Heute keine Bergwertung

Nach den für uns ungewohnten Höhenmetern gestern, gab es heute ein Zeitfahren. Dem angedrohten Regen möglichst schnell davon fahren, war das Motto des Tages, zumal ich für den Technik Rucksack eine Regenhülle vergessen habe 🙄🙈. Allerdings habe ich die Feuchtigkeitsempfindlichen Geräte in den Wasserdichten Packtaschen verstauen können. Der Rucksack ist eigentlich für die „Gepäcktransport Zeit“ gedacht…da ich meine Technik lieber im Handgepäck habe😎

Die Nacht war „etwas“ nervig, da mir immer mal wieder eine Mücke 🦟ins Ohr säuselte, während Uwe friedlich schlummerte. Diese blöden Viecher! Warum können die sich nicht mit meinen Beinen zufrieden geben…das linke Bein hat schon insgesamt 8 Stiche, da macht einer mehr oder weniger nichts aus…aber Nein! Diese freche Mücke musste mich immer wieder vom einschlafen abhalten…wobei gar nicht sagen kann ob es nur eine, oder ein ganzes Rudel war. Meine Uhr sagt zwar, dass ich knapp 9 Stunden geschlafen habe, aber mir kam es so vor, als ob ich kaum eine Stunde am Stück geschlafen habe.

Während des guten Frühstücks gab es der ersten fetten Schauer. Für uns Motivation genug, zügig und ohne viel Pause nach Bremen zu fahren…immer die Wetter App im Blick.

Das erste Drittel der heutigen Route führte durch die Wümmeniederung, wobei die Rodau, Wiedau und der Trochelbach immer mal wieder unseren Weg kreuzten. Bei Sonnenschein wäre der Eindruck noch besser gewesen, aber das Blätterdach hat den Regen sehr gut abgehalten. Von leichtem Regen, dann zu Niesel-piesel und dann war der Regen plötzlich weg!!

Weiter ging es auf Nebenstraßen, durch kleine Ortschaften, Maisplantagen, und immer wieder über Bäche und kleine Flüsschen. Je näher wir Bremen kamen, desto größer wurden die Ansiedlungen, aber mit wenig Autoverkehr. Sonntag? Oder Ferienzeit? Dann hatten wir noch einen Gewerbepark zu überwinden, um schließlich bei den StadtWerkenBremen langsam an die Weser zu gelangen.

Mit Pause machen und schauen war nicht viel…um 13 Uhr sollte es fett in Bremen regen…was dann auch genauso kam. Gut 800 Meter hatten wir noch bis zum Hotel, als es anfing zu regnen…Gott sei Dank erst vorsichtig. Der Platzregen machte sich erst breit, als wir unter dem geräumigen Hotel Vordach standen. So ungefähr muss sich ein Sechser im Lotto anfühlen 😎

Tageskilometer

Die heutigen Höhenmeter haben sich in der Mehrzahl durch Überqueren von Autobahnen ergeben. Mein Gerät sagt 70 Höhenmeter, Uwes Garmin 135.

Es geht los

Juchhu! Unsere Ostfriesland Rundfahrt startet. In diesem Jahr haben wir uns für einen späteren Start entschieden, da wir Anfang des Jahres von einer (zutreffenden) Langzeitwetterprognose beeinflusst worden sind. Wie kalt und ungemütlich es im Mai/Juni sein kann, haben wir ja im letzten Jahr erlebt. Bisher sind wir auch sehr zufrieden mit unserer Entscheidung. Es war ja entweder kalt, oder gleich sehr heiß…von Regen, Hagel und Gewitterstürmen will ich gar nicht erst anfangen. Die Aussichten jetzt sind ganz gut. Angenehme Temperatur, aber leider viel Wind😒,aber wie heißt es doch so schön…“einen“ Tod muss man sterben. Lieber Wind, als Hitze…allerdings kann man sich nicht wirklich auf die Vorhersage verlassen. Wir haben schon einige warme Sachen zu Hause gelassen, da es scheinbar wieder sommerlich heiß ♨ wird. Damit verringert sich auch das Reisegepäck😎Vier Tage müssen wir ja selbst transportieren.

Im Frühtau zu Berge wir ziehen

Ursprünglich wollten wir mit der Bahn nach Oldenburg fahren, wo die offizielle Tour beginnt…die für uns neue Luxusvariante, mit Gepäck Transport😎 Diverse unglückliche und auch nicht (alle) von der Bahn verschuldeten Vorfälle, haben uns dazu bewogen, gleich von zu Hause zu starten. Von Winsen durch die Lüneburger Heide zur ersten Übernachtung nach Bothel…in der Nähe von Schneverdingen. Uwe hat noch gute Erinnerungen an eine Radtour vor 40 Jahren. Hinter Niederhaverbeck den Spitzbubenweg zu befahren, ist für Uwe ein guter Grund gleich in Winsen zu starten.

Mit reichlich Vorfreude sind wir kurz nach 9 Uhr bei sehr schönem Wetter aufgebrochen. Die alt bekannten Wege, über Wulfsen, Toppenstedt dann auf welligen Wegen vorbei an der Waldklause nach Garstedt. Der nicht enden wollende Anstieg vor Egestorf war ein kleiner Test für unsere, in den letzten Wochen verweichlichten Beinmuskeln. Mit ein bisschen innerlichem Jammern, und den Bildern der Tour de France vor dem geistigen Auge, sind wir aber gut gekraxelt. Hinter Döhle ließen wir den Autoverkehr hinter uns, und begegneten nur noch Fußgängern, Radfahren, oder Pferdekutschen, aber da die Heide noch nicht blüht, hielt sich das Verkehrsaufkommen so früh noch in Grenzen in Grenzen.

Sehr schnell hatten wir Wilsede, und somit unser Sylvester Restaurant erreicht 😎 vor 12 Uhr und mit dem Aufmachen. Im Garten haben wir uns mit Buchweizen Kuchen und Kaffee gestärkt.

Im Eingangsbereich des Restaurant haben Schwalben die erste Brut schon großgezogen und starten nun den Bau eines zweiten Nestes.

Nach genügender Erholungspause sind wir auf teils sandigen, aber befahrbaren Wegen weiter, mehr rauf als runter gefahren. Hinter Niederhaverbeck kamen wir dann zum Spitzbubenweg, der zuerst noch recht großzügig war, aber später immer schmaler wurde. Wildromantisch ist eine gute Beschreibung.

Im wahrsten Sinne des Wortes ging es über Stock und Stein auf immer schmaler werdender Spur. Anhalten und Fotos machen war schwierig bis unmöglich. Nachfolgende Radfahrer, Gegenverkehr und sehr konzentriertes Fahren ließen das nicht zu…aber wir fahren ja noch zurück. Beim zweiten Mal ist es schon Routine🤣

So schlimm war Grauen aber nicht, Gebell gab es auch nicht…und am Ziel in Bothel hatten wir die 70 km knapp überschritten. Der erste Tag hat uns gut gefallen. Mit reichlich Steigung zwar anstrengend, aber trotzdem Klasse! Jetzt freuen wir uns auf ein leckeres Abendessen im Biergarten 😀🍴🍷Das haben wir uns verdient 😎

Durch die Harburger Berge

Da wir auf der Winsen – Bremen Tour ein sehr ordentliches „gegen den Wind Berg Training“ hatten, kam uns die Idee, unsere Kondition an richtigen Bergen zu testen. Auf alten Wegen sind wir an der Bahn längs, bis Harburg und dann zum Außenmühlen Teich gefahren. Das gute Restaurant haben wir heute rechts liegen lassen,😉und schon ging es stetig ansteigend in die Harburger Berge „hoch“.

Zwar haben wir das Steil Stück durch das Appelbüttler Tal – quasi die „Hirschberger Wand“ des Nordens – ausgelassen, und haben die ein wenig angenehmer (nur was die Steigung angeht) zu fahrende Bremer Straße genommen, aber schweißtreibend genug war es trotzdem.

Immer noch auf leicht ansteigendem Weg haben wir die A7 überquert und sind kurz drauf auf schönen Waldwegen durch einen Buchenwald gefahren. Erfrischend und einfach herrlich. Ein sehr abwechslungsreiches rauf und runter auf unterschiedlichen Wegen folgte. Die Autobahnen, A1, A261, A7 und A39 haben wir diverse Male über,- oder unterquert.

Die rasanteste Abfahrt hatten wir hinter Klecken. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 38 km/h sind wir mit großer Freude auf Helmsdorf zu gesaust. Das hat Spaß gemacht…der Mühe Lohn🤩.

Das Seevetal, auf die Hoster Mühle zu, ist immer wieder ein Augenschmaus. Einziger Nachteil, es ging wieder bergauf, aber wir sind doch ganz gut in Form. Die Amelinghausen Runde sind wir in diesem Jahr noch nicht gefahren…da gibt es auch reichlich Höhenmeter zu absolvieren 🫠Das sollte nun gut machbar sein.

Verden – Bremen

Der Besuch bei Philipp und Alex war super schön und auch sehr lecker…und klein Ava ist einfach zum verlieben 😍

Heute morgen hatten wir gar keine Chance dem Wind auszuweichen. Zu 90 Prozent kam er kräftig von vorne…aber wir sind ja voll im Training. Landschaftlich gefiel uns der Anfang und das Ende besonders gut. Ein Teil der Strecke verlief leider an Straßen, die gut befahren sind…von Autos. Entweder habe ich bei der Planung nicht aufgepasst, oder der Weser Radweg verläuft wirklich so blöde.

Trotzdem gab es links und rechts Schönes zu sehen. Einige wenige Störche, die noch Energie tanken sind uns auch aufgefallen. Manchmal auch Regen von vorne… der starke Wind hat aber gleich alles wieder trocken gepustet…manchmal hat er also auch was Gutes.

In Bremen wurden wir noch von der CSD Parade ausgebremst. Gestern Abend in der fröhlichen Runde haben wir alle noch CSD Erlebnisse zum besten gegeben…übervolle Züge, gesperrte Straßen, lustige und bunte Menschen…all das haben wir Stunden später hautnah erlebt…Plus eine 30 minütige Zug Verspätung, weil der Lok Führer zu spät kam….

Die Belohnung gab es aber, als wir endlich Harburg erreichten. Der Elbe längs hat uns der Wind nach Hause geblasen. Angefühlt hat es sich, als hätten wir einen Raketenantrieb gezündet! Jippyee!!!

Auf nach Verden

…oder, Uwe bremst auch für Frösche.

Ausgeruht und, nach einem guten Frühstück, frisch gestärkt, ist die Kälte heute morgen fast an mir abgeprallt. Barfuß und mit Sandalen habe ich es gut geschafft, aber in der ersten Stunde habe ich meine Handschuhe doch vermisst. Wir haben mehr oder weniger den direkten und somit den landschaftlich nicht so schönen Weg genommen. Wald, und somit etwas Schutz, gab es dennoch 😉

Windig war es von Anfang an, aber leider mit steigendem Potenzial. Mal von der Seite, mal direkt von vorne 🤢…aber, soetwas sind wir gewohnt…unser tägliches Berg Training gib uns…

Da ich davon absehe, jedesmal einen Unfallbericht zu schreiben, wenn wir eine Radtour machen…schreibe ich jetzt nur, dass Uwe auch für Frösche bremst…und den Osteoporose Test hat er wieder bestanden.

Ganz zufällig lag mein Lieblings Bastel Bedarfsladen auf dem Weg…da musste ich doch rein schauen…und eine klitzekleine Kleinigkeit kaufen😍

Jetzt machen wir uns hübsch, um dann später zu Philipp zu radeln…und auch wieder zurück zum Hotel.

Die Statistik darf natürlich nicht fehlen und wird 😎…vielleicht auch noch der Wetter-Wind-Bericht

Ausflug nach Bremen

…wobei der Ausgangspunkt der liebe Philipp in Verden ist. Die Idee hatten wir schon länger, aber nun lockt die kleine Ava, die im April zur Welt gekommen ist.

Das Wetter hat auch sein übriges dazu beigetragen erst jetzt zu fahren.  Juni und Juli waren bis auf wenige Tage verregnet. Letzte Woche bei 36 Grad war ebenfalls nicht unser Ding. Bewegungsloses Sitzen war schweißtreibend genug.

Heute sind die Voraussetztungen nahezu perfekt. Vielleicht ein bisschen kühl, aber wir wollen nicht meckern. Losgefahren bei strahlendem Sonnenschein, aber gerade mal 15 Grad 🥶. Es ging relativ früh (9:30 Uhr) los, da ab 13/14 Uhr der Wind kräftig auffrischen sollte…und zwar von vorn.

Die hügelige Wegführung sorgte schnell dafür, dass uns warm wurde. Feld-, Wald- und Teerwege sorgten für Abwechslung. Das schönste und gleichzeitig anstrengenste Wegstück, ist kurz hinter Asendorf…eigentlich herrliche, Auto – und fast Menschen freie Natur. Ein Duft von Sommer lag in der Luft, da noch Heu gemacht wurde. Allerdings spürt man auch den nahenden Herbst…in dem Zusammenhang ist es sehr vorteilhaft Helm zu tragen…die vielen fallenden Eicheln richten so jedenfalls kaum Schaden an.

Die Kunststätte Brossard haben wir rechts liegen lassen und sind halblinks den staubig und steinigen Waldweg bergauf gefahren…was man so fahren nennt! Trotz der leichten Quälerei 🥵 haben wir Natur genossen. Natürlich ging es später wieder bergab! Gott sei Dank auf einigermaßen gutem Asphalt. Das rollte von ganz alleine.

Im Weiteren konnten wir auch die lila blühende Heide genießen. Einfach wunderschön. Zur Mittagszeit, als sich der kleine Hunger meldete, tauchte wie aus den Nichts ein schöner Platz für eine kleine Mahlzeit auf. Pefekt!

Kurz bevor der Wind anstrengend wurde hatten wir unser heutiges Ziel, Stemmen, erreicht. Sehr unbekannter Ort, hat aber ein schönes Tagungshotel mit angeschlossenem Restaurant…worauf wir uns schon freuen. Nun noch die Statistik…

Brügge – Vlissingen

…und von Vlissingen nach Hause

Der letzte Fahrrad Tag hatte einiges zu bieten. Zum einen eine schöne Strecke, selbst die Umleitungen waren sehr schön, und zum anderen auch noch einen Adrenalin ansteigenden Unfall. Warum einfach, wenn es auch anders geht. 🫨

Mit ein bisschen Wehmut haben wir unsere gemütliche Unterkunft verlassen,

aber die nächste Übernachtung wird schließlich auf einem Hotelboot stattfinden. Das klingt doch auch interessant.

Die Route führte über Damme, an dem Kanal „Damse Vaart“ entlang, der bis Sluis ziemlich gerade verläuft. Den Weg haben wir schon per Auto kennengelernt, als wir zu dem guten Restaurant, „De Zuidkant“ gefahren worden sind. Links und rechts Bäume, so dass der stärker werdende Wind ausgebremst wurde. Windmühlen und andere Hingucker sind uns auch ins Auge gefallen.

Eine Umleitung führte uns um Sluis herum, da dort ein großer Flohmarkt stattfand und allgemein verkaufsoffen war. An der Ruine entlang um die Stadt herum. So haben wir auch einen bemerkenswerten weißen Pfau entdeckt.

Die Nordsee Küste haben wir trotz Umleitung(en) gut und zeitnah erreicht. Der Wind, mit stürmischen Böen von bis zu 65 km/h war teilweise schwer zu bewältigen. Wir haben uns gegen den strandnahen Radweg auf dem Deich entschieden, da dort der Wind direkt, schräg von der Seite und ungebremst auf Land traf…oder auf Radfahrer! Auf Grund der starken Winde haben wir auf einen Besuch im Naturpark Zwin verzichtet. Je näher wir Richtung Breskens kamen, desto mehr Rückenwind konnten wir aber genießen…nur fliegen ist schöner 😎.

In Breskens haben wir Cathrin und Edi, die dort ihren Urlaub verbringen, noch einen Besuch abgestattet. Liegt ja auf unserem Weg, da wir die Fähre Breskens – Vlissingen nehmen wollten. Zudem fehlte noch etwas auf unserem kulinarischen Trip. Die Pannenkoeken 😍Ein kleiner, leckerer Mittagsimbiss! Bevor wir zu den Pfannkuchen kamen, hatte die Pflastertasche noch einen Einsatz. Es gab einen kleinen Auffahrunfall. Da wir beide über Fahrrad Navis verfügen🫨…hatte ich entdeckt, dass wir plötzlich nicht mehr auf dem rechten Weg waren. Ich habe gebremst, Uwe nicht, da er noch auf das Navi geschaut hat. Rums! Und Uwe hat ein weiteres Pflaster benötigt…ich eigentlich einen Schnaps! Für die Zukunft wird eine (oder zwei) kleine Schnapsfläschen den Weg in die Pflastertasche finden! Das ist klar!

Die Überfahrt und der Weg zum Hotelschiff waren teilweise sehr stürmisch…besonders der eine Kilometer in Vlissingen, wo wir frontal gegen den Wind radeln mussten. Puh, mit 9 km/h sind wir vorwärts gekrabbelt. Das Hotelschiff zu finden war ein Kinderspiel, aber das dazugehörige Hotel, wo man einchecken muss, war etwas mühsam zu finden. Mal wieder von hinten, durch die Brust ins Auge🙄, aber irgendwann gefunden! Eigentlich eine schöne Übernachtungsmöglichkeit, leider war aber die Klimaanlage defekt und auf meiner Seite zog es wie blöde! 🫨🥶Augen zu und durch😂

Die Henkersmahlzeit, vor der am nächsten Tag folgenden Heimreise, haben wir in Vlissingen in einem sehr schönen Restaurant zu uns genommen… „de Gecroonde Liefde“…laut Übersetzungs-App „die gekrönte Liebe“ – das konnte nur was Gutes sein.

Ein sehr schöner Abschluss. Ob ich mich nochmal aufraffe um über die 10 stündige Heimreise mit ihren „Highlights“ zu berichten, weiß ich noch nicht. Ich habe mir heute schon den Frust von der Seele geschrieben…in einem zweiseitigen Brief an die Deutsche Bahn…kann ich auch gleich noch als Kopie an die Niederländische Bahn schicken. Die haben sich auch nicht mit Ruhm bekleckert!

Nach Brügge und in Brügge

Bei kräftigem Gegenwind sind wir gestern auf sehr direktem Wege nach Brügge geradelt. Das Frühstück war sehr lecker und als wir frohgemut unsere sieben Sachen gepackt hatten und mit den Rädern los wollten, fing es erstmal an zu regnen. Bäh! Wir haben abgewartet! Gott sei Dank war es der letzte 5 Minuten Schauer für den Tag. Der Wind blieb uns aber erhalten.

Auf Nebenwegen waren wir, fast ohne uns zu verfahren und schon gegen Mittag in unserer Unterkunft angekommen. Was waren wir happy, dass wir unser Zimmer schon so früh beziehen konnten. Vorher bekamen wir aber noch eine liebevolle Einführung über Brügge und einen leckeren Kaffee. Das B&B Asinello ist ein Übernachtungs Highlights dieser Tour. Ein kleines, aber sehr liebevoll geführtes B&B mit nur drei Zimmern. Geschmackvoll, kreativ und sehr schön eingerichtet.

Das Wetter hat sich in Brügge von der sehr schönen Seite gezeigt. Wir sind die fotografischen Highlights gestern bei Sonnenschein abgegangen. Indoor Aktivitäten hatten wir uns für heute aufgehoben.

Cathrin und Edi sind nachmittags zu uns gestoßen. Wir sind noch durch Brügge geschlendert und abends dann zu einem außergewöhnlich guten Essen nach Damme und wieder zurück gefahren (worden). Danke Cathrin und Edi 😍

Heute haben wir diverse Kirchen und Museen besichtigt. Bei Dauerregen bis 15 Uhr eine gute Möglichkeit halbwegs trocken zu bleiben. Ich habe noch meine alte Sandalen gegen neue getauscht…na gut, ich musste natürlich bezahlen, aber die alten, ausgelatschten und super rutschigen Treter habe ich zurückgelassen. Außer mir hat niemand Sandalen angehabt, dabei ist das echt praktisch. Vorne läuft das Wasser rein und hinten wieder raus. Manchmal ein bisschen kalt, aber gut zu ertragen…wenn kein Fahrtwind vorhanden ist 🤣

Morgen dreht der Wind…sagt jedenfalls die Vorhersage. Plötzlich Südwest Wind…mit Böen bis 60 km/h…das hieße Rückenwind…nur fliegen ist schöner 😎

Gent – Maldegem

Den gestrigen Ruhetag in Gent haben wir sehr genossen…mit allem drum und dran! 🤗 Pommes, Schokolade, Bier (ja, ich habe ein Bier genossen!) ein leckeres Abendessen beim Thai. Alles mit Cathrin und Edi. War das lecker. Den besten Senf ever haben wir natürlich auch gekauft.

Allerdings haben wir auch die Vorboten für den heutigen Tag zu spüren bekommen. Der Wind hat aufgefrischt 🌬️…quasi ein bisschen für heute geübt, denn heute kam der Wind beständig und sehr ausdauernd, fast immer kalt von vorne. Puh, vor zwei Tagen sind wir in kurzen Hosen gefahren und heute vermisse meine Winterklamotten. Ich fand die Kälte ja schlimmer als den Wind…als dann aber der Regen dazu kam, war ich schon mega genervt. Mein lautes Schimpfen hat der Wind jedoch einfach davon getragen. Zuerst hatten wir ja noch die Hoffnung, an den Regenwolken vorbei huschen zu können. Fehlanzeige. Sandalen mit Strümpfen zu tragen ist modisch schon voll daneben…allerdings war ich nach einer Baustellen Vorbeifahrt dankbar für meinen Mut zur Hässlichkeit. Was für ein Dreck! Matschiger, schwarzen Sand, oder ähnliches.

Die Route verlief heute in einem undurchschaubaren Zickzack Kurs. Unter anderem damit wir nicht schon mittags am Ziel sind😅

Ich kann mich noch nicht ganz entscheiden, was ich als heutiges Highlight herausheben soll? Irrungen und Wirrungen in Maldegem? Wir hatten das Ziel aus den Augen, bzw. aus dem Navi verloren…besser gesagt, das Hotel war gar nicht als Ziel gespeichert. Mit Smartphone und Komoot habe ich eine Route berechnen lassen. Immer gerade aus…und mit Rückenwind! Yeah. Das hat Spass gemacht. Allerdings mussten wir kurz vor unserem Hotel vom Radweg links abbiegen…einfach so eine autobahnähnliche Schnellstraße mit dem Rad queren 🙈. Etwas mulmig war mir schon zumute…ist aber echt so vorgesehen.

Im Hotel angekommen mussten wir feststellen, dass das dazugehörige Restaurant ausgebucht war. 😓 Also sind wir nach einer heißen Dusche wieder raus in die Kälte zum 4 Kilometer entfernten Grill Restaurant…der Hunger macht es möglich. Gut und lecker gestärkt, haben wir auch den Rückweg geschafft.

…wobei wir am Ende 69 Kilometer auf dem Tacho hatten 😊

Dendermonde – Gent

So, wie wir gestern Nachmittag irrwegig zum Hotel gefunden haben, ging es heute morgen weiter. Fälschlicherweise sind wir der Dender gefolgt und nicht der Schelde. Einmal nicht aufgepasst, oder noch geträumt. Das Navi hatte keine Schuld, vielleicht Uwe, der vergessen hat, die Route unserem Hotel anzupassen. Die war noch auf dem Stand vom letzten Jahr. So schlimm war der Umweg gar nicht, eher besser. Sonst hätten wir über eine stufige Schleuse schieben müssen. Nun konnten wir relativ bequem über die Dender radeln.

Der Radweg verlief, als wir ihn wieder gefunden haben, ziemlich direkt an der Schelde längs. Meist geteerter Radweg mit viel Natur und kaum Verkehr. Eine nicht fahrende Fähre hat mir dann einige Kilometer später eine Brücke erspart, die ich sehr interessant fand…ich wäre sogar freiwillig rüber, wenn ich gemusst hätte.

Gleich hinter Wetteren mussten wir Baustellen bedingt schottrige, sandige Umleitungen fahren, die aber sehr gut sichtbar ausgeschildert war. Grund: Eine Deichertüchtigung auf vielen Kilometern.

Irgendwie hat es heute nicht mit einer Kaffee- und Kuchen- Pause geklappt. Zum einen waren keine Örtlichkeiten am Radweg zu entdecken, (ganz im Gegensatz zu gestern) und zum anderen waren wir plötzlich schon kurz vor Gent. Also haben wir nur eine kurze Salami Pause gemacht und waren gegen 14 Uhr schon am Ziel 🌞 Uwe geht es „normal“…das antwortert er jedenfalls immer, wenn ich ihn frage: „Wie fühlst Du Dich?“ Schmerzen hat er hauptsächlich, wenn er niesen muß…was Gott sei Dank nicht so häufig vorkommt.

Frisch geduscht und guter Dinge haben wir uns sofort ins Getümmel gestürzt. Antwerpen war ja schon toll, aber Gent ist echt der Hammer. An der Sint-Michielsbrug war ich total geflasht. Der berühmte Blick auf die drei Türme von Gent! Sint Niklaaskerk, Belfried und St. Bavo Kathedrale! Wirklichkeit oder Traum? Gleich taucht bestimmt Harry Potter auf, oder andere Fabelfiguren! Wow, war das ein toller Anblick. Selbst Uwe als alter Reisehase war sehr beeindruckt. Gent kannte er bis dato auch nicht, was er als Fehler bezeichnete.

Nach einer Stärkung haben wir eine kleine Böötchentour genossen…im oben ohne Boot bei 23 Grad und mit einem Glas Sekt…was will man mehr.

Ein erster Überblick ist geschafft. Morgen haben wir den ganzen Tag zur Verfügung und zudem mit Cathrin und Edi nette Gesellschaft, die sich hervorragend in Gent auskennen…und ich nehme mir morgen auch frei und mach ne Blogpause 😎