augensalbe, die in den meisten Apotheken „als nicht lieferbar“ gelistet ist, haben wir einen kleinen, aber sehr positiven Eindruck von Bad Segeberg gewonnen. In der dritten Apotheke bekam ich völlig unerwartet zu hören „Na klar haben wir die Creme!“, ein etwas leiseres: „eben reingekommen.“ hinterher geflüstert. Super👍Nun aber los, Winnetou und Old Shatterhand gibt es ein anderes Mal. Die Strecke hat uns zu Anfang positiv überrascht. Da es schnell gehen sollte, war die erste Priorität der direkte Weg, nicht unbedingt eine sehenswerte Strecke.

Wenn man nichts erwartet, liegt die positive Überraschung quasi vor den Füßen. Auf kleinen Seitenstraßen haben wir die Stadt verlassen und fanden uns im Wald wieder…im Ihlwald. Kleinere Dörfer, weitere Wäldchen und auch reichlich landwirtschaftliche Flächen folgten…und sehr wenig Autos. Erst kurz vor Kiel, als wir den Radweg der 404 getestet haben, wurde es sehr autolastig. Der Einstieg war dummerweise in einer großen Baustelle, wo der Radweg nicht als solcher zu bezeichnen ist, aber ! Augen zu und durch. Eine andere Wahl hatten wir eh nicht.

Der strenge Wind – von vorne – Windstärke 👊5 bis 6 – und das 🙄 „östliche Hügelland“ gaben der eigentlich kurzen Entfernung noch einen sportlichen Touch.

Uwe hatte natürlich keine Schwierigkeiten uns zielgerichtet zum Kieler Hafen zu lotsen. Ein Fisch Brötchen bei Gosch und ein Kaffee mit Hafen Atmosphäre ist doch klasse. Reichlich dicke Pötte sind zu sehen…auch Koffer-ziehende Menschen Massen gehören wohl ebenfalls dazu😉

Uwe ist kurz vor 15 Uhr zum Klassentreffen geradelt und ich habe gemütlich geduscht, kurz geruht und dann bis ich zu Fuß wieder zum Hafen gegangen. Zwei Kilometer hin und zwei zurück…zu Gosch 🤣

Letzte Etappe,

und Nachlese

…beim Frühstück in Mödlich ist Uwe auf sein „Seattle“ Radtrikot angesprochen worden, von einem Deutschen, der in der Nähe von Seattle lebt und gerade Urlaub in Deutschland macht. Beim Abendessen in Hitzacker sind wir mit dem Ehepaar am Nachbartisch ins Gespräch gekommen…unüberhörbar Sauerland…die kamen aus Soest, quasi um die Ecke von Eversberg 😊 woll!

Die sehr kurze Strecke von Mödlich nach Hitzacker, die wir mit Rückenwind so richtig genießen konnten, brachte es mit sich, dass wir ausreichend Zeit hatten uns die Beine zu vertreten. Sehr groß ist Hitzacker nicht. Mir fiel aus dem Augenwinkel eine sich bewegende Eichel auf…die dann natürlich keine war, sondern ein Maikäfer! Ein echter Maikäfer…wie lange ist das her, dass ich mal einen gesehen habe…

Am nächsten Morgen sind wir von Hitzacker entgegen aller Ratschläge diverser Apps, auf der südlichen Elbseite Richtung Bleckede aufgebrochen. Dass die Vorschläge durchaus gutgemeint waren, haben wir recht schnell erkannt. Erst kleine, aber auch ziemlich anspruchsvolle Steigungen, regelmäßig über die ersten 25 Kilometer verteilt 🙄 das hatten wir uns anders vorgestellt, aber jetzt sind wir schlauer und nehmen das nächste Mal die Fähren…die natürlich unverbindlich (vielleicht) fahren🙄

In Neetze haben wir den Abzweig in die Pampa links liegen lassen, dafür haben wir in einem netten Hof Café Rast gemacht, das wir Dienstag erst nach der Rast beim netten Türken entdeckt haben. So gestärkt haben wir die restlichen Kilometer mit Rückenwind sehr gut geschafft.

Zu guter Letzt natürlich die Statistik…insgesamt haben wir in fünf Tagen 320 Kilometern zurückgelegt. Der erste Tag war mit der bescheidenen Weg-Qualität und dem extremen Gegenwind am schwersten…danach wurde es jeden Tag besser…vor allem das Wetter. Herrlich, endlich Sonne!

Nachtrag…

Die komplette Wendlandrunde

Eisfahrt

Was wir gestern an zuviel Kilometern zurückgelegt haben, war heute eher zuwenig. Dafür haben wir definitiv mehr Eis gehabt, als all die Tage vorher…und nicht unbedingt weil wir es gebraucht hätten, sondern weil wir die Gelegenheit dazu hatten! Obwohl es selbst in Dömitz zunächst Probleme gab.

Die Strecke entlang der Elbe bot sich so friedlich im warmen Sonnenschein dar…es war einfach herrlich. Wir beschlossen nach 20 Kilometern im uns gut bekannten Hotel Hafen Dömitz einen Kaffee zu trinken, oder ein Eis zu essen…nicht, dass wir nach dem guten Frühstück schon wieder Bedarf hätten, aber es bot sich die Möglichkeit. Nur gedacht. 11:30 Uhr und wir bekamen zu hören, dass erst um 12 Uhr geöffnet wird. Ok, nichts ist so, wie man denkt…also weiter in die kleine, alte Festungsstadt. 11:45 Uhr…“wir öffnen erst um 12 Uhr, aber sie können ja so lange warten“ 🙄…warten, doch nicht mit mir. Der dritte Laden hat wohl die Marktlücke erkannt und wir bekamen noch vor 12 Uhr ein Eis, sogar mit Eierlikör.

Über die Dömitzer Brücke sind wir zur südlichen Elbseite gefahren…um den Radweg dort auch mal zu befahren…was eigentlich von Schnackenburg aus geplant war, aber Quartier und Fähr Probleme haben das ja verhindert. Insofern heute ein total entspannter Tag. Außer sinnfreien Radweg Sperrungen gibt es nicht viel zu berichten…entweder man hat vergessen, dass etwas gebaut werden soll, oder man hat vergessen die Sperrung rückzubauen 😖

Abgesehen davon, es war herrlich. Die Elbe floss friedlich dahin, wir haben jede Menge Störche, Reiher, und sogar einige Kraniche im Tiefflug, Gänse, sowieso viele Greifvögel gesehen…und eine sehr große Bandbreite an Singvögeln gehört, im ganzen Wendland…Nachtigal, Buchfink, Spatzen und Meisen, sehr viele Schwalben, Singddossel, Dorngrasmücke, Rohrdommel, Fasane…und sehr schön den Pirol! Zuerst in Meuchefitz (ich muss diesen unglaublichen Ortsnamen endlich loswerden), dann um Lüchow und heute an der Elbe. Uwe hört den Pirol überall raus, ich muss die BirdNET App fragen…die uns schon oft etwas beigebracht hat.

Da wir recht früh in Hitzacker angekommen sind, haben wir zunächst, quasi direkt, den örtlichen Eisladen entdeckt…hier gab es sofort etwas, ohne weitere Uhrzeit Verhandlungen 🤩

Zeit genug für eine Besichtigung des historischen Ortskerns war natürlich auch vorhanden. Jede Menge Zwerge sind hier zu sehen…sehr viele Berufe sind vertreten…die genaue Bedeutung der Zwerge haben wir noch nicht herausgefunden…lecker essen muss ja auch sein 😎

die Strecke, ganz knappe 44 kilometer

P.S. Der Kuckuck fehlt noch in der Aufzählung…und die Feldlerche…

Überraschungen…

…oder, irgendwas ja ist immer 🙄

Der Blick aus dem Fenster heute Morgen zeigte uns, dass es geregnet hat. Wie schön. Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück sind wir um 10 Uhr gestartet, ohne Regen, aber natürlich mit Gegenwind…unser Bergtraining 🙄

fleißige Windräder

Über wenig befahrene Nebenstraßen, die wir meist für uns hatten, radelten wir noch durch einige Rundlingsdörfer, Straßendörfer und durch die Nemitzer Heide. Irgendwann, nach dem x-ten rechtslinks Schwenk, wurde es immer verlassener. Die Straße blieb jedoch in einem 1a Zustand. Keine Autos, da keine Orte, aber ein voll genialer Radweg…eigentlich Autostraße, nur ohne Autos. „Zonenrandförderung“, kommentierte Uwe meine Begeisterung!

Wir hingen noch so unseren Träumen nach…plums, da lag eine neue Realität in Form einer Sandpiste vor uns…Asphaltende, Sandpiste voraus…und was für eine. Anfangs noch fahrtauglich, was Uwe noch zu der Bemerkung hinreißen ließ, „Da kennen wir weitaus schlechtere.“ Was dann leider auch so kam. Wir fuhren, oder schoben parallel zur ehemaligen Zonengrenze die definitiv keinerlei Förderung bekommen hatte. 3 lange Kilometer, von Wirl bis zum Grünen Band, früher bekannt als Todesstreifen.

Nach einem kleinen Imbiss aus der Not Verpflegung, ging es auf besser werdenden Wegen zur Elbe…kein Café, kein Eiswagen…nix! Die ganz Gegend ist gastronomisch einfach Tot. Im Grenzland Museum in Schnackenburg haben wir schließlich gegen eine Spende einen Kaffee bekommen. Puh! Das Museum zeigt anschaulich die Unmenschlichkeit der damaligen deutsch-deutschen Grenze. Ein lohnenswerter Besuch…nicht nur wegen des Kaffees.

Etwas gestärkt machten wir uns auf die letzten 18 Kilometer mit Rückenwind…um nach knapp 10 Kilometern, „zufällig“ von einer alten Dame zu erfahren, dass die Fähre von Pevesdorf nach Lenzen gar nicht fährt 😫. Ein Anruf in unserem Hotel auf der anderen Elbseite bestätigte leider diese Auskunft. Grrrr…also 10 Kilometer zurück gegen den Wind und die Fähre in Schnackenburg nehmen😣…um dann endlich die letzten 18 Kilometer zu fahren. ☹️…Augen zu und durch 🙄

Die Temperatur hat sich im Laufe des Tages von frischen 13 Grad am Morgen auf sommerliche 22 Grad empor gearbeitet…wir waren dementsprechend ausgetrocknet, was man uns bei unserer Ankunft im Hotel angesehen hat. Das Alster Wasser stand so schnell vor uns…und war soooo lecker 🤗…wie später auch das Abendessen 👍

😎